Switzerland

Nach dem grossen Schnee die kälteste Nacht: Der öffentliche Verkehr ist immer noch stark eingeschränkt

Schnee und Eis bleiben uns vorläufig erhalten: Auf die rekordhohen Schneemengen in Teilen der Schweiz folgte die kälteste Nacht dieses Winters. Der öffentliche Verkehr liegt vielerorts immer noch flach.

Ein Velofahrer schiebt sein Rad durch den Zürcher Tiefschnee.

Ein Velofahrer schiebt sein Rad durch den Zürcher Tiefschnee.

Gaëtan Bally / Keystone

Das Wichtigste in Kürze

Auf den grossen Schnee am Donnerstag und Freitag folgten rekordtiefe Temperaturen in der Nacht auf Samstag: Die Temperaturen im Flachland beliefen sich auf minus zehn bis minus fünfzehn Grad. Beim Flughafen Kloten etwa wurden -14,8 Grad gemessen. Wie Meteo Schweiz auf Twitter mitteilt, gab es letztmals im Januar 2017 einen tieferen Wert. Die tiefste Temperatur hat Meteo-News auf der Glattalp im Kanton Schwyz gemessen: -29,8 Grad.

In der Schweiz ist am Donnerstag und Freitag so viel Schnee gefallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In den Gebieten östlich des Kantons Aargau kamen in der Nacht 30 Zentimeter oder mehr dazu. In Disentis fielen 72 Zentimeter Neuschnee, in Elm waren es sogar 96 Zentimeter, wie SRF Meteo mitteilte. Das sind Mengen, wie sie durchschnittlich nur alle zwanzig Jahre gemessen werden.

Verkehrschaos im Flachland

Im Mittelland verursachte der Schneefall ein Verkehrschaos. In vielen Gemeinden konnten die Schneeräumungsequipen nur die Hauptverkehrswege offen halten. Viele Nebenstrassen blieben längere Zeit ungeräumt. Wegen umgestürzter Bäume oder blockierter Fahrzeuge blieben in der ganzen Schweiz Dutzende von Strassen längere Zeit gesperrt. Der viele Schnee hat aber auch vielerorts den öffentlichen Verkehr behindert oder sogar zum Erliegen gebracht.

So haben die Verkehrsbetriebe Zürich den Betrieb in der Nacht auf Freitag eingestellt. Selbst am späteren Nachmittag fuhren im Grossraum Zürich weder Bus noch Tram. Wie die VBZ-Sprecherin Daniela Tobler erklärte, musste die VBZ ihren Betrieb erst zum zweiten Mal in der Geschichte einstellen. Die erste Betriebseinstellung war 2006, als das Schweizer Mittelland das letzte Mal im Schnee versank.

Grund für den Totalausfall sind gemäss VBZ nicht nur die ungewöhnlich grossenSchneemengen. Auch umgeknickte Bäume hatten Fahrleitungen beschädigt, weshalb auch der Tramschneepflug teilweise nicht zum Einsatz kommen konnte. Das grössteProblem am Morgen jedoch seien die grossen Schneemengen vor den Tramdepots gewesen, die das Ausfahren der Trams behindert und zum grossen Teil sogar ganz verhindert hätten. Auch an den Bahnhöfen im Kanton Zürich herrschte am Freitagmorgen Ausnahmezustand. Die S-Bahnen verkehrten mit grossenVerspätungen oder fielen ganz aus.

Auch andernorts in der Schweiz gab es Probleme im öffentlichen Verkehr. Laut dem Mediensprecher Martin Meier mussten die SBB mehrere Bahnstrecken sperren und Dutzende von Verbindungen ausfallen lassen. Der Schnee sorgte bei den SBB aber auch in der Information für Ausfälle. So waren der Onlinefahrplan und die SBB-App stundenlang kaum benutzbar, weil die Server der Bahn hoffnungslos überlastet waren. Das Problem bestand auch am Freitagabend noch. Meier erklärte auf Anfrage, dass die App unter «Schwergang» gelitten habe, die Anfragen hätten teilweise länger gedauert als üblich. Eine Erklärung dafür haben die SBB zurzeit nicht. Denn die SBB-App sei eine der meistverwendeten Apps der Schweiz und grundsätzlich fähig, mit vielen Anfragen gleichzeitig umzugehen. Weshalb sie am Freitag Probleme gehabt habe, werde abgeklärt.

