Switzerland

Nottwil-Trainer Cabal war an der Handball-WM dabei: «Endlich sah die ganze Welt Andy Schmid»

Wann sind Sie von der WM in Ägypten in die Schweiz zurückgekehrt?

Ike Cabal: Am Dienstag Mittag. Aber ich hätte ja bis Mittwoch bleiben können (lacht).

Genau, Chile spielt am Mittwoch noch um Platz 27 gegen Kongo. Das gleichentags geplante Derby der Spono Eagles gegen Zug ist wegen des Verdachts auf einen Coronafall beim Gegner indes verschoben worden.

Zurückgekommen wäre ich sowieso, ausgemacht war, dass ich mit Chile während 15 Tagen an der Weltmeisterschaft bin. Auf Dienstag Abend war wieder das erste Training mit Nottwil anberaumt. Ich hatte grosse Lust auf das Spiel gegen Zug.

Platz 27 oder 28 für Chile. Wie beurteilen Sie die Leistung der Südamerikaner, mit denen Sie nun schon zum dritten Mal als Assistenztrainer an einer WM waren?

Die Möglichkeiten, in die Hauptrunde vorzustossen, wären sehr gross gewesen. Dafür hätten wir in der Vorrunde entweder gegen Nordmazedonien oder Ägypten gewinnen müssen. War das unser Ziel? Ja, aber darauf haben wir mehr gehofft, als dass wir es erwartet hätten.

Was hat für eine bessere Klassierung gefehlt?

Viele Dinge (lächelt). Wir müssen realistisch sein. Wir haben nur vier Profis im Team, zwei Akteure sind derzeit sogar ohne Vereinsmannschaft. Und jene, die in Chile engagiert sind, haben wegen Corona nicht optimal trainieren können. Bei Nationen wie Österreich und Nordmazedonien, gegen die wir mit zwei, beziehungsweise drei Toren verloren haben, ist dies ganz anders. Wir müssen deshalb zufrieden sein. Zumal wir unsere besten Spieler nicht wie an der letzten Weltmeisterschaft für die wichtigen Spiele geschont haben.

Weshalb?

Weil wir uns auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele im März vorbereiten. Schaffen wir es dort in der Gruppe mit Norwegen, Brasilien und Südkorea auf Platz zwei, wird Chiles Handball erstmals in der Geschichte an Olympia vertreten sein.

Wie erleben Sie die WM?

Das Niveau ist gut, obwohl viele gute Spieler auf eine Teilnahme verzichtet haben. Insgesamt aber war es komisch. Wegen Corona befanden wir uns in einer Bubble, waren im Hotel oder in der Halle. Nur einmal konnten wir uns aus 500 oder 1000 Metern Entfernung die Pyramiden anschauen und schnell ein Foto schiessen. Für einen Handball-Lover wie mich ist es eine gute Erfahrung, trotz des Stresses konnte ich viel lernen. Ich hatte einen Kaffee mit Schwedens Goalie Andreas Palicka, lernte Magnus Wislander, den Welthandballer des Jahrhunderts kennen und erhielt ein Dress von Kiril Lazarov. Mittlerweile habe ich über 300 Trikots in meiner Sammlung (lacht).

Wie sahen Sie die Schweiz?

Sie spielte ein sehr gutes, ein optimales Turnier. Es scheint, dass der Handball mit Andy Schmid noch eine Rechnung offen hatte. Endlich sah ihn die ganze Welt, und er konnte doch noch eine WM geniessen.

Nun richtet sich Ihr Fokus wieder auf Spono. Fällt das Umschalten schwer?

Nein, das ist überhaupt kein Problem. Ich war jeden Tag mit Mirco Stadelmann in Kontakt, bereitete die Trainings vor, erhielt Feedbacks. Nun müssen wir die Abwehr und das Gegenstossspiel weiter verbessern.

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