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Paid Post: Der tägliche Gratis-Krimi: Teil 16

Fesselnder Lesespass mit «Hunkeler in der Wildnis». Jeden Tag einen neuen Teil zum Lesen!

Liebe Leserinnen und Leser!

In schwierigen Zeiten wie diesen ist vor allem eines wichtig: Zusammenhalt und das Wissen, nicht alleine zu sein. Und was verbindet mehr, als gemeinsam für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen und auf eine gemeinsame Phantasiereise zu gehen?

Zusammen mit dem Diogenes Verlag schenkt 20 Minuten deswegen allen Menschen in der Schweiz jeden Tag ein Stück spannender Literatur zum gemeinsamen Schmökern. Wir publizieren täglich kostenlos ein Kapitel des fesselnden Krimi-Romans «Hunkeler in der Wildnis» des Aarauer Schriftstellers Hansjörg Schneider.

Lasst euch vom Lesevergnügen packen, teilt es mit euren Liebsten und vergesst nicht auf die kleinen Freuden im Leben. Bleibt gesund und passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Du warst nicht von Anfang an dabei? Kein Problem, hier findest du alle Kapitel.

Teil 16:

Am nächsten Sonntagmorgen betrat Hunkeler aufs Neue den Kannenfeldpark. Es war genau eine Woche her, seit er die Leiche von Heinrich Schmidinger gefunden hatte.

Er war am Vorabend, von innerer Unruhe bedrängt, nach Basel zurückgefahren und hatte in seiner Wohnung geschlafen, die eher einem Glutofen glich als einem kühlen Nachtlager. Denn Basel lag nun einmal am Ende der Oberrheinischen Tiefebene, wo die Sommerhitze von Schwarzwald und Jura gestaut wurde. Weshalb sich die Bevölkerung, die aus irgendeinem Grund nicht verreisen konnte, an den Abenden zu Tausenden in den Rhein stürzte, um sich ein bisschen abzukühlen.

An diesem Morgen betrat er den Park von der Flughafenstraße her. Er wollte die Kastanienallee durchwandern, die zu Erkans Café führte.

Diese Allee erinnerte ihn stets an den Prozessionsweg des toten Pharaos Chephren im ägyptischen Giseh, vom Taltempel an der Sphinx vorbei hinauf zur Pyramide, wo der Leichnam bestattet worden war. Hunkeler hatte Giseh in seinem langen Leben mehrmals besucht, immer wieder hingerissen von der unglaublichen Schönheit des Ortes. Die Sphinx, aus dem Wüstenboden gehauen, das geheimnisvolle Urtier mit Menschenkopf, lang hingestreckt vor den drei Pyramiden des Cheops, des Chephren und des Mykerinos. Der Inbegriff der organisch gewachsenen, rätselhaften Vorzeit vor der Abstraktion der vollkommenen Dreiecke, mit denen die alten Ägypter und später das Griechenland des Pythagoras und des Archimedes die Welt aus den Angeln hoben.

Es war tatsächlich schön kühl unter dem Laub der Kastanien. Das Licht gedämpft, das Atmen fiel leicht. Und durchs Auge schleicht die Kühle sänftigend ins Herz hinein. Das war vom alten Goethe. Hunkeler grinste, er war eben doch ein Poet.

Er kam am Ehrenmal der französischen Gefallenen der letzten drei Kriege vorbei. Deutsch-Französischer Krieg, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg. Und stets war es ums Elsass gegangen. Das Mahnmal bestand aus einem querliegenden Sarkophag und einem vier Meter hohen, dicken Obelisken. Eine deprimierende Scheußlichkeit, ebenso scheußlich wie der Tod von Millionen unschuldiger uniformierter Menschen.

Er suchte die Umgebung ab, ob er einen seiner ehemaligen Kollegen entdeckte. Korporal Haller in einem Gebüsch. Detektivwachtmeister Lüdi, als Jogger verkleidet. Kommissär Madörin durchs Gras schleichend, um eine Spur von Schmidingers Mörder zu erschnüffeln. Aber nein, das war ja alles Quatsch. Die Untersuchungen vor Ort waren längst abgeschlossen, der Technische Dienst hatte sich zurückgezogen.

Er schaute hinüber zum Schuppen der Stadtgärtnerei. Dort war alles ruhig. Eine alte Linde wuchs dort mit ausladenden Ästen, die bis ins hohe Gras hinabreichten. Er ging hin und schlüpf‌te hindurch in den Raum unter dem Laubdach. Eine wohltuende Kühle empfing ihn, wie in einem Dom, in einer Kathedrale, einem Münster. Ein Duft von Lindenblüten, betörend süß. Er blieb eine Weile ruhig stehen und schaute hinauf ins Geäst. Mehr von diesem Duft, dachte er, von dieser Kühle, von diesem dunklen Grün.

Er trat zur alten Friedhofsmauer, die unter dem Laub hindurchführte. Sie bestand aus Kalkquadern, in einem Steinbruch des Juragebirges gebrochen. Eine wunderschöne Mauer war es, jeder einzelne Stein ein Unikat, das sich in Farbtönung und Form unterschied.

An einer Stelle fehlten einige Steine. Jemand hatte sie vor Jahren oder Jahrzehnten herausgebrochen, so dass eine Lücke entstand, die leicht zu übersteigen war. Durch diese Lücke sah Hunkeler in einen blühenden Rosengarten hinein. Dort stand Ruth Mangold, die Frau von Heinrich Schmidinger, die jetzt Witfrau war, gekleidet in eine graue Bluse und enganliegende graue Hose, hochaufgerichtet, mit ephebenhaft schmalen Hüften. Sie hatte eine Rebschere in der Hand. Sie bückte sich, schnitt eine weiße Rose ab, schaute zur Linde hinüber und ging zurück ins Haus.

Die nächste Portion Lesevergnügen folgt morgen. Du findest sämtliche Kapitel hier im Kanal: 20min.ch/diogenes

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