Switzerland

Neue Studie zeigt: Landwirtschaft ist für viele Kantone ein Verlustgeschäft

(gb.) Knapp 4 Milliarden Franken zahlt der Bund jährlich für die Landwirtschaft – entweder direkt oder als Beiträge an die Kantone. Weitere rund 500 Millionen Franken berappen die Kantone und Gemeinden aus eigener Tasche. Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse hat in einer am Freitag veröffentlichten Studie untersucht, wie diese kantonalen und kommunalen Mittel eingesetzt werden und wo Unterschiede bestehen.

Das Fazit der Autoren: Für 23 Kantone resultiert ein Wohlfahrtsverlust. Das heisst: Die öffentlichen Ausgaben übersteigen die Nettowertschöpfung der Landwirtschaft. Am stärksten ist dieser Verlust in den Kantonen Bern und Graubünden. Die Berner Landwirtschaft habe zwar eine hohe Nettowertschöpfung, erhalte aber mit Abstand am meisten Geld vom Bund und generiere deshalb einen volkswirtschaftlichen Verlust, heisst es in der Studie.

Weniger Bürokratie und Nahrungsmittelproduktion

Die Kantone geben unterschiedlich viel Geld aus für die Landwirtschaft. Gemessen am Anteil dessen, was der Bund bereits an Beiträgen zahlt, ist der Kanton Genf am spendabelsten. Er stockt die öffentlichen Ausgaben für die Landwirtschaft um 58 Prozent auf, während Bern mit 8 Prozent am wenigsten zum gesamten Budget beiträgt. Bern erhält jedoch auch mit Abstand am meisten Transferzahlungen des Bundes.

Beim Grossteil der kantonalen Ausgaben handelt es sich gemäss der Studie um Beiträge an landwirtschaftliche Betriebe. An zweiter Stelle – und das kritisieren die Autoren – kommen Ausgaben für die Verwaltung und Behörden. Mit einem Abbau der landwirtschaftlichen Vorschriften könne der bürokratische Aufwand gemindert und den Landwirten mehr unternehmerischer Freiraum gewährt werden.

Die Denkfabrik geht aber noch einen Schritt weiter: Angesichts der Wohlfahrtsverluste, welche die Landwirtschaft generierten, sei über andere Bewirtschaftungsmethoden nachzudenken. «Die Nahrungsmittelproduktion ist nicht immer die volkswirtschaftlich sinnvollste Mittel gegen Vergandung», heisst es weiter. Es seien Methoden der Landschaftspflege zu wählen, die bei geringeren Kosten für die Steuerzahler zu gleichen Resultaten führten.

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