Die prekäre Verkehrssituation hatte auch Folgen für die Postzustellung. In zahlreichen Regionen hat man länger auf Briefe und Pakete warten müssen. In einigen Gebieten wie etwa im Engadin wurden weder Briefe noch Pakete verteilt, wie die Post mitteilt. In der Region St. Gallen - Appenzell gab es keine Briefpost. In der Region Zürich wurde die Zustellung aus Sicherheitsgründen ebenfalls vielerorts eingestellt.

Für die Betroffenen einschneidender ist, dass die Schneemassen auch dazu geführt haben, dass in den Bergen Dutzende von Gemeinden von der Aussenwelt abgeschnitten sind. So sind in Graubünden die Zugänge zu 15 Ortschaften, darunter Davos und Disentis, gesperrt. Das Goms im Oberwallis war wegen der grossen Lawinengefahr zeitweise gar nicht mehr erreichbar.

Dass die Lawinengefahr tatsächlich gross ist, zeigen diverse Abgänge in den Bergkantonen. So wurden im Kanton Uri mehrere Strassen verschüttet. Am Freitagmorgen ging in Seedorf eine Lawine nieder. Bereits am Donnerstag hatte hier eine Lawine die Strasse blockiert. Im Berner Oberland behinderte ein Lawinenniedergang den Bahnverkehr zwischen Brienz und Interlaken.

Lawinengefahr in den Bergen

Die Lawinengefahr ist derzeit im ganzen Schweizer Alpenraum sehr gross. Gemäss dem SLF-Lawinenbulletin vom Freitagabend gilt im zentralen Alpenraum die zweithöchste Stufe. Es sei gefährlich, abseits der gesicherten Pisten unterwegs zu sein, schreiben die Behörden. Die Lawinengefahr in allen anderen höher gelegenen Gebieten ist gemäss SLF erheblich. Die Höchststufe ist fünf, «sehr gross».

Gefahr droht durch den Schnee aber nicht nur in den Alpen. Auch im Mittelland rufen verschiedene Kantonspolizeien in Medienmitteilungen dazu auf, Wälder und generell die Nähe von Bäumen zu meiden. Der viele und recht schwere Schnee könne auch grössere Bäume umknicken oder umstürzen lassen.

Die Gefahr dürfte zudem trotz am Freitag nachlassendem Schneefall noch anhalten. So sorgen die wieder sinkenden Temperaturen dafür, dass die Schneelast nicht von den Bäumen abfällt. Auf Samstagnacht sind zudem wieder weitere Schneefälle angesagt. Laut Meteo Schweiz soll es am Alpennordhang bis Sonntag weitere 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee geben.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser. Mit diesem Eintrag beenden wir die Live-Berichterstattung über die rekordverdächtigen Schneemengen in der Schweiz und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

In Zürich haben die Tramlinien 3, 11 und 14 am späten Freitagnachmittag den Verkehr wieder aufgenommen. Auch verschiedene Busse sind wieder im Einsatz. Dies teilen die VBZ mit. Kaputte Fahrleitungen sowie Äste auf den Gleisen sind der Hauptgrund für den Ausfall der meisten Linien.

MeteoNews rät dringend vom Aufenthalt in Wäldern ab. Der viele und recht schwere Schnee könne auch grössere Bäume umknicken oder umstürzen. Auch verschiedene Kantonspolizeien rufen in Medienmitteilungen dazu auf, Wälder und generell die Nähe von Bäumen zu meiden.

Auch die Stadtpolizei Zürich rief die Bevölkerung auf, die Bäume in der Stadt möglichst zu meiden, im Wald sei ebenfalls Vorsicht geboten. Wenn es die Sicherheit erfordere, müssten Parkanlagen und Friedhöfe temporär gesperrt werden.

In Zürich wurden unter anderem die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschulen Freudenberg und Enge nach Hause geschickt, wie Radio Energy berichtet. Dies wegen der Gefahr einstürzender Bäume auf den Schularealen.

In Zürich sind die Tram- und Buslinien auf dem Stadtgebiet und im Limmattal, in Schwerzenbach, Fällanden, Maur, Ebmatingen, Zollikon, und Küsnacht weiterhin eingestellt. Einzelne Buslinien verkehren höchstens auf Teilstrecken. Am frühen Nachmittag wurden einzelne Linien wieder in Betrieb genommen. Wie die Verkehrsbetriebe (VBZ) nach 14 Uhr mitteilten, verkehren die Buslinien 912, 916, 918 und 919 wieder normal. Wegen zahlreicher Streckenblockierungen durch defekte Fahrleitungen wegen umgefallener Bäume sei aber ein Tram- und Busbetrieb weiterhin nicht möglich. Die VBZ empfehlen, die S-Bahn zu benützen. Hier finden Sie alle Informationen zum öffentlichen Verkehr in Zürich.

