Switzerland

Nati-Legende Lara Dickenmann macht Schluss: «Seltsam, dass sich kein Schweizer Klub meldete»

Sind Sie diese Woche eines Tages aufgestanden und sagten sich: «Das war es»?
Lara Dickenmann: Es war ein Prozess. Es hatte sich schon länger etwas abgezeichnet, dass es mein letztes Jahr sein könnte.

Wie hat sich das gezeigt?
Ich habe begonnen, mir Gedanken zu machen, was ich eigentlich nach der Karriere machen könnte. Und natürlich spüre ich das Alter. Die Regeneration dauert länger. Jetzt freue mich auf den neuen Lebensabschnitt. Selbst wenn ich jetzt nicht die Weltreise machen kann, die mir immer vorschwebte. Aber das lässt sich nachholen.

Sie hätten ja woanders weiterspielen können.
Es gab zwar loses Interesse. Aber weil Anna (Ehefrau Anna Blässe, d.Red.) bei Wolfsburg bleibt, habe ich gewusst, dass ich in der Stadt bleiben werde. Bei einem Klubwechsel hätte ich wegziehen müssen. Aber ich fühle mich hier daheim.

Ihrer Frau hat der VfL bis 2022 verlängert, Ihnen nicht!
Es war nicht so, dass Anna deswegen ein schlechtes Gewissen gehabt hätte. Sie hatte sich eher gefragt, warum von den drei Routiniers Lena Goessling (auch kein neuer Vertrag, d.Red.) mir und ihr ausgerechnet sie bleiben kann. Aber für uns stimmts so. Ich freue mich, mal runterzufahren und am Wochenende frei zu haben.

Eine Rückkehr in die Schweiz als Fussballerin kam nicht in Frage?
Es hat sich bisher kein Schweizer Klub gemeldet, was ich ziemlich seltsam finde.

Es hätte sie gereizt?
Man hätte es anschauen müssen. Weiter Fussball zu spielen und daneben zu arbeiten wie es in den letzten Jahren einige Nati-Spielerinnen gemacht haben, hätte ich mir aber nicht vorstellen können.

Bleiben Sie dem Fussball treu?
Ich lasse es auf mich zukommen. Mich reizt vieles. Ich werde mal die Trainerkurse beginnen. Vielleicht ergibt sich beim SFV, der Uefa oder Fifa etwas. Aber es ist nicht mein Ziel, ab 1. Juli sofort in einem neuen Job anzufangen. Mir ist es bewusst, dass diese Situation ein Luxus ist.

Bei ihrem Karrierebeginn war es undenkbar, dass eine Schweizerin jahrelang Profi ist und am Ende nicht sofort wieder arbeiten muss.
Das hätte ich mir definitiv nicht erträumen lassen. Es hat sich alles extrem verändert und wird sich weiter stark verändern. Fussball als Beruf gab es damals noch gar nicht wirklich. Deshalb bin ich auch in die USA gegangen. Das College-Leben ist eine der besten Erinnerungen.

Die anderen Erinnerungen sind die vielen Pokalgewinne?
Mit Lyon erstmals die Champions League zu gewinnen, war schon sehr cool. Aber in Lyon und in Wolfsburg mit vielen Topspielerinnen zu spielen und viele Freundschaften aufzubauen, bleibt ebenso. Jetzt habe ich endlich Zeit, die längst versprochenen Besuche zu machen. Aber wissen Sie was…

Was meinen Sie?
Auch meine drei Jahre beim FC Sursee sind unvergesslich. Wir hatten kein Trainingsmaterial und haben neben einem Maisfeld trainiert, sind nach der Schule teilweise abenteuerlich ins Training nach Sursee gefahren. Aber alle waren mit purer Leidenschaft dabei. Da sind spezielle Freundschaften entstanden, die bis heute halten.

Dickenmanns einmalige Karriere

Lara Dickenmann ist ein 16-jähriger Teenager, als sie 2002 erstmals für die Schweizer Nati spielt. Jetzt ist die Krienserin 35 Jahre alt – und gibt eineinhalb Jahre nach dem Rücktritt aus der Nati auch den Abschied als Klubspielerin auf Ende Saison bekannt. Dickenmann ist die erfolgreichste Schweizer Fussballerin, Pionierin, Ikone und Rekordspielerin (135 Länderspiele, 53 Tore). Mit Sursee und dem FCZ holt sie fünf Meistertitel, dazwischen spielt sie in den USA. Mit Lyon (2009-2015) gibts sechs Meistertitel und zweimal den Champions-League-Triumph. In Wolfsburg folgen viermal in Folge das Double.

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