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Peking erteilt Mastercard den Zuschlag

China öffnet den Finanzmarkt weiter. Der Schritt lässt sich werbewirksam als Erfüllung des amerikanisch-chinesischen Phase-1-Abkommens verkaufen.

Transaktionen zwischen Banken, Kreditkartenfirmen und Detaillisten sollen vereinfacht werden.

Transaktionen zwischen Banken, Kreditkartenfirmen und Detaillisten sollen vereinfacht werden.

David Gray / Reuters

Chinas Mühlen mahlen manchmal langsam. Gemeinsam mit der Welthandelsorganisation (WTO) drängen die Vereinigten Staaten das asiatische Land seit Jahren, den Finanzmarkt weiter zu öffnen. Und im Oktober 2014 sah es denn auch so aus, als ob Peking tätig werden würde. Damals hiess es, es sei künftig in- und ausländischen Zahlungsabwicklern erlaubt, mit eigenen Clearingorganisationen neben dem von der chinesischen Kreditwirtschaft getragenen Monopolanbieter China Unionpay aktiv sein zu dürfen. Die Regierung gab jedoch keinen Zeitrahmen bekannt. Und so sollte es annähernd fünfeinhalb Jahre dauern, bis die chinesischen Regulatoren ihren Worten Taten folgen liessen.

Verstoss gegen Vorgabe der WTO

Die People’s Bank of China (PBoC) teilte nun gemeinsam mit dem für Banken und Versicherungen zuständigen Regulator mit, dass die amerikanische Kreditkartenfirma Mastercard und deren chinesischer Joint-Venture-Partner Netsunion Clearing Corporation künftig in China agieren dürfen. Die PBoC gab dem amerikanisch-chinesischen Joint Venture, das Mastercard Nucc Information Technology (Beijing) heisst, vor annähernd einem Jahr gegründet worden ist und an dem Mastercard 51% hält, ein Jahr Zeit, um die Vorgaben zu erfüllen.

Bis anhin hat die Abwicklung, also das gebührenintensive Glattstellen der Transaktionen zwischen Banken und den die Karten akzeptierenden Detaillisten, für Transaktionen in Yuan (Y) über den Dienstleister Unionpay zu erfolgen. Diese Vorgabe ist jedoch ein Verstoss gegen Liberalisierungsklauseln der WTO für den chinesischen Finanzdienstleistungsmarkt.

Zeitplan für Liberalisierung liegt schon lange vor

Chinas Notenbank bezeichnete den Zuschlag für Mastercard als Zeichen für eine weitere Liberalisierung des Finanzmarktes. So ist die UBS seit Dezember 2018 mit einem Anteil von 51% der Mehrheitsaktionär am Joint Venture UBS Securities, das den Fokus seiner Tätigkeit auf den Handel mit Wertschriften legt.

Die PBoC unterliess es in ihrer Mitteilung jedoch, auf das Phase-1-Abkommen zu verweisen, auf das sich Peking und Washington in dem sich seit Monaten hinziehenden Handelskonflikt geeinigt hatten. Darin ist explizit die weitere Öffnung des chinesischen Finanzmarktes für amerikanische Institute erwähnt. Ob Peking mit dem Entscheid für Mastercard Washington wirklich entgegengekommen ist, steht auf einem anderen Blatt. Den Zeitplan für die Öffnung des chinesischen Finanzmarktes haben die Machthaber Monate vor der Unterzeichnung des Phase-1-Abkommens bekanntgegeben.

Im Januar dieses Jahres hatte die PBoC bereits die Bewerbung des amerikanischen Kreditkartenkonzerns American Express akzeptiert, eine eigene Clearingorganisation zu gründen. Dieser Entscheid gilt als vorentscheidend für eine Bewilligung des Vorhabens durch den chinesischen Regulator.

Unionpay drängt ins Ausland

Bis anhin geben chinesische Banken zwar international einsetzbare Kreditkarten mit Mastercard- oder Visa-Logos aus. Diese sind jedoch zwangsläufig auch Unionpay-Karten. Beim in China noch weitaus stärker genutzten Einsatz von elektronischen Zahlungen mit sofortiger Abbuchung (Debitkarten) und bei der Bargeldabhebung am Automaten laufen alle Transaktionen bis jetzt ebenfalls über Unionpay.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg waren im September vergangenen Jahres 8,2 Mrd. Bankkarten im Umlauf, von denen 90% Debitkarten waren. Chinas kartenausgebende Banken hatten Unionpay vor annähernd 18 Jahren gegründet. Der Kartendienstleister ist inzwischen in mehr als 170 Ländern mit einer Repräsentanz vertreten und hat rund 100 Mio. Karten im Ausland ausgegeben.

Smartphone das beliebteste Zahlungsmittel

Neben der Dominanz von Unionpay müssen ausländische Kreditkartenfirmen wie Mastercard in China auch mit den beiden Internetkonzernen Alibaba und Tencent um die Gunst der Kunden buhlen. Sie dominieren mit Alipay und Wechat Pay den chinesischen Markt für mobiles Bezahlen. Laut dem Marktforschungsinstitut iResearch wurden 2018 in China Rechnungen in Höhe von 190 000 Mrd. Y, was 26 600 Mrd. Fr. entspricht, mit dem Smartphone bezahlt.

Und ein Ende der Entwicklung auf dem chinesischen Festland ist noch nicht in Sicht. Es gibt Schätzungen, dass zwischen 2017 und 2023 die Zahl der Nutzer mobiler Bezahldienste in China um mehr als 70% auf 956 Mio. steigen wird.

Eine Studie von Tencent zeigt, wie sich dieser Trend auf die Portemonnaies der chinesischen Konsumenten auswirkt: Bereits 2017 sollen 4 von 10 Chinesen weniger als 100 Y Bargeld bei sich getragen haben.

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