Der Wintereinbruch hat auch im Kanton Schwyz zu Unfällen geführt. Rund ein Dutzend hat die Kantonspolizei seit Donnerstagmittag gezählt, wie sie am Freitagmorgen mitteilte. Zwei Personen erlitten leichte Verletzungen, in den meisten Fällen blieb es bei Sachschaden. Mehrere Meldungen seien wegen umgestürzter Bäume eingegangen. Vielerorts kam es zu Verkehrsbehinderungen, da Fahrzeuge stecken blieben. Wegen eines Lawinenniedergangs ist die Suworowstrasse in Ibach bis auf Weiteres gesperrt. Die Ibergereggstrasse ist aus Sicherheitsgründen zwischen der Passhöhe und Oberiberg ebenfalls bis auf Weiteres gesperrt, da Bäume auf die Strasse zu stürzen drohen. Seit Freitag 13 Uhr ist auch die Strasse zwischen Schwyz und Muotathal wegen eines Verkehrsunfalls gesperrt. Auf der Autobahn zwischen Küssnacht und Goldau kam es am frühen Nachmittag zu einem Schleuderunfall, dabei gab es Verletzte. Die Rigi Bahnen haben den Betrieb von Goldau aus eingestellt.

Herabbrechende Äste oder ob der Schneelast ganz umgestürzte Bäume sorgen vielerorts für grosse Probleme. Sie sind ein Hauptgrund für die Strassensperrungen. Fast überall räumt die Feuerwehr die Strassen frei. Zur Sicherheit werden auch Bäume vom Schnee befreit. So teilte die Winterthurer Polizei mit, dass derzeit unzählige Bäume in grosser Höhe von Feuerwehrkräften «geschüttelt» würden.

Winterthurer Feuerwehr befreit Bäume von der Schneelast

Winterthurer Feuerwehr befreit Bäume von der Schneelast

Stadtpolizei Winterthur

Die prekäre Verkehrssituation hat auch Folgen für die Postzustellung. In zahlreichen Regionen hat man länger auf Briefe und Pakete warten müssen. In einigen Gebieten wie etwas im Engadin werden weder Briefe noch Pakete verteilt, wie die Post mitteilt. In der Region St. Gallen-Appenzell gibt es keine Briefpost. In der Region Zürich wurde die Zustellung aus Sicherheitsgründen ebenfalls vielerorts eingestellt. Hier finden Sie eine Übersicht zur Postzustellung am Freitag.

Im Kanton St. Gallen kam es nach Angaben der Kantonspolizei seit Donnerstagnachmittag zu gegen 60 Verkehrsunfällen auf den Strassen. Vier Personen seien leicht verletzt worden. Insgesamt rückte die Kantonspolizei rund 100 Mal wegen stecken gebliebener Lastwagen und Autos aus. Vielerorts hätten wegen umgestürzter Bäumen Strassen gesperrt und Umleitungen eingerichtet werden. Teilweise würden die Umleitungen bis Montag bestehen, heisst es in der Mitteilung.

Allein die Stadtpolizei St. Gallen hatte seit Donnerstagmorgen über 50 Einsätze wegen des Schneefalls. Über 20 Meldungen gingen wegen steckengebliebener Fahrzeuge ein. Wie überall kam zu teils grösseren Verkehrsbehinderungen. Insgesamt wurden im Stadtraum bisher zwölf leichte Verkehrsunfälle gezählt.

In St. Gallen gab es nur 2006 so viel Schnee wie heute

Jahre, in denen St. Gallen die gleiche oder eine höhere Neuschneemenge (cm in 24 Stunden) aufweist wie heute

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Der Kanton Zürich ist von den Folgen der Schneefälle der vergangenen 24 Stunden stark betroffen. Wie die Kantonspolizei mitteilt, nahmen im Laufe des Morgens die Notrufe stetig zu. Innerhalb von 24 Stunden seien bei der Einsatzleitzentrale weit über 1000 Anrufe auf den Notrufnummern 118 und 144 eingegangen. Die verschiedenen Feuerwehren im Kanton Zürich mussten rund 1000 verschiedene Ereignissen (Bäume und Äste, Sicherung von Gütern, Unfälle etc.) bewältigen. Allein die Patrouillen der Kantonspolizei Zürich sowie der Kommunalpolizei-Kräfte seien seit Donnerstagmorgen über 650 Mal ausgerückt.

