Switzerland

Notfallzulassung in den USA und anderen Ländern beantragt: Ist dieses Tessiner Medikament eine neue Waffe gegen Covid-19?

Die Entwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus harzt. Tatsächlich gibt es noch kein einziges wirksames Medikament gegen Covid-19, während rund um den Erdball bereits mehr als ein Dutzend Vakzine verimpft werden. Eine Tessiner Biotech-Firma hofft jetzt auf den Durchbruch. Das Corona-Medikament von Humabs Biomed mit Sitz in Bellinzona TI ist offenbar so wirksam, dass Notfallzulassungen in mehreren Ländern beantragt wurden. Das Antikörper-Therapeutikum soll 85 Prozent von Einweisungen in Spitäler und Todesfällen verhindern. Zudem mache es sogar Mutanten unschädlich.

Das Mittel mit der Bezeichnung VIR-7831, das früh im Krankheitsverlauf eingesetzt gehört, wird in den Muskel gespritzt. Es soll sowohl Jugendliche als auch Erwachsene vor schweren oder gar tödlichen Krankheitsverläufen bewahren. Die Tessiner haben Ende März eine Notfallzulassung für die USA beantragt und rechnen damit, diese in den nächsten Wochen zu erhalten. Das bestätigt Humabs-Geschäftsführer Filippo Riva gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Momentan wirke das Mittel «gegen alle bekannten Mutanten», so Riva. Zunächst werde die Zulassung für Länder mit hohen Erkrankungszahlen angestrebt. Er ist überzeugt: Sobald die USA grünes Licht geben, werde die Nachfrage stark ansteigen. «Wir haben genug Reserven, um auch Spitäler in anderen Ländern beliefern zu können.» Natürlich sei man auch daran interessiert, Schweizer Kliniken zu beliefern.

Entwicklung dank US-Mutterfirma

Der Wirkstoff ist ein Antikörper, der im Blut eines Patienten gefunden wurde, der 2003 an einer früheren Variante des Sars-Virus litt. Jahre später spürten Wissenschaftler in einer Blutspende des Mannes den Antikörper auf und bearbeiteten diesen technisch. Inzwischen sei der Nachweis erbracht, dass das neue Medikament auch gegen Sars-CoV-2 wirke und im günstigsten Fall die Infektion aufhält.

Humabs, seit 2017 Tochter der US-Biotechfirma Vir Biotechnology, beschäftigt 37 Mitarbeiter. Ohne tatkräftige Unterstützung der Amerikaner wäre es für das kleine Tessiner Biotechunternehmen niemals möglich gewesen, die Entdeckung so schnell zu entwickeln und an den Markt zu bringen. Das Mutterhaus Vir beaufsichtigt jetzt zusammen mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline die Notfallzulassung in den USA und anderen Ländern.

Die Übernahme durch Vir aus San Francisco erweise sich rückblickend als Glücksfall, sagt Riva: «Ohne eine amerikanische Mutterfirma würde sogar der wirksamste Antikörper im Pandemiefall im Kühlschrank bleiben.» Auch sei die Akzeptanz von Antikörpern - abgesehen von Krebstherapien - in der Fachwelt hierzulande noch gering. (kes)

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