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Nigeria: 69 Menschen sterben bei Protesten gegen Polizeigewalt

Bei Demonstrationen in Nigeria sind in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Dies gab Präsident Muhammadu Buhari am Freitag erstmals zu.

Unruhen in Lagos: Ausgelöst hatte die Proteste in Nigeria ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte.

Unruhen in Lagos: Ausgelöst hatte die Proteste in Nigeria ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte.

UnEarthical via REUTERS

Bei den blutigen Protesten gegen Polizeigewalt in Nigeria sind in den vergangenen Tagen 51 Zivilisten, 11 Polizisten und 7 Soldaten gestorben. Das sagte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari am Freitagabend laut einer Mitteilung – und gab damit erstmals zu, dass die gewaltsamen Ausschreitungen der vergangenen zwei Wochen für zahlreiche Menschen tödlich verliefen. Der Präsident sagte nicht, ob Sicherheitskräfte für die 51 toten Zivilisten verantwortlich seien. Er betonte aber, dass die 11 Polizisten und 7 Soldaten von den Demonstranten umgebracht worden seien.

Die #EndSARS genannten Proteste in Afrikas grösster Volkswirtschaft dauern bereits seit zwei Wochen an. Am Dienstag eskalierte die Lage, als in der Wirtschaftsmetropole Lagos vermutlich Sicherheitskräfte auf Demonstranten an einer Mautstelle schossen. Auch am Mittwoch und Donnerstag kam es in der Stadt trotz einer andauernden Ausgangssperre zu Demonstrationen und Gewalt, unter anderem in einem Gefängnis. Am Freitag blieb die Lage ruhig.

#EndSARS

International hagelte es zuletzt Kritik an dem brutalen Vorgehen von mutmasslichen Sicherheitskräften gegen Demonstranten, unter anderem äusserten sich UN-Generalsekretär António Guterres, der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

Ausgelöst worden waren die Proteste durch ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte. Unter dem Hashtag #EndSARS verbreiteten sich die Proteste schnell international und führten auch im Ausland zu Protestkundgebungen.

Häftlinge befreit

Präsident Buhari beklagte am Freitag, dass die Demonstranten ihre Proteste trotz der Auflösung der umstrittenen Eliteeinheit fortsetzen. Statt die Proteste abzusagen, hätten sie sich zu weiteren Aktionen ermutigt und seien allmählich gewalttätig geworden.

In der Mitteilung wurde nicht erwähnt, ob jemand für die Todesfälle zur Rechenschaft gezogen wurde. Es hiess aber, dass es weiterhin viele Sachbeschädigungen gegeben habe und dass während der Unruhen Tausende von Häftlingen aus den Haftanstalten befreit worden seien. Eines der grössten Gefängnisse in Nigeria war am Donnerstag in Brand gesteckt worden.

SDA

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