Strassen müssen von heruntergestürzten Ästen befreit werden.

Strassen müssen von heruntergestürzten Ästen befreit werden.

Gaëtan Bally / Keystone

Die Kantonspolizei gab bekannt, dass sie bis jetzt 200 Verkehrsunfälle verzeichnet habe. Dabei sie es vorwiegend zu Sachschaden gekommen. In 12 Fällen seien aber auch Verkehrsteilnehmer verletzt worden. Bei einem Unfall zwischen einem Auto und einem Fussgänger sei am Donnerstagmorgen in Urdorf ein 75-jähriger Fussgänger sogar schwer verletzt worden.

Durch die grossen Schneemengen kam es zu mehr als 450 Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, steckengebliebene Fahrzeuge und Pannen technischer Einrichtungen. Diverse Strassen mussten vorübergehend gesperrt werden. Neben den Polizeipatrouillen stehen Partnerorganisationen wie Feuerwehren, Unterhaltsdienste und Abschleppunternehmen im Dauereinsatz.

In Kloten gab es 2006 zuletzt einen Rekord an Neuschnee

Jahre, in denen Kloten die gleiche oder eine höhere Neuschneemenge (cm in 24 Stunden) aufweist wie heute

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Im Kanton Thurgau machen den Einsatzkräften ebenfalls die ob des grossen Schneegewichts eingestürzten Bäume zu schaffen. Wie die Kantonspolizei mitteilt, gingen bei der Kantonalen Notrufzentrale über 150 Meldungen ein. Einsatzkräfte der Kantonspolizei Thurgau sowie die Feuerwehren rückten in zahlreichen Ortschaften aus, um die Strassen von grossen Ästen und Bäumen befreien. Die Polizei ruft zur Vorsicht in Waldgebieten auf.

Die riesigen Schneemengen haben auch den Kanton Uri fest im Griff. Wie die Kantonspolizei mitteilt, kam sind Strassen wegen Lawinenniedergängen unterbrochen. So kam es in Seedorf um 8.30 Uhr zu einem neuerlichen Lawinen-Abgang. Bereits am Donnerstag hatte hier eine Lawine die Strasse verschüttet. Gemäss aktuellem Kenntnisstand sind keine Personen betroffen. Nach wie vor sei die Lawinengefahr hoch, heisst es in der Mitteilung.

Aufgrund der starken Schneefälle in den letzten 24 Stunden seien zahlreiche Einsätze der Rettungskräfte von Feuerwehr und Sanität notwendig geworden, teilte das Zürcher Sicherheitsdepartement mit. Die Berufsfeuerwehr habe wegen der grossen Schneemassen mehrfach einsetzen müssen. Unter den massiven Schneelasten seien grosse Äste abgebrochen, ganze Bäume seien umgestürzt und hätten zahlreiche Fahrzeuge und Gegenstände unter sich begraben. Vielerorts stürzten Bäume und Äste auch auf die Fahrleitungen der VBZ. Auf den Autobahnen um Zürich kam es wegen des Schnees und der notwendigen Räumungsmassnahmen zur Behinderungen. Zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr seien alle Kompanien der städtischen Milizfeuerwehr aufgeboten worden.

Auch in Basel sorgt der starke Schneefall für erhebliche Einschränkungen des Verkehrs. Wie die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) mitteilen, haben umgestürzte Bäume im Bereich Jakobsberg die Fahrleitung beschädigt. Deshalb verkehren über das Bruderholz Busse statt Trams. Unterbrochen seien im Bereich Jakobsberg auch die Buslinien 37 und 47 der Baselland Transport AG (BLT). Das Gebiet mit den umgestürzten Bäumen sei weiträumig abgesperrt worden. Vorübergehend eingestellt ist überdies die Buslinie 33 zwischen Allschwil (BL) und Schönenbuch (BL). Auch auf dem restlichen Netz der BVB ist mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Die BVB mahnt auch um Vorsicht auf den Haltestellen sowie beim Betreten und Verlassen von Fahrzeugen. Die Strassenverhältnisse seien auch in der gesamten Region Basel teilweise prekär.

