Switzerland

Oberlin redet erstmals seit seinem Wechsel zu Bayern: «In Basel habe ich den Spass verloren!»

Dimitri Oberlin, Sie haben es vor einer Woche ins Kader von Hansi Flick bei Bayern geschafft. Leider hats nicht zu Ihrem Bundesliga-Debüt gereicht. Enttäuscht?
Dimitri Oberlin: Nein. Natürlich hätte es mich gefreut, wenn ich zum Einsatz gekommen wäre. Aber schon nur dabei sein zu können, war toll für mich.

Neben welchem Bayern-Star sind Sie in der Garderobe gesessen?
Neben keinem (lacht). Wir hatten eine zweite Garderobe für alle Ersatzspieler. Wegen Corona.

Wär wahrscheinlich auch nicht so besonders gewesen. Sie werden den Bayern-Superstars an der Säbener-Strasse ja öfters über den Weg laufen.
Nein. Normalerweise trainiert die 2. Mannschaft zwar am selben Ort. Aber wegen Corona sind wir nun auf dem Campus, da die erste Mannschaft wegen der geforderten Distanz auch unsere Garderobe benötigt.

Haben Sie also vor dem Match-Tag zum ersten Mal mit Neuer, Müller, Kimmich, Sané & Co. trainiert?
Ja. Und ich war beeindruckt. Auch wenn es nach dem Champions-League-Spiel gegen PSG eine lockere Einheit war, merkt man sofort, dass hier die wohl beste Mannschaft der Welt am Werk ist. Wer da einmal mittrainieren durfte, will unbedingt wiederkommen. Präzision und Tempo waren bei jeder Übung imposant.

Tempomässig sollten Sie aber locker mithalten können. Sind Sie eigentlich schneller als Davies oder Coman?
Wir sind doch nicht in der Schule und stoppen uns beim 80-Meter-Sprint. (Lacht.) Aber ich gehöre sicher zu den Schnellsten.

Ihr Alltag ist aber Bayern II und Abstiegskampf in der 3. Liga. Warum haben Sie vom FC Basel in die 3. Bundesliga gewechselt?
Weil ich beim FCB ein halbes Jahr nicht mehr spielen durfte. Als das Angebot von Bayern II gekommen ist, musste ich nicht lange überlegen. Ich wollte unbedingt wieder Spielpraxis und Spass am Fussball haben. Der Wechsel war top, Bayern ist ein unglaublicher Verein. Professioneller gehts nicht.

Mit dem ehemaligen Bayern-Star Martin Demichelis haben Sie einen prominenten, neuen Trainer.
Ja. Er bringt viele neue Impulse in die Mannschaft. Ich hoffe, das schlägt sich nun auch auf die Resultate aus. Ich bin jedenfalls glücklich hier, arbeite hart und habe den Spass wieder gefunden.

Den Sie beim FCB verloren haben?
Ja.

Haben Sie noch Kontakt nach Basel?
Nur zu meinen ehemaligen Mitspielern Afimico Pululu und Aldo Kalulu.

Kalulu wurde kürzlich als Bananenpflücker bezeichnet …
… Dieser Spruch hat mir sehr wehgetan. Ich wollte mein Mitgefühl zu Aldo zeigen. Deshalb habe ich auch sofort auf Twitter reagiert. Es ist sehr traurig und unverständlich, dass so etwas in der Schweiz im Jahr 2021 noch vorkommt.

Trainer Ciriaco Sforza, der Sie aufs Abstellgleis gestellt hat, ist mittlerweile auch entlassen. Was sagen Sie dazu?
Da muss ich nichts sagen.

Und zu seinem Nachfolger Patrick Rahmen?
Ihn zum Cheftrainer zu machen, war sicher eine gute Entscheidung.

Warum hatten Sie unter Sforza keine Chance mehr?
Ich weiss nicht, warum ich nie spielen durfte. Das ist aber schon vielen Fussballern passiert. Ich habe mich aber oft gefragt, was ich nur falsch mache. Eine Antwort habe ich keine gefunden.

Es hiess damals, Ihre Disziplin liess zu Wünschen übrig.
Es hiess das und das. Man kann alles über mich erzählen, wenn man will. Fakt ist, dass ich nicht die Möglichkeit bekam, mich zu zeigen. Und als ich beim FCB noch gespielt und Tore erzielt hatte, drei davon auch in der Champions League, hatte ich nie so was über mich gehört oder gelesen. Dabei habe ich mich immer gleich verhalten.

Wie war das mit der Hotelparty im November in Zürich, bei der Sie anscheinend teilgenommen haben? Sie meinten daraufhin, Sie hätten bloss ein Geschenk vorbeigebracht…
… Ich wollte mich damals gar nicht dazu äussern. Es hätte nur ein Ping-Pong gegeben: Einer sagt das, der andere jenes. Ich bleibe bei meiner Aussage von damals. Und lassen wir das doch jetzt – das ist vorbei.

Dann reden wir über die Zukunft. Ihr Vertrag mit Bayern läuft im Sommer aus. Was kommt dann?
Ich weiss es noch nicht. Aber es beschäftigt mich auch noch nicht. Ich bin erst 23, ich will jetzt spielen, spielen, spielen, um wieder auf mein altes Level zu kommen. Das ist das Wichtigste.

Blöd, war Knipser Robert Lewandowski verletzt, als Sie im Bayern-Training waren. Sie hätten bei ihm sonst Unterricht beim Toreschiessen nehmen können.
Ich kann von jedem einzelnen Bayern-Spieler lernen, nicht nur von Lewandowski. Aber Sie haben recht: Die Tore fehlen mir noch. Aber die werden kommen, wenn ich so weitermachte.

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