Switzerland

Netflix-Show «Love Is Blind»: Sie verloben sich, ohne sich je gesehen zu haben



(Bild: Netflix)
Umfrage

Hast du «Love Is Blind» auf Netflix gesehen?

Der Unterschied zu konventionellen Dating-Shows: Die Kandidaten und Kandidatinnen von «Love Is Blind» haben sich noch nie gesehen. Das heisst, dass Punkte wie Aussehen, Alter und Grösse keine Rolle spielen.

Das Experiment basiert gemäss dem Branchenportal Variety.com auf Studien, die beweisen sollen, dass die Bindung zwischen Partnern verstärkt wird, wenn sie die physischen Eigenschaften des Gegenübers nicht kennen.

Die 30 interessierten Hetero-Junggesellinnen und -gesellen daten in den sogenannten Pods, in denen sie vom anderen Geschlecht nur durch eine dünne Wand getrennt sind. Das Einzige, was sie von den anderen kennen, ist die Stimme.



(Bild: Netflix)

Sehen und anfassen darf nur, wer sich verlobt hat. Auffällig ist, dass nur die Männer den Frauen einen Antrag machen dürfen.

Danach gehen die frisch verlobten Paare auf eine einwöchige vorgezogene Hochzeitsreise, um zu checken, wie sie in der realen Welt miteinander harmonieren – und schliesslich heiraten sie.



(Bild: Netflix)

Es ist verblüffend, wie schnell und intensiv sich einige Paare kennen lernen. Obwohl manche Kandidaten versuchen, das Experiment mit Fragen zu Alter und Grösse zu boykottieren, entwickelt sich Smalltalk innerhalb von kurzer Zeit zu tiefgründigen Konversationen.

Es scheint unmöglich, aber nach fünf Tagen Power-Dating kommt es tatsächlich zum ersten Antrag und der ersten physischen Begegnung zwischen einem bald vermählten Paar.

Dabei wird das Experiment auf die Probe gestellt: Pheromone könnten schliesslich doch eine Rolle bei der Partnersuche spielen. «Normalerweise date ich ganz andere Männertypen», sagt zum Beispiel die 34-jährige Jessica, die statt eines 24-jährigen Mexikaners lieber einen starken, grossen 40-Jährigen vor sich hätte.



(Bild: Netflix)

Warum das Experiment trotzdem so gut funktioniert, erklärt Chris Coelen, der Schöpfer und Produzent von «Love Is Blind», im Interview mit «Variety». «Es soll nicht wichtig sein, wo du lebst, wie du aussiehst, wie alt du bist, wo du herkommst, zu welcher Klasse oder sozialen Struktur du gehörst. Du willst für das geliebt werden, was du wirklich bist.»

Die Teilnehmer haben laut Coelen teilweise noch nie so tiefgründige Gespräche gehabt.



(Bild: Netflix)

Ob es am Ende wirklich zu Hochzeiten kommt, ist nach den ersten fünf veröffentlichten Folgen nicht klar. Man bekommt aber ein Gefühl dafür, bei welchem Paar emotionale zu physischer Anziehung werden könnte.

Am Donnerstag werden vier weitere Episoden veröffentlicht. Darin ziehen die Paare zusammen und lernen Freunde und Familien ihrer zukünftigen Ehepartner kennen. Und am 27. Februar folgt die finale Folge mit dem vielsagenden Titel «The Weddings» («Die Hochzeiten»).


Neben der unrealistischen Erwartung, sich innerhalb von zehn Tagen in jemanden zu verlieben – geschweige denn sich zu verloben –, ist die Show laut Twitter-Usern nicht nur «dumm», sondern auch unglaublich sehenswert.

«‹Love Is Blind› ist die kitschigste und unangenehmste Show auf Netflix», schreibt dieser User, «ich wünsche mir drei weitere Staffeln.»

Der Moment, in dem zwei Unbekannte einander «ich liebe dich» sagen, ist dieser Userin anscheinend sehr unangenehm.

Hier wird kritisiert, was 20 Minuten auch aufgefallen ist: Schönheit soll zwar keine Rolle spielen, trotzdem stehen die Kandidaten und Kandidatinnen alle auf der klassisch attraktiveren Seite.


(kro)