Im Kanton Basel-Landschaft kam es am Donnerstag kurz nach 17 Uhr bei Hersberg zu einem schweren Unfall, wie die Kantonspolizei am Freitagmorgen mitteilt. Ein Fahrzeug geriet auf der schneebedeckten Strasse ins Schleudern, rutschte auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort frontal mit einem entgegenkommenden Personenwagen. Bei der Kollision wurden drei Personen leicht verletzt und mussten durch den Sanitätsdienst in ein Spital gebracht werden.

Aufgrund der winterlichen Verhältnisse auf den Strassen kam es auch im Kanton Luzern seit Donnerstagmittag zu zahlreichen Unfällen. Die Kantonspolizei teilt mit, dass bei den rund zehn Verkehrsunfällen, sechs Personen leicht verletzt wurden. Der Sachschaden dürfte bei mehreren zehntausend Franken liegen. Im Verlaufe der Nacht habe es rund ein Dutzend Meldungen wegen Verkehrsunfällen, umgestürzter Bäume oder steckengebliebener Lastwagen gegeben.

Zwei Personen wurden bei diesem Unfall im Luzerner Dierikon verletzt.

Zwei Personen wurden bei diesem Unfall im Luzerner Dierikon verletzt.

Kantonspolizei Luzern

Da es auch in Zürich seit Donnerstagmittag praktisch ununterbrochen geschneit hatte, kam es zu unzähligen Polizeieinsätzen. Neben üblichen Interventionen kam es nach Angaben der Stadtpolizei zu zahlreichen kleineren Verkehrsunfällen. Dazu gehörten auch Fahrzeuge, die von der Strasse abkamen und nicht geborgen werden konnten, weil keine festen Unterlagen vorhanden waren. Gemeldet wurden vor allem umgestürzte oder auf der Fahrbahn liegende Äste und Bäume. Aufgrund der Witterungsverhältnisse und der grossen Schneemassen sei der öffentliche Verkehr in der Stadt vorerst eingestellt. Zurzeit fahren keine Trams und Busse. Die Stadtpolizei Zürich rät trotzdem davon ab, mit privaten Fahrzeugen in die Stadt zu fahren. Die Strassen seien teilweise vereist und überall schneebedeckt. Zudem bestehe eine nicht unerhebliche Gefahr, dass Äste brechen und Bäume umstürzen könnten.

Im Kanton Zug kam es bisher zu neun Verkehrsunfällen. Eine Person wurde leicht verletzt, sonst blieb es bei Blechschaden, wie die Kantonspolizei mitteilt.

In Graubünden sind zahlreiche Bahnstrecken wegen des starken Schneefalls unterbrochen. Teilweise sind Ersatzbusse unterwegs. Die Verspätungen sind allerdings riesig, wie die Rhätische Bahn auf ihrer Website mitteilt. Unterbrochen sind die Strecken beispielsweise in Klosters, Disentis, Scuol oder Arosa.

So viel Schnee wie heute gab es in Chur das letzte Mal vor 12 Jahren

Jahre, in denen Chur die gleiche oder eine höhere Neuschneemenge (cm in 24 Stunden) aufweist wie heute

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Wie die Kantonspolizei Solothurn meldet, sind zahlreiche Feuerwehrteams wegen umgestürzter Bäume unterwegs. Auf der Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn seien seit Donnerstagnachmittag rund 60 Meldungen über umgestürzte Bäume eingegangen. Verletzt wurde niemand. Weil die Schneelast auf den Bäumen immer noch extrem gross ist, rät die Kantonspolizei Solothurn von einem Aufenthalt im Wald oder in der Nähe von Bäumen dringend ab.

Auch im Kanton Aargau werden Strassensperrungen wegen umgestürzter Bäume gemeldet. Es sind 60 Strassen gesperrt und weit über 30 Feuerwehrteams im Einsatz. Meldungen über Verletzte gibt es nicht. Die Gemeinde Ammerswil ist derzeit von der Umwelt abgeschnitten weil die Zufahrsstrassen durch umgestürzte Bäume blockiert sind.

In Schlossrued kam eine Automobilistin auf der nassen Fahrbahn von der Strasse ab.

In Schlossrued kam eine Automobilistin auf der nassen Fahrbahn von der Strasse ab.

