Switzerland

Neue Heimat in der Abgeschiedenheit: Zürcher Paar lebt in Schottland seinen Traum

Die Verkäuferin Bettina Fischer (53) und der Buschauffeur Roland Hächler (55) aus Volketswil ZH haben schon länger von der Selbständigkeit geträumt. Auf ihren Ferienreisen mit dem Camper schauten sie oft, wo sich vielleicht eine neue Existenz aufbauen liesse.

«Ich hätte mir gut vorstellen können, im Engadin einen Campingplatz zu betreiben. In der Schweiz ist das aber alles viel zu teuer», erzählt Fischer im Gespräch mit Blick.

Grundstück direkt am Meer und mit eigenem Land

Im Sommer 2018 reisten die beiden Blick-Leser für einen Monat nach Schottland und fanden Land und Leute interessant. Wieder zu Hause suchten sie im Internet nach Immobilien und besichtigten kurz darauf einige Objekte vor Ort.

«Wir wollten etwas Abgelegenes, direkt am Meer», erzählt Roland Hächler. Auf der Halbinsel Knoydart, an der Westküste Schottlands, wurde das Paar fündig. 42 Hektaren Land am Meer, ein eigener Wald und drei möblierte Häuser, die sich für ein eigenes kleines Bed and Breakfast eignen, liessen die Herzen des Schweizer Paars höher schlagen.

Für rund 950’000 Franken erwarb das Paar das Grundstück inklusive Liegenschaften. Seit Ende August 2019 leben sie mit ihren beiden Hunden Freddy und Yara in den Schottischen Highlands ihren Traum.

Viel Eigenleistungen und kreative Ideen

Um sich diesen Traum zu finanzieren, haben die Schweizer ihr Haus in Volketswil verkauft. Rund 15’000 Franken sowie viel Zeit und Herzblut hat das Paar investiert, um sein neues zu Hause für sich und Gäste gemütlich und hübsch herzurichten.

«Die Liegenschaften und das Mobiliar waren in recht gutem Zustand. Wir haben nur die Wände selber gestrichen, neue Böden verlegt und sonst noch ein paar Kleinigkeiten erneuert», so Roland Hächler.

Unterstützung bei der Renovierung hatte das Paar von Rolands Eltern, die für drei Wochen Anfang 2020 nach Schottland reisten.

Viele ausgediente Gegenstände aus den Häusern wurde aufgefrischt und wiederverwendet. Aus einem Hirschgeweih wurden beispielsweise originelle WC-Papierrollenhalter gefertigt. Sogar am Strand fanden sich Gegenstände, Abfall, den man noch gebrauchen konnte.

«Wir haben schon in der Schweiz immer vieles wiederverwertet und waren oft auf Flohmärkten», erklärt der ehemalige VBZ-Chauffeur Hächler. Kissenanzüge, Tischwäsche oder Sesselüberzüge hat Bettina Fischer selber genäht.

Essen aus dem eigenen Garten

Besonders viel Aufwand haben die Schweizer für die Umgebungsarbeiten betrieben und sogar eigene Wanderwege mit Brücken, Sitzplätze beim Haus und einen Gemüsegarten angelegt.

So viel wie möglich verwertet das Paar aus eigenem Anbau, um Mahlzeiten zuzubereiten. Fischer und Hächler legen auch Vorräte wie Confiture oder Chutney an. «Im letzten Jahr haben wir sogar Spargeln gefunden», sagt der Zürcher lachend.

Zum Grundstück, das bis zum Meer reicht, gehört auch eine Kapelle. Dort sind zwei kleinere und ein grösseres Doppelzimmer mit eigenen Bädern und ein offenes, grosses gemeinschaftlich genutztes Wohnzimmer mit Billardtisch und Bibliothek für die Feriengäste. Ein kleines separates Ferienhäuschen mit zwei Zimmern wird ebenfalls an Gäste vermietet. Im dritten Haus lebt das Paar mit seinen beiden Hunden.

Grosseinkäufe mit dem Boot

Gäste hatten die Schweizer coronabedingt bis jetzt erst wenige. «Wir hatten 2020 kaum Einnahmen, aber es war ganz gut, damit wir erst einmal etwas Erfahrung zum Start als Gastgeber sammeln konnten», sagt Fischer.

Die Zürcher haben sich in Sandaig gut eingelebt und haben gute Kontakte mit den etwa 130 Dorfbewohner von Inveri. «Wenn man Handwerker braucht, hilft es auch, wenn man die Sprache spricht und freundschaftlichen Kontakt mit den Einheimischen pflegt», weiss Hächler.

Der Fussmarsch ins Dorf mit Pub, Poststelle, wenigen Läden und einem Kaffee dauert rund eineinhalb Stunden. Eine einzige Strasse führt auf der autofreien Halbinsel zum Dorf und ist nur mit Bewilligung für Einheimische befahrbar. Grössere Einkäufe müssen die Schweizer gut planen und dafür mit dem Boot nach Mallaig, wo sich auch grössere Geschäfte finden. «Abgelegen und autark zu leben, ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance, Neues zu lernen und zu entdecken.»

«Solange wir berufstätig sind, möchten wir hier leben»

Das Paar liebt die Buchten und Strände und auch das raue Klima in der neuen Heimat. Im Winter sind über dem Meer traumhafte Sonnenuntergänge zu sehen und auch Hirsche, Wiesel oder Seehunde lassen sich immer wieder blicken.

Bettina Fischer und Roland Hächler unternehmen mit ihren Hunden gern ausgedehnte Wanderungen. Dafür hatten sie ohne Gäste reichlich Zeit. «Ich kenne inzwischen hier jeden Stein und wir haben schon viel entdeckt, das ich auch unseren Feriengästen zeigen möchte», freut sich Hächler. Und langsam kommen auch wieder Buchungen bei den Schweizern rein.

Sie schauen optimistisch in die Zukunft. Mit ihrem einfachen Leben in der Abgeschiedenheit hat sich das Paar mit seinem eigenen kleinen Bed and Breakfast den Traum der Selbständigkeit erfüllt. «Solange wir berufstätig sind, möchten wir hier leben. Vielleicht zieht es uns dann wieder in die Schweiz oder sonst in ein Land in Europa.»

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