Switzerland

Patienten kauften Medikamente auf Vorrat

Der Verkauf einiger Medikamente hat sich vor dem Lockdown fast verdoppelt. Vor allem chronisch Kranke haben sich im Februar und März Vorräte angelegt, wie eine Analyse von Helsana zeigt.

Vor dem Lockdown haben die Apotheken deutlich mehr Medikamente verkauft.

Vor dem Lockdown haben die Apotheken deutlich mehr Medikamente verkauft.

Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Am 16. März verfügte der Bundesrat den Lockdown. Obwohl Apotheken nicht von den Schliessungen betroffen waren, deckten sich Patienten in den Wochen vor diesem denkwürdigen Montag mit Medikamenten ein.

So lag der Bezug von Mitteln gegen Diabetes Mitte März um 70 Prozent über den üblichen Verkaufszahlen. Die Abgabe von Präparaten gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen überstieg das normale Niveau um rund 60 Prozent. Dies zeigt eine Auswertung der Abrechnungsdaten des Krankenversicherers Helsana.

Bei anderen Medikamenten war der Ausreisser nicht so ausgeprägt. Doch im Durchschnitt aller über die Krankenkasse abgerechneten Medikamente lagen die Verkäufe Mitte März um 25 Prozent höher als sonst.

Bereits eine Woche nach Verhängung des Lockdown sackte die Verkaufskurve dann förmlich ab. Während
des Lockdown und der darauf folgenden Wochen waren die Bezüge unterdurchschnittlich, Anfang Juni gar 35 Prozent tiefer als sonst.

Die Versicherung Helsana schliesst daraus, dass vor allem chronisch Kranke vor dem Lockdown die notwendigen Medikamente besorgt und in den folgenden Monaten von diesen Vorräten gezehrt haben. «Die generelle Empfehlung des Bundesrats, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden, und die prophylaktische Vorsorge dürften dazu geführt haben, dass die Patienten Vorratskäufe tätigten», sagt Eva Blozik, Leiterin Gesundheitswissenschaften bei Helsana. (Lesen Sie hier, wie Schmerzmittel wirken, warum man manche Tabletten «nüchtern» einnehmen soll – und weitere Antworten rund um Medikamente.)

Ob sich die Medikamentenkosten insgesamt übers Jahr hinweg im üblichen Rahmen bewegen, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Allerdings windet Helsana den Versicherten ein Kränzchen. Diese hätten ihre Medikamentenversorgung mit Weitblick getätigt. Einen grossen Teil der notwendigen Vorräte hätten sie bereits vor dem Lockdown angelegt. Trotz Unsicherheiten bezüglich einzelner Wirkstoffe seien weder «exzessive Hamsterkäufe noch abrupte Umstellungen auf andere Medikamente festzustellen».

Die Auswertung zeigt zudem, dass die im März geführte Kontroverse um gewisse Blutdrucksenker kaum einen Einfluss auf den Medikamentenkonsum der Patienten hatte. Die in den Medien kontrovers diskutierten Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer und Sartane seien nicht weniger bezogen worden als andere vergleichbare Blutdrucksenker.

Der für die experimentelle Behandlung von Covid-19 eingesetzte, aber umstrittene Wirkstoff Hydroxychloroquin wurde hingegen deutlich öfter im ambulanten Verkauf bezogen als in den Vorjahren. Trotzdem bewegte sich die Abgabe des zur Malariaprophylaxe und gegen Rheuma eingesetzten Mittels auf sehr tiefem Niveau, wie Beat Brüngger, Autor der Analyse, schreibt.

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