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Peter Schneider antwortet: Soll man Schlimmes vergessen?

Die Antwort auf die Frage einer Leserin, wie Erinnerungen helfen, traurige Erfahrungen als Bestandteil seines Lebens zu begreifen.

Erinnern heisst auch verarbeiten – im Guten wie im Schlechten.

Erinnern heisst auch verarbeiten – im Guten wie im Schlechten.

Foto: Getty Images/iStockphoto

Ich hatte keine erfreuliche Kindheit, mit vielen Schlägen und Demütigungen. Nun, mit über 70 Jahren, holen mich solche Erinnerungen immer wieder einmal ein und lassen mich hadern. Mein Umfeld dagegen findet, dass man solche Erlebnisse mit dem Älterwerden vergessen und verarbeiten sollte! Ist das so; bin ich nicht normal? Ich muss noch anfügen, dass ich mein Leben bis jetzt gut gemeistert habe und trotz allem auch ein eher fröhlicher Mensch bin! J.C.

Liebe Frau C.

«Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist», wie Rosalinde und Alfred in der «Fledermaus» singen? Oder doch eher: «Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen» (George Santayana)? Erstens dürfte es etwas schwierig sein, etwas zugleich zu vergessen UND zu verarbeiten. Zweitens kann man wohl kaum etwas auf Kommando vergessen. (Das funktioniert so gut wie der Befehl, auf keinen Fall an einen rosa Eisbären zu denken. An was muss man fortan immer wieder denken? Eben.) Und drittens: Was stellen sich Ihre Angehörigen oder Freunde eigentlich unter «verarbeiten» vor? Erinnern IST eine Form psychischer Verarbeitung; das unterscheidet die Erinnerung von traumatischen Flashbacks, in denen eine Situation der Vergangenheit unverändert in der aktuellen Wahrnehmung wieder auftaucht.

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