Switzerland
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Nati-Captain Graf klärt auf, warum die Liga im Norden die beste ist: Darum sind uns die Schweden so weit voraus

Was die NHL fürs Eishockey und die Premier League (darüber lässt sich streiten) für den Fussball ist, ist die schwedische Superligan fürs Unihockey – die beste Liga der Welt. Luca Graf ist einer von einigen Schweizer Unihockey-Stars, die ihr Glück im hohen Norden versucht haben. Sportlich hat sich diese Saison bei Sirius für den Berner aber zum Albtraum entwickelt.

Anders als zum Beispiel im Fussball dominiert das Mutterland des Sports im Unihockey die Ländervergleiche. Das mussten die Frauen- (1:14-Niederlage) sowie die Männer-Nati (1:6-Niederlage) bei den letzten WM-Endrunden jeweils im Halbfinal schmerzlich erfahren. Von 13 Weltmeisterschaften haben die Schweden neun gewonnen. Was macht das schwedische Unihockey so stark?

Grössere Aufmerksamkeit

Der erste Unterschied, der Graf aufgefallen sei, ist die Infrastruktur: «Hier hast du Unihockey-Arenen, die Tag und Nacht zur Verfügung stehen. In der Schweiz spielst du oft in einer besseren Schulturnhalle.» Die Aufmerksamkeit für den Sport sei in Skandinavien auch höher, die Anerkennung grösser und als Folge kann man zum Teil gar vom Unihockey leben. «Hier sehen viele Spieler Unihockey als ihren Beruf an, während in der Schweiz viele einen Job haben und nebenbei noch Unihockey spielen.»

Und auf dem Feld? Was macht das schwedische Spiel so unwiderstehlich? «Dort hast du mehr Platz und Zeit, deine Fähigkeiten auszuleben. Das macht das Spiel qualitativer und attraktiver», erklärt Jan Zaugg, der zwei Jahre bei Mullsjö AIS verbracht hat.

Für Graf gibts auch noch weitere Unterschiede, denn während Nati-Kollege Zaugg als Sturm-Techniker die feine Klinge führt, setzt der Verteidiger auch auf den physischen Aspekt. Und der wird in Schweden grossgeschrieben. «Es ist körperbetonter. Ich bin 1,87 Meter gross. In der Schweiz würde ich wahrscheinlich bei allen Teams zu den grössten Spielern gehören. Hier bin ich absolut im Schnitt.»

Luca Graf persönlich

Luca Graf (19. Dezember 1990) ist ein wenig ein Spätzünder, bei dem plötzlich alles sehr schnell gegangen ist. Mit 16 Jahren fängt der Berner an, Unihockey zu spielen. Zwei Jahre später schliesst er sich der U21 von Floorball Köniz an, wo er auch das Debüt bei der ersten Mannschaft gibt. In seiner zweiten Saison folgt das erste Nati-Aufgebot und ist bisher 96 Mal für die Schweiz aufgelaufen. 2013 wagt er einen ersten Sprung nach Schweden, läuft eine Spielzeit lang für Växjö auf. Bei seiner Rückkehr in die Schweiz spielt er erneut für Köniz und trägt auch die Farben von GC und Zug United.

Luca Graf (19. Dezember 1990) ist ein wenig ein Spätzünder, bei dem plötzlich alles sehr schnell gegangen ist. Mit 16 Jahren fängt der Berner an, Unihockey zu spielen. Zwei Jahre später schliesst er sich der U21 von Floorball Köniz an, wo er auch das Debüt bei der ersten Mannschaft gibt. In seiner zweiten Saison folgt das erste Nati-Aufgebot und ist bisher 96 Mal für die Schweiz aufgelaufen. 2013 wagt er einen ersten Sprung nach Schweden, läuft eine Spielzeit lang für Växjö auf. Bei seiner Rückkehr in die Schweiz spielt er erneut für Köniz und trägt auch die Farben von GC und Zug United.

Punkt für die Schweiz bei der Taktik

In einem Bereich sehe der 31-Jährige die Schweiz aber weiter vorne: der Taktik. «In Schweden wird mehr von der individuellen Klasse gelebt. In der Schweiz ist man taktisch und bei der mentalen Arbeit weiter.»

Für Graf ist das Schweden-Abenteuer aber nun zu Ende gegangen. Mit dem Verein aus Uppsala ist er nach einer enttäuschenden Saison aus der höchsten Liga abgestiegen. «Sportlich war es meine schwierigste Saison. Es gab eine Phase, wo der ganze Trainerstab entlassen wurde und wir Trainings und Spiele ohne Trainer durchgeführt hatten. So etwas habe ich noch nie erlebt», blickt er zurück.

So geht es nun zurück zu Köniz. Dort, wo er seine Karriere gestartet hat. «Mit Sirius in der zweitobersten Liga zu spielen, war nie ansatzweise eine Option.» Dazu kommt, dass der Berner einen neuen Teilzeitjob im Sales-Bereich in Zürich angetreten ist. «Das ist Teil des Schweizer Unihockey-Lebens. Man muss immer abwägen, wo der Fokus zwischen Job und Sport liegt.»