Switzerland

Neuinfektionen sinken trotz Lockerung: Nicht mal Koch weiss, warum

Zwei Wochen ist es her, seit so etwas wie Normalität zurückkehrte: Am 11. Mai durften die Läden wieder öffnen, die Kinder wieder in die Schule, und auch das Feierabendbier im Restaurant lag wieder drin. Und nach acht Wochen in den eigenen vier Wänden geniessen die Schweizer nun die wiedergewonnene Freiheit sichtlich: Strassencafés sind voll, Märkte gut besucht, die Naherholungsgebiete werden überschwemmt.

Beim Bund war man davon ausgegangen, dass in der Folge die Zahl der Corona-Neuinfizierten wieder leicht ansteigen würde – weil es immer schwieriger wird, die nach wie vor geltenden Abstandsregeln durchzusetzen.

Neuansteckungen sinken – aber warum?

Passiert ist das Gegenteil. Meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am 11. Mai noch 46 Neuansteckungen, waren es heute Montag noch 10. Ein Grund zur Freude – denn damit rücken weitere Lockerungen in Reichweite. Am Mittwoch soll im Bundesrat die Fünferregel (wonach im öffentlichen Raum nur fünf Leute zusammenkommen dürfen) fallen. Und Daniel Koch (65), der Mr. Corona des BAG, ist schon fast übermütig und stellt für Juli sogar Fussballmatches mit Publikum in Aussicht.

Ja, auch er freut sich. Gewissheit hat aber auch Koch nicht, dass die sinkenden Fallzahlen seinen Empfehlungen geschuldet sind. «Was genau dazu geführt hat, wissen wir nicht», sagte er bei der wöchentlichen Medienkonferenz auf eine BLICK-Frage. Wenn die Lockerungsschritte zu einer Erhöhung der Ansteckungen geführt hätten, würde man das jetzt sehen – die Inkubationszeit bei Corona liegt bei maximal 14 Tagen. Aber das ist nicht der Fall.

Saisonalität wie bei einer Grippe?

Doch die epidemiologische Kurve – also der Verlauf einer Pandemie wie Corona – wird laut Koch durch viele Faktoren beeinflusst: durch das Virus selbst, durch das Verhalten der Bevölkerung, durch die Massnahmen der Behörden und selbst durch die Jahreszeit. «Bei übertragbaren Atemwegserkrankungen gibt es meist eine Saisonalität», so Koch.

In der Tat: Grippeviren etwa sind hierzulande vor allem im Winter in Umlauf. Weil sie bei kalten Temperaturen und wenig Sonnenlicht besser überleben zum Beispiel. Und weil man im Winter viel mehr drinnen ist – und sich drinnen leichter ansteckt.

Kantone finden Infizierte schneller

Vielleicht, so Koch, sei das auch beim Coronavirus so. «Aber das wissen wir erst in einigen Jahren.» Was hingegen sicher ist: Neben dem Coronavirus gibt es derzeit keine anderen Viren, die Grippe-Symptome auslösen. Und deswegen ist es einfacher, die Coronafälle zu finden: Wer jetzt Husten und Fieber hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Corona infiziert.

Und das macht das Contact Tracing – die Rückverfolgung der Ansteckungsketten durch die Kantone – einfacher. Am Beispiel des Kantons Luzern kann man das gut erklären: Derzeit sind 14 Infizierte in Isolation und 12 Personen, die mit einem der Infizierten näheren Kontakt hatten, in Quarantäne. Sie können also kaum mehr jemanden anstecken.

Mr. Corona geht übrigens davon aus, dass die Fallzahlen in der Schweiz auch weiter sinken werden. Warum – eben, dass weiss auch er nicht genau.

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