Kantonspolizei Aargau

In der Nacht hat es schweizweit weiter geschneit, meist zwischen 30 und über 90 Zentimeter. Laut SRF Meteo wird es bis am Freitagnachmittag am Alpennordhang intensiv weiter schneien, so auch im Flachland. Besonders in der Region Basel seien noch einige Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Am Donnerstag hatte es insbesondere am Alpennordhang anhaltend geschneit, dabei sank die Schneefallgrenze laufend. Bis am Freitagmittag ist mit weiterem Schneefall zu rechnen. In Arosa fiel in den letzten 48 Stunden über ein Meter Neuschnee.

Wetterexperten warnen vor weitere Schneefällen und entsprechenden Gefahren: «Durch das Zusammenspiel von Neuschnee, Wind und einer ungünstigen Altschneeoberfläche herrscht verbreitet grosse Lawinengefahr. Es muss mit weiteren spontanen Lawinen gerechnet werden, sogar unterhalb der Waldgrenze. Die Verhältnisse für Schneesport ausserhalb von gesicherten Pisten sind gefährlich», teilte SRF Meteo am Freitagmorgen mit.

In der Schweiz herrscht verbreitet grosse Lawinengefahr

In der Schweiz herrscht verbreitet grosse Lawinengefahr

Der Bund erhöhte die Gefahrenstufe von drei auf vier (von fünf). SRF Meteo warnt, dass im Zusammenspiel mit dem Wind in den Alpen verbreitet grosse Lawinengefahr herrscht. Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung war der Donnerstag einer der gefährlichsten Tage des Winters.

In der Stadt Zürich fallen sämtliche Tram- und Buslinien auf dem Stadtgebiet und im Limmattal aus, wie die VBZ melden. Einzelne Busstrecken in der Agglomeration verkehren auf Teilstrecken. Wie die Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ am frühen Morgen mitteilen, sind sämtliche Linien auf dem Stadtgebiet und im Limmattal weiterhin und auf unbestimmte Zeit blockiert. Die meisten Buslinien der Agglomeration können ebenso nicht bedient werden, einige befahren nur Teilstrecken. Die VBZ empfiehlt, auf die S-Bahnen umzusteigen, wobei die S-18 nur die Strecke Esslingen-Rehalp befahre. Auch die SBB-Strecken im Zürcher Stadtgebiet sind teilweise in Betrieb.

Schneemassen in der Stadt Zürich am Freitag morgen: Traum und Busse bleiben im Depot.

Schneemassen in der Stadt Zürich am Freitag morgen: Traum und Busse bleiben im Depot.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

Abstrakte Kunst: Velos im Zürich unter dem Schnee.

Abstrakte Kunst: Velos im Zürich unter dem Schnee.

Bieri Walter / Keystone

Bereits am Donnerstagabend stockte der öffentliche Verkehr in der Stadt Zürich zunehmend. Ab 22 Uhr fuhr ihn der Verkehrsverbund (VBZ) sukzessive herunter. Und auch am Freitag bleiben die Trams und Busse mehrheitlich in den Depots.

Der Grund für die Ausfälle: Fahrleitungen sind wegen umgefallener Bäume defekt, Weichen sind gestört oder Fahrzeuge blockiert. Bereits am Donnerstagnachmittag hatten die Zürcher Verkehrsbetriebe Einschränkungen bei nicht weniger als 24 Buslinien gemeldet. Auch die S-Bahnen hatten zum Teil mit erheblichen Verspätungen zu kämpfen. In den Zürcher Gemeinden Maur, Mönchaltorf, Gossau, Egg und Uster kam es am Donnerstagabend zu einem Stromausfall. Rund 2800 Haushalte seien betroffen, hiess es vonseiten der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich. Die Ursache für die Störung war zunächst nicht bekannt.

Im Kanton Uri hatte bereits in der Nacht eine Lawine die Strasse zwischen Seedorf und Isleten verschüttet. Laut Polizei gibt es keine Toten oder Vermissten, allerdings ist unklar, wie lange der Abschnitt gesperrt sein wird. Zudem droht ein weiterer Lawinenabgang. Der Postautobetrieb ist im gesamten Kanton unterbrochen.

Eine Lawine hat die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Bauen im Kanton Uri verschüttet.

Eine Lawine hat die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Bauen im Kanton Uri verschüttet.

Urs Flueeler / Keystone

Auch im Berner Oberland ging am Morgen eine Lawine zwischen Brienz und Oberried auf die Hauptstrasse nieder. Laut der