Switzerland

Obergericht Zürich: Untermieterin erwürgt, dann an Leiche vergangen

Es war ein ungewöhnlicher Fall, mit dem sich das Bezirksgericht Zürich vor eineinhalb Jahren befassen musste: Nicht nur hatte der Beschuldigte behauptet, er sei von einer «oberen Macht» geleitet worden, sondern er hatte sich nach der Tat auch an der Leiche sexuell vergangen. Nun ist der 36-jährige Westschweizer auch vom Obergericht verurteilt worden.

Das Opfer war eine 28-jährige Französin. Sie war eine gut ausgebildete Pariserin mit einem Abschluss in Ökonomie und freute sich auf den neuen Job bei einer renommierten Beratungsfirma in Zürich. Bei der Suche nach einer Möglichkeit, zur Untermiete in Zürich zu wohnen, hatte sie sich drei Monate vor ihrem Tod auf ein Inserat gemeldet, das der Westschweizer aufgegeben hatte.

Streit eskalierte

Er war ein IV- und Sozialhilfebezüger, der seit Jahren nicht arbeitete und psychisch schwer krank ist. Schon bald kam es in der Wohnung im Balgristquartier zu heftigen Streitereien zwischen den beiden. Im September 2016 gerieten die beiden wieder aneinander. Dieses Mal eskalierte die verbale Auseinandersetzung. Der Mann erwürgte die junge Frau. Nach der Tat verging er sich sexuell an der Leiche.

Das Bezirksgericht Zürich ordnete für den Mann eine stationäre Massnahme an – eine kleine Verwahrung. Der Gerichtspsychiater hatte eine schwere psychische Erkrankung diagnostiziert. Der Mann leide an Schizophrenie und sei nicht schuldfähig. Die vorsätzliche Tötung war für das Gericht demzufolge im Zustand der nicht selbstverschuldeten Schuldunfähigkeit begangen worden.

Störung des Totenfriedens

Die Richter entschieden, dass der Mann bis zum Eintritt in eine psychiatrische Klinik in Sicherheitshaft bleibt. Beim zweiten Anklagepunkt bezüglich der Störung des Totenfriedens kam das Gericht zum Schluss, dass der Schweizer erheblich vermindert zurechnungsfähig war. Es bestrafte ihn dafür mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten.

Dagegen wehrte sich der Beschuldigte vor Obergericht. Es habe sich um eine fahrlässige Tötung gehandelt. Er sei aber freizusprechen, es sei eine gerechtfertigte Notwehr gewesen. Zudem sei die Leichenschändung tiefer zu bestrafen und auf die Anordnung einer stationären Massnahme sei zu verzichten.

Rückfallrisiko vermindern

Darauf ging das Obergericht nicht ein, wie aus dem schriftlich verschickten Urteil steht. Es folgte vollumfänglich der Vorinstanz. Das heisst, der Westschweizer wird in einer geschlossenen Klinik untergebracht und dort therapeutisch behandelt. Dabei steht nicht die Heilung der psychischen Störung im Vordergrund, sondern die Deliktprävention, also die Verminderung des Rückfallrisikos. Dieses ist laut dem psychiatrischen Gutachten in Situationen hoch, in denen der Mann überfordert ist. Er sei aber behandelbar.

Vor dem Bezirksgericht und in der Untersuchung hatte der Beschuldigte gesagt, dass er die Frau nicht habe töten wollen, sondern nur «beruhigen». Sie habe ihn beleidigt und gesagt, dass er einen kleinen Schwanz habe und schwul sei. Er sei nutzlos, habe keinen Beruf und sei für nichts gut. Sie habe ihn angegriffen.

«Erleichterung nach Würgeattacke»

Diese Kränkungen hätten ihn aus dem Gleichgewicht gebracht. Eine «obere Kraft» habe ihn geleitet, sie sei wie ein Donner oder Blitz über ihn gekommen. Nach der Würgeattacke habe er eine Erleichterung gefühlt und die Situation habe sich gelöst: «Ich war nicht mehr im Normalzustand.» Sein damaliger Verteidiger bezeichnete den Tod als «tragischen Unfall», die Frau habe den Mann angegriffen. Sein Mandant habe in Notwehr gehandelt.

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