Switzerland

Neue Corona-Mutation: Europa kämpft gegen die dritte Welle

Im Frühjahr brachten Lockdowns Erfolge, nun sinken die Zahlen nur langsam. Eine Übersicht.

Die Mutation breitet sich in Grossbritannien gefährlich aus: Ein Brite in London.

Die Mutation breitet sich in Grossbritannien gefährlich aus: Ein Brite in London.

Foto: Facundo Arrizabalaga (EPA)

Die neue Mutation des Coronavirus breitet sich mit hoher Geschwindigkeit aus. Mehrere Länder reagieren mit neuen Massnahmen auf die ansteckendere Variante. Doch nicht allen gelingt es, die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen.

Frankreich

Immerhin spazieren darf man: Paris am vergangenen Wochenende.

Immerhin spazieren darf man: Paris am vergangenen Wochenende.

Foto: Olivier Morin (AFP)

Vom 17. März 2020 an galt in Frankreich eine strenge Ausgangssperre, das sogenannte Confinement dauerte lange 55 Tage. Um vor die Tür zu gehen, mussten die Bürger sich eine Bescheinigung ausstellen lassen, selbst für den Gang zum Supermarkt. Spaziergänge waren nur einmal am Tag für eine Stunde erlaubt und auch dann nur in einem Radius von einem Kilometer rund um den Wohnsitz.

Der Erfolg war schnell greifbar; Spitäler wurden entlastet. Aber die Zahlen stiegen, und vier Monate nach Ende der ersten Ausgangssperre, Mitte September, war das französische Testsystem komplett überlastet. Ende Oktober setzte erneut eine Ausgangssperre ein, die bis Mitte Dezember dauerte.

Aktuell gilt in ganz Frankreich eine nächtliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Die Schulen sind geöffnet und Arbeitgeber verpflichtet, wo irgend möglich, ihren Angestellten die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Ob ein dritter strenger Anlauf kommt, entscheidet Präsident Emmanuel Macron.

Spanien

Hoffen auf den Impfstoff: Spanierinnen in Barcelona.

Hoffen auf den Impfstoff: Spanierinnen in Barcelona.

Foto: Josef Lago (AFP)

In Spanien brachte der Lockdown im Frühjahr anfangs den gewünschten Effekt, bis zum Beginn der Sommerferien blieben die Zahlen auf niedrigem Niveau. Gesundheitsminister Salvador Illa war anfangs stolz darauf, dass die Menschen sich «vorbildlich» an die Regeln gehalten hatten. Knapp sieben Wochen lang durften die Spanier nicht nach draussen; lediglich einkaufen und den Abfall wegbringen war erlaubt.

Doch als im September die Schulen wieder öffneten, gingen die Zahlen wieder hoch. Und sie stiegen weiter, obwohl die Politik die Massnahmen nach und nach verschärfte. Ein neuer Lockdown steht wohl dennoch nicht bevor. Zu verheerend waren die Folgen des ersten: Spaniens Wirtschaft brach im Jahr 2020 um zwölf Prozent ein. Es scheint, als wolle man nicht noch einmal «vorbildlich» sein in Europa.

Österreich

Auch in Österreich ist die Gastronomie kaltgestellt: Die Besitzerin eines zurzeit leeren Wiener Cafés.

Auch in Österreich ist die Gastronomie kaltgestellt: Die Besitzerin eines zurzeit leeren Wiener Cafés.

Foto: Alex Halada (AFP)

In Österreich gibt es mittlerweile den dritten Lockdown, dieser wurde kürzlich bis zum 7. Februar verlängert. Etwaige Lockerungen danach soll es nur geben, wenn die Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner, unter 50 gefallen ist. Obwohl die Regeln, mit umstrittenen Ausnahmen für den Wintersport, schon bisher relativ streng waren, sank die Zahl der Infektionen nicht merklich, sie liegt immer noch bei mehr als 1500 registrierten Ansteckungen pro Tag.

Eine gewisse Ratlosigkeit hat sich deshalb zuletzt breitgemacht. Nun werden die Massnahmen stattdessen noch einmal verschärft. FFP2-Masken werden in Verkehrsmitteln und Geschäften verpflichtend vorgeschrieben, dazu kommt ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Menschen. Ob und wie viel das helfen wird, bleibt dahingestellt. Allein in Wien stammten zuletzt offenbar bereits zehn Prozent aller überprüften Proben aus der mutierten, sich schnell verbreitenden Covid-Variante.

Grossbritannien

Die Lage ist katastrophal: Zwei Frauen in London.

Die Lage ist katastrophal: Zwei Frauen in London.

Foto: Tolga Akmen (AFP)

Besonders katastrophal ist die Lage wegen der Mutation in Grossbritannien; die Regierung steht massiv unter Druck. Die Infektionszahlen liegen bei knapp 40’000 am Tag. Zwar sind bis Montag etwa sechs Prozent der Bevölkerung mit einer ersten Dosis geimpft worden; in London sollen, um den Prozess zu beschleunigen, nun 24-Stunden-Impfzentren öffnen. Weil sich das Virus aber trotz des strengen Lockdown in Teilen des Landes weiter ausbreitet, hat die Regierung Ein- und Ausreiseregeln massiv verschärft: Zur Einreise ist jetzt ein negativer Test notwendig.

Gleichwohl müssen sich Ankommende nach ihrer Ankunft in zehntägige Quarantäne begeben – egal, woher sie kommen. Diese Selbstisolation kann frühestens vom fünften Tag an mit einem weiteren negativen Test beendet werden. Die Regelung soll bis mindestens Mitte Februar gelten. Damit will sich Grossbritannien auch vor der Einschleppung neuer Corona-Varianten schützen. Für Leute aus Brasilien, wo neue Varianten entdeckt wurden, und aus mehreren anderen südamerikanischen Ländern sowie Portugal gilt unterdessen ein komplettes Einreiseverbot.

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