Switzerland

Nach einem Unfall entdeckt: Die Bremsen der BLS-Doppelstockzüge bereiten Probleme

Ein Untersuchungsbericht zeigt: Ungewöhnliches Bremsverhalten war die Ursache für den Zusammenstoss zweier Züge der BLS. Nun soll ein anderer Zugtyp nach Schwarzenburg fahren.

Ein Doppelstockzug der BLS des Typs «Mutz» im Bahnhof Bern.

Ein Doppelstockzug der BLS des Typs «Mutz» im Bahnhof Bern.

Foto: Christine Strub

Ungewöhnliches Bremsverhalten war die Ursache für den Zusammenstoss zweier BLS-Züge Ende 2020. Das hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) herausgefunden. Das Problem scheint bei allen Fahrzeugen dieses Typs auftreten zu können.

Am 31. Dezember 2020 stiess am Bahnhof Belp ein Doppelstockzug des Typs «Mutz» mit einem anderen Fahrzeug dieses Typs zusammen, als er für die Weiterfahrt angekuppelt werden sollte. An beiden Zügen entstand Sachschaden von je 400'000 Franken.

Die Untersuchung der Sust zeigt, dass es sich um ungewöhnliches Bremsverhalten bei schlechten Schienenverhältnissen gehandelt hat, wie die BLS am Freitag mitteilte. Das hat die Sust bei einem Vergleich mit ähnlichen Vorkommnissen sowie bei Versuchsfahrten mit einem Mutz-Fahrzeug Anfang Februar herausgefunden. Die Sust hat dazu am Freitag einen Zwischenbericht mit Sicherheitsempfehlungen veröffentlicht.

Darin schreibt sie, dass die Schwankungen der Bremskraft auf eine sehr unruhige Regulierung der elektrischen Bremskraft hinweisen. Die Bremsregulierung habe den optimalen Einsatz der Bremssysteme behindert und zu einer ungenügend mittleren Bremsverzögerung des Zuges geführt. Die Gründe dafür seien aber noch nicht abschliessend geklärt, so die Sust.

Nur bei Nässe und Kälte

Die BLS geht davon aus, dass das ungewöhnliche Bremsverhalten nur bei bestimmten Wetterbedingungen wie nasse Witterung und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt auftritt. Dadurch entstehe ein schlechter Rad-Schienen-Kontakt, was zu einer ungenügenden Bremswirkung und einem längeren Bremsweg führe, so die BLS.

Der Fahrzeughersteller Stadler vermutet, dass das ungewöhnliche Bremsverhalten auf eine nicht optimale Bremswirkung von einem der drei Bremssysteme bei Langsamfahrten und schlechten Schienenverhältnissen zurückzuführen ist. Die anderen zwei Bremssysteme funktionierten jedoch einwandfrei. Damit sieht Stadler laut BLS die Anforderungen der Fahrdienstvorschriften als erfüllt und die Sicherheit der Fahrzeuge als gegeben an.

Laut Sust zeigen die bisherigen Untersuchungsergebnisse jedoch, dass die Züge die Bremsleistung nicht in jedem Fall erreichen und Bremsen im Notfall nicht gewährleistet ist. Die Sust empfiehlt dem Bundesamt für Verkehr (BAV) in ihrem Bericht, die BLS aufzufordern, die Bremsleistung zu überprüfen und zu korrigieren.

BLS hat Zug ausgewechselt

Laut BLS hat das Bahnunternehmen bereits im Januar Massnahmen für die Reisesicherheit ergriffen. Das Lokpersonal sei angewiesen worden, bei schlechten Schienenverhältnissen die Geschwindigkeit vor Signalen früher und stärker zu reduzieren und zum sicheren Bremsen vermehrt Sand einzusetzen. Zudem würden die Bremsen der Züge mehr kontrolliert und ab dem 1. März fahre auf der Strecke zwischen Bern und Schwarzenburg ein anderer Fahrzeugtyp, so die BLS.

Laut BLS arbeiten das Bahnunternehmen, Stadler und die Sust zusammen und analysieren die Erkenntnisse «mit Hochdruck», um das Problem zu beheben. Die BLS fährt gesamthaft 39 Züge des Typs «Mutz». Mit jedem davon wird pro Tag über 500 mal gebremst.

SDA

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