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Switzerland

Neue Bedrohung für Unternehmen: Auch die Kriminalität wird digital

«Ein Diebstahl findet heute eher im Internet statt, als dass einem das Portemonnaie gestohlen wird», sagte Referent Bernhard Droz beim Wirtschaftsapéro der neuen Aargauer Bank (NAB) in der Schlösslistube der Brauerei Feldschlösschen. Unter Cyberkriminalität versteht die Polizei Delikte, die unter Ausnützung der Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden oder gegen diese gerichtet sind.

Auch an der Statistik liess sich erkennen, dass analoge Formen der Tatbegehung zunehmend zu digitalen Formen werden. 2017 waren insgesamt 2614 Fälle von Cyberbetrug und 1043 Fälle von Phishing gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist hoch. Nach Hochrechnungen sei schon jeder siebte Bürger in irgendeiner Form von Cybercrime betroffen, so Droz.

Ziel: Für Cyberkriminalität sensibilisieren

Die Organisatoren des Wirtschaftsapéros haben ein Händchen für spannende Themen und Orte mit passendem Ambiente. Vor zwei Jahren war der Anlass im Gesundheitszentrum Rheinfelden passend zum Thema Fachkräftemangel veranstaltet worden, vergangenes Jahr stilvoll im Hotel Schützen am Rande der Altstadt mit dem Thema Digitalisierung der Verwaltung.

Rund 120 Besucher waren diesmal der Einladung der Neuen Aargauer Bank und des Gewerbevereins Rheinfelden gefolgt. Mit dem diesjährigen Wirtschaftsapéro sollten die Gäste auf das Thema Cyberkriminalität sensibilisiert werden, sagte Moderator Linus Lori, Leiter Firmenkunden Fricktal bei der NAB.

Über den Umgang der Polizei mit Cyberkriminalität referierte Droz als Wachtmeister mit besonderer Verantwortung bei der Kantonspolizei Aargau und Projektleiter Cybercrime Center. «Es ist eine Tatsache, dass die Welt noch digitaler wird, als sie schon ist», sagte Droz. Dabei müssten auch die Risiken beachtet werden, da auch Kriminelle digitale Techniken zu nutzen wissen.

Cyberangriffe bedeuten heute schon eine Bedrohung für Unternehmen, wie Droz anhand einer Reihe von aktuellen Beispielen darstellte. «Am meisten Arbeit verursacht der Polizei aber der Cyberbetrug», sagte Droz. Betroffene sollten sich an die Polizei wenden, da diese nur bekannte Vorkommnisse verfolgen kann und auch für Prävention zuständig ist.

Dürfen Smartwatches und Handys mit an die Sitzung?

Der zweite Vortrag trug den Titel «Vermögensdelikte 4.0». Referent Urs Steiner bekämpft seit 2010 Betrugskriminalität bei der Credit Suisse AG. «Zum Täuschen gehört das Kennenlernen. Das Erste, das mir hier einfällt, sind die sozialen Medien», warnte Steiner davor, zu viele Daten im Internet preiszugeben.

Die Hauptaufgabe in der Bank ist das Aufdecken eines CEO-Betrugs, bei dem ein Täter als angeblicher Bevollmächtigter Zahlungen von einer Firma veranlasst. Für die Banken ist der CEO-Betrug schwer aufzudecken, da auch auf Rückfrage der Bank von den getäuschten Firmenmitarbeitern die Zahlungen als richtig bestätigt werden. Konkrete Tipps gab er, wie Unternehmen sich vor dem Ausspähen, dem CEO-Betrug und betrügerischen Rechnungen via E-Mail schützen können.

Die Gäste stellten den beiden Referenten im Anschluss zahlreiche Fragen den Schutz ihrer Daten im Internet betreffend. Ein Zuhörer wollte etwa wissen, ob man in sprachgesteuerten Autos noch Geschäftsgespräche führen könne. Droz warnte, dass sprachgesteuerte Autos natürlich mithören müssten und es immerhin zweifelhaft sei, ob das nicht aufgezeichnet werde.

Auf die Frage, ob Handys bei Sitzungen draussen bleiben sollten, antwortete Droz, dass das auch für Smartwatches und Notebooks gelten sollte. Raymond Keller, Präsident des Gewerbevereins, dankte den Referenten in seinem Grusswort, bevor der Apéro eröffnet wurde.

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