Switzerland

Papst Franziskus nominiert 13 neue Kardinäle und setzt damit klare Akzente

Die katholische Kirche versteht sich seit je als Weltkirche. Lange war ihre Führung aber dominiert von Italienern und anderen Europäern. Unter Franziskus wird sie nun zunehmend internationaler.

Der Washingtoner Erzbischof Wilton Gregory wird der erste Afroamerikaner im Kardinalskollegium.

Der Washingtoner Erzbischof Wilton Gregory wird der erste Afroamerikaner im Kardinalskollegium.

Andrew Harnik / AP

Papst Franziskus hat 13 neue Kardinäle nominiert. In einem Konsistorium am 28. November sollen sie «kreiert» werden, also in den Kardinalsstand erhoben werden. Wie schon früher hat Franziskus bei dieser Ernennung klare persönliche Akzente gesetzt. Die neuesten Ernennungen zeigen ein ähnliches Muster wie diejenigen früherer Jahre. Es kommen verstärkt Kirchenmänner und Ordensleute zum Zug, die sich in sozialen Fragen und für Menschenrechte engagiert haben. Zudem werden Geistliche aus – von Rom aus gesehen – fernen Ländern befördert. Zwar fehlen die Italiener nicht, doch historische Ansprüche auf ein Kardinalat von Bischöfen aus wichtigen Diözesen wie etwa Mailand werden erneut nicht berücksichtigt.

Franziskus bereitet die Wahl seines Nachfolgers vor

Das Führungsgremium der katholische Kirche wird unter Franziskus allmählich internationaler. Das ist überfällig und zwingend, versteht sich die Kirche doch als Universalkirche.

Der Papst hat bei der Ernennung von Kardinälen freie Hand. Er spurt mit diesen Beförderungen ein Stück weit die Wahl seiner Nachfolger vor. Ende November wird es 232 Kardinäle geben, 128 von ihnen sind dann weniger als 80 Jahre alt und damit bei einer Papstwahl stimmberechtigt. Die Mehrheit von ihnen, nämlich 73, wurde von Franziskus ernannt. 14 sind Italiener, 53 Europäer, 29 gelten als Kurienkardinäle mit Aufgaben im Vatikan.

Nach Herkunft und Werdegang eine auffällige Figur unter den neu ernannten Kardinälen ist etwa Cornelius Sim (69) aus dem Sultanat Brunei. Er war zuerst Erdöl-Ingenieur in den Diensten von Shell, dann wurde er Theologe und der erste katholische Bischof in dem vorwiegend islamisch geprägten Erdöl-Kleinstaat. Oder auch Antoine Kambanda (61) aus Rwanda, der beim Völkermord von 1994 fast seine gesamte Familie verloren hatte. Als Caritas-Direktor, Moraltheologe und Bischof war er praktisch und theoretisch mit der Aufarbeitung des Grossverbrechens und dem Wiederaufbau der rwandischen Gesellschaft beschäftigt.

Erster afroamerikanischer Kardinal

Der Afroamerikaner Wilton Gregory (72), Erzbischof von Washington, wird der erste schwarze Amerikaner im Kardinalskollegium. Aus aussereuropäischen Ländern kommen auch der Filipino José Fuerte Advincula (68) und der Mexikaner Felipe Arizmendi Esquivel (80); beide haben sich für die Belange der Urbevölkerungen in ihren Ländern eingesetzt. Celestino Aos Braco (75), nach seiner Herkunft ein Spanier, spielte eine wichtige Rolle bei der verspäteten Bewältigung des Missbrauchsskandals in Chile, wo der Papst selbst eine unglückliche Figur gemacht hatte.

Der Maltese Mario Grech (63) gilt als Vertreter einer Kirche, die gesellschaftlichen Wandel zur Kenntnis nimmt und sich nicht hinter Dogmen verschanzt. Sechs der Ernannten sind Italiener. Augusto Lojudice (56) und Silvano Tomasi (80) haben sich mit Migranten und Randgruppen befasst. Marcello Semeraro (73) hat kürzlich die Kongregation für die Heilig- und Seligsprechungen übernommen und rückt darum von Amtes wegen zum Kardinal auf. Die Genannten sind alle Bischöfe oder Erzbischöfe. Doch werden diesmal auch einfache Priester zu Purpurträgern ernannt: der Franziskaner Mauro Gambetti, mit 55 Jahren der Jüngste der Ernannten, der Kapuziner Raniero Cantalamessa (86) sowie der frühere Römer Caritas-Direktor Enrico Feroci (80).

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