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Null Emissionen bis 2050: Japan beschleunigt seine Klimaziele

Bisher galt die ostasiatische Industrienation als zögerlich im Klimaschutz. Der neue Regierungschef Yoshihide Suga will nun den Kohlendioxidausstoss schneller senken.

Das Kohlekraftwerk «Nakoso IGCC Power GK», das dem Land geholfen hat, nach der nuklearen Tragödie in Fukushima von 2011 die Lichter am Leuchten zu halten, erschwert den Umstieg auf grüne Energie erheblich. Aufgenommen in Iwaki, Fukushima.

Das Kohlekraftwerk «Nakoso IGCC Power GK», das dem Land geholfen hat, nach der nuklearen Tragödie in Fukushima von 2011 die Lichter am Leuchten zu halten, erschwert den Umstieg auf grüne Energie erheblich. Aufgenommen in Iwaki, Fukushima.

Noriko Hayashi / Bloomberg

Japans neuer Ministerpräsident Yoshihide Suga will sich zu Amtsbeginn als umweltfreundlicher Reformer in Szene setzen. Am kommenden Montag wird er in seiner ersten Grundsatzrede ankündigen, dass Japan seine Treibhausgasemissionen wie die Europäische Union bis 2050 auf null senken wolle. Dies berichten übereinstimmend japanische Medien.

Damit würde Suga die Klimaziele der drittgrössten Volkswirtschaft drastisch verschärfen. Bisher hatte die Regierung lediglich versprochen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 netto, also abzüglich der Menge an Kohlendioxid, die beispielsweise Wälder speichern, nur um 80 Prozent zu senken.

Umweltschutzorganisiationen kritisierten Japan wegen des vagen Ziels als zögerlich. Besonders übel stiess Experten auf, dass Japan dabei anders als viele Staaten in der EU bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts an Kohle als Energieträger festhalten wollte. Das bedeutet, dass Japans Emissionsausstoss einen Kurs verfolgt, bei dem sich die globale Temperatur um drei bis vier Grad erwärmen und damit das 2009 gesetzte globale Ziel von zwei Grad Celsius drastisch verfehlen würde.

Mit einer Kurswende wäre Japan nun nach China der zweite Grossverschmutzer, der gegenwärtig seine Klimaziele nachbessert. Chinas Staatschef Xi Jinping hatte im September vor der Uno-Generalversammlung versprochen, dass sein Land vor 2060 die Kohlendioxidemissionen auf null senken werde. Die Europäische Union hatte zuvor schon versprochen, die Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf «praktisch null» zu senken.

Japan muss seine Energiestrategie ändern

Doch nun möchte Japan offenbar nicht mehr hinter den anderen Ländern zurückstehen. Das Land habe fünf Jahre in Folge seine Emissionen gesenkt, sagte der Kabinettamtschef Katsunobu Kato auf einer Pressekonferenz, und wolle weiterhin eine aktive Rolle bei diesen Bemühungen spielen. In Japan fragen sich die Medien allerdings, wie die Regierung die neuen Versprechen erfüllen will. «Um den hohen Zielen gerecht zu werden, wird Japan gezwungen sein, seine Industriestruktur zu verändern», urteilte die Wirtschaftszeitung «Nikkei».

Die linksliberale «Asahi» gab zu bedenken, dass das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) nun die Energiestrategie des Landes grundsätzlich überarbeiten müsse. «Das Meti dürfte gezwungen sein, den Anteil erneuerbarer Energien, der niedriger ist als in den grossen europäischen Ländern, zu erhöhen und die Zusammensetzung der Energiequellen zu überprüfen», so «Asahi». Dabei dürften eine weitere Reduzierung von Kohlekraftwerken sowie die Rolle der Kernkraft wichtige Diskussionspunkte sein.

Bei einem Besuch der Insel Hashima, welche in der Nähe der Stadt Nagasaki liegt, besichtigen Touristen zerstörte Gebäude. Die Insel war bekannt für ihre unterseeischen Kohleminen, die während der Industrialisierung Japans betrieben wurden. Als 1974 die Kohlereserven fast erschöpft waren, wurden die Minen geschlossen und alle Bewohner verliessen die Insel.

Bei einem Besuch der Insel Hashima, welche in der Nähe der Stadt Nagasaki liegt, besichtigen Touristen zerstörte Gebäude. Die Insel war bekannt für ihre unterseeischen Kohleminen, die während der Industrialisierung Japans betrieben wurden. Als 1974 die Kohlereserven fast erschöpft waren, wurden die Minen geschlossen und alle Bewohner verliessen die Insel.

Carl Court / Getty Images

Bis jetzt sieht die Energiestrategie des Landes vor, bis 2030 den Anteil von erneuerbaren Energiequellen von unter zehn Prozent vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 auf 22 bis 24 Prozent seines Energiebedarfs zu erhöhen. Derzeit stammen rund 17 Prozent aus grünen Quellen und davon rund die Hälfte aus Wasserkraftwerken. Zum Vergleich: In Deutschland liefern Sonne und Wind rund ein Drittel des Stroms. Im Gegensatz zu Deutschland hält Japan trotz der Atomkatastrophe an der Atomkraft fest. Allerdings soll ihr Anteil von 25 Prozent im Jahr 2011 bis 2030 auf 20 bis 22 Prozent sinken, der von fossilen Brennstoffen von 65 auf 56 Prozent. Darüber hinaus soll Energie gespart und eine Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden.

Experten kritisierten den Plan jedoch als wenig ambitioniert und unrealistisch. Besonders an der Wiederbelebung der Atomkraft bestehen Zweifel. Denn die Bevölkerung leistet nach der Atomkatastrophe zwar stillen, aber zähen Widerstand gegen die Wiederinbetriebnahme abgeschalteter Meiler.

Vom Mitläufer zum Führer?

Doch die Regierung folgte nur langsam dem Drängen ihres jüngsten Ministers, des 39-jährigen Shinjiro Koizumi, die Pläne zu revidieren. Zuerst setzte der Sohn des langjährigen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi die Forderung durch, dass in den kommenden Jahren 100 der dreckigsten Kohlekraftwerke stillgelegt und der Export von Kohlekrafttechnik in Schwellenländer erschwert werden solle.

Im Oktober kündigte dann der Meti-Minister Hiroshi Kajiyama in einem Interview mit der «Nikkei» an, dass Japan Sonne, Wind und andere erneuerbare Energiequellen auf einem höheren Niveau als andere Energiequellen zu einer Hauptstromquelle mache. Er wolle keine Obergrenze mehr festlegen. Ausserdem versprach Kajiyama ein grosszügiges Budget für die Entwicklung von Hochleistungsspeicherbatterien und Offshore-Windturbinen. Doch Details gibt es noch nicht.

Ein Blick auf Japans grösstes schwimmendes Solarkraftwerk «Yamakura Dam». Aufgenommen am 16. April 2019 in Ichihara.

Ein Blick auf Japans grösstes schwimmendes Solarkraftwerk «Yamakura Dam». Aufgenommen am 16. April 2019 in Ichihara.

Carl Court / Getty Images

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