Switzerland

Nur vier Abfallsäcke pro Jahr: Aargauer Familie lebt fast ohne Abfall

«Das Wichtigste zuerst: Jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein guter Schritt: Niemand soll sich davon einschüchtern lassen, wie wir heute leben», sagt Zero-Waste-Bloggerin Tanja Suter (37) aus Mülligen AG. Denn auch sie hätten zuerst mit kleinen Schritten angefangen, weniger Abfall zu produzieren.

Heute lebt Suter gemeinsam mit ihrem Ehemann Chris (43) und ihrem Sohn (11) und der Tochter (7) so ökologisch, wie es ihnen möglich ist. «Viele werfen mir vor: Wenn ihr nicht vegan lebt, bringt das ja alles nichts. Ich finde, das stimmt so nicht, denn jeder noch so kleine Massnahme zählt für mich», erklärt sie.

Von einem «normalen» Haushalt sind sie nun zu einer Familie geworden, die nur viermal im Jahr einen 35-Liter-Abfallsack füllt.

Juckende Kopfhaut war der Auslöser

Mit dem Zero-Waste-Lifestyle begonnen hat die Familie 2018 – und zwar im Bad. Die gelernte Augenoptikerin, die heute 80 Prozent als Informatikerin in der Geschäftsleitung eines IT-Unternehmens tätig ist, juckt es nach dem Haarewaschen auf der Kopfhaut. Sie beginnt, sich zu informieren, und liest darüber, dass man auch ganz ohne Shampoo leben kann.

Das scheint ihr dann aber doch «zu heftig», wie sie erzählt, und so versucht sie es mit Natron und Apfelessig, über das sie im Internet viel Gutes las. Nach zwei Tagen ist der Juckreiz weg. Bei ihrer Recherche stiess sie auf immer mehr Geschichten, was man fast alles selber machen und damit weniger Abfall produzieren kann.

«Man soll nur das ändern, mit dem man sich wohlfühlt»

Die Zero-Waste-Bloggerin empfiehlt, sich als Erstes den Abfall anzuschauen und dann konkret zu entscheiden, was sich eliminieren lässt. Bei Suters waren es die Milchpackungen. Sie hat sich umgeschaut und fand einen Bauern mit Milchzapfsäule, bei der man Milch selber abfüllen kann. Das passte für sie. Denn sie findet: «Man soll nur das ändern, mit dem man sich wohlfühlt – sonst wird es zum Stress und man hält es nicht lange durch.»

«Einkaufen gehe ich mittlerweile eigentlich in meinem Keller», erzählt Suter lachend. Denn sie kauft vieles auf Vorrat oder stellt es selber in grösseren Mengen her. Einmal pro Woche geht sie in den grossen Hofladen einkaufen, wo sie Gemüse, Mehl, Essig und Fleisch holt. Die Milch und Eier holt sie beim Bauern im Dorf, und alle zwei Monate fährt sie in einen Unverpackt-Laden, um Trockenwaren zu kaufen.

Selbstgemachter Pasta-Turm

«Bei uns lieben alle Pasta, und ich wollte keine Teigwaren, deren Hartweizengriess in den USA hergestellt wird», erzählt Suter. Darum begann sie, Pasta mit Mehl aus einer Mühle aus der Region selber herzustellen. Schnell merkte sie, dass sich auch hier grössere Mengen lohnen. «Als ich meinen ‹Pasta-Turm› auf meinem Blog vorstellte, bekam ich viele Rückmeldungen.»

Und so sieht der Pasta-Turm aus: Auf einem Rollwagen steht oben die Pasta-Maschine. Unten hat es Körbe, in denen die unterschiedlichen Teigwaren trocknen und lagern. Aus einem Kilo Mehl stellt sie ein Tablett voll Pasta her. «Dadurch, dass ich immer gleich grössere Mengen produziere, habe ich im Alltag schnell ein Essen parat», so die Familienmutter.

Vorräte anlegen wie früher

Wenn im Sommer die Tomaten reif sind, kocht sie gut und gerne 40 Kilo Tomaten ein. Das ergibt einen Jahresvorrat. «Klar, in dem Moment ist es viel Arbeit, dafür kann ich ein ganzes Jahr profitieren – und vor allem weiss ich ganz genau, was für feine Zutaten da drin sind», erklärt sie. «Wir haben einen Garten, und es gilt das System: Es kommt, was kommt», erzählt sie lachend. «Aber bei Beeren und Kräuter sind wir Selbstversorger.»

Neben Teigwaren und Tomatensauce macht sie Brot, Senf und Mayonnaise immer selber. «Mayonnaise ist so rasch gemacht, da ich die Zutaten eigentlich immer zu Hause habe. Für uns ist es mittlerweile aufwendiger, dafür in einen Laden zu fahren, als es selber zu machen», erklärt Suter.

Vieles habe am Anfang einfach ein bisschen Mut oder Neugierde gekostet. Mut, im Laden einfach zu fragen, ob man es im Beutel oder ins Wachstuch abgepackt haben könnte. Neugierde beim Umstellen auf Stofftaschentücher und Stoffbinden. «Ich fand die Vorstellung gruusig, aber dann habe ich es ausprobiert, und heute möchte ich es nicht mehr anders haben», sagt sie.

«Wir missionieren nicht mit unsere, Abfall-Verzicht»

«Die Kinder leben das einfach mit. Wir haben nie gesagt, dass sie das müssen», sagt Suter. Ihre Tochter sei sehr kreativ, da sei es unmöglich, keinen Abfall zu produzieren. Natürlich marschierten auch ihre Kinder mit dem neusten Spielzeug-Katalog an. «Wir schauen das gemeinsam an, und ich zeige ihnen Alternativen auf. Statt dem gefühlt tausendsten Lego-Set gibts zum Beispiel einen Familienausflug ins Legoland.»

Grundsätzlich leben sie und ihr Mann den Kindern ihre Lebensweise vor, und diese nehmen davon, was sie möchten. «Wir missionieren nicht mit unserem Abfall-Verzicht – weder bei unseren Kindern noch sonst in der Familie», so Suter.

Einen Einfluss haben sie trotzdem: Gotte und Göttis verpacken die Geschenke in Stoff, und ihre Mutter entschuldigt sich jedes Mal, wenn sie etwas im Plastiksack vorbeibringt. «Und ich sage ihr jedes Mal: Wir leben so, ihr müsst das nicht.»

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