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Nordkorea meldet ersten Covid-19-Todesfall – und reagiert scharf

Kim Jong-Un und die Liebe zur Rakete

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Nordkorea könnte nach Einschätzung der USA noch in diesem Monat seinen ersten Atomwaffentest seit 2017 vornehmen. Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums sagte am Freitag, Nordkorea bereite derzeit sein Atomtestgelände Punggye-ri vor.

Nordkorea hat einen ersten Todesfall im Land nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Ende April seien sechs Menschen mit Fieber gestorben, das sich aus noch ungeklärter Ursache explosionsartig im ganzen Land ausgebreitet habe, berichteten die Staatsmedien am Freitag. Bei einem der Opfer sei die Omikron-Subvariante BA.2 nachgewiesen worden.

Jetzt auch mit Maske: Staatsführer Kim Jong-un.

Jetzt auch mit Maske: Staatsführer Kim Jong-un.Bild: keystone

Erst am Vortag hatte das abgeschottete und autoritär regierte Land zum ersten Mal offiziell seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt. Die unbestimmte Zahl von Fällen trat demnach in Pjöngjang auf.

Mehr als 350'000 Menschen entwickelten den Berichten zufolge innerhalb kurzer Zeit das Fieber unbekannten Ursprungs. Bei über 162'000 von ihnen sei es wieder vollständig abgeklungen. Es würden aber noch fast 188'000 in Quarantäne befindliche Patienten behandelt. Unklar blieb zunächst, wie viele sich tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert haben.

«Ernsthaftester Notfall des Staats»

Die Zahlen deuteten nach Meinung von Beobachtern das potenzielle Ausmass des Corona-Ausbruchs in dem Land an. Experten hatten schon länger gewarnt, Nordkorea könne wegen seines unzureichenden Gesundheitssystems nur schwer mit einem grösseren Ausbruch fertig werden. Nordkorea selbst sprach vom «ernsthaftesten Notfall des Staats».

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Donnerstag einen landesweiten Lockdown angeordnet. Alle Städte und Landkreise sollten streng abgeriegelt werden. Wie die Menschen bei einer Ausgangssperre versorgt werden, galt als unklar. Grosse Teile der Bevölkerung in dem Land mit seinen knapp 26 Millionen Einwohnern sind nach Angaben von UN-Organisationen unterernährt.

Kim habe bei einem Besuch des staatlichen Epidemie-Präventionszentrums bemängelt, es gebe einen «verwundbaren Punkt» im bestehenden Notfall-Präventionssystem, berichteten Staatsmedien. Jede Arbeits- und Produktionsstätte sowie sämtliche Wohneinheiten müssten voneinander isoliert werden, wurde Kim zitiert. Er habe sich zuversichtlich geäussert, dass die zuständigen Stellen die «Quellen der Verbreitung der bösartigen Epidemie» auslöschen könnten.

Die kommunistische Führung hatte die Landesgrenzen wegen der Pandemie schon früh dichtgemacht, was sich auch stark auf den Handel mit China auswirkte. Im Januar dieses Jahres hatte China zunächst die Wiederaufnahme des Frachtverkehrs mit seinem Nachbarland bestätigt. Ende April wurde der grenzüberschreitende Eisengüterverkehr nach neuen Infektionsfällen in der chinesischen Grenzstadt Dandong jedoch wieder ausgesetzt. (sda/dpa)

Weisses Haus: Nordkorea könnte noch im Mai wieder Atomwaffe testen

Nordkorea könnte nach Einschätzung der US-Regierung noch in diesem Monat erstmals seit fast fünf Jahren wieder eine Atomwaffe testen. «Wir haben diese Informationen an unsere Verbündeten und Partner weitergegeben und stimmen uns eng mit ihnen ab», sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag in Washington. US-Präsident Joe Biden will noch im Mai nach Südkorea und nach Japan reisen, den beiden wichtigsten Verbündeten Washingtons in der Region.

Zuletzt hatte Nordkorea im September 2017 eine Atomwaffe getestet – es war der sechste solche Test. Biden-Vorgänger Donald Trump hatte mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erfolglos über eine nukleare Abrüstung verhandelt.

Nordkorea hat seit Beginn dieses Jahren mehrfach Raketen getestet, darunter auch eine Interkontinentalrakete. Erst am Donnerstag feuerte Nordkorea nach Angaben der südkoreanischen Streitkräfte von der Hauptstadtregion Pjöngjang aus drei ballistische Kurzstreckenraketen ins offene Meer ab. Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von atomwaffenfähigen Raketen voran. Das Land ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen. (sda/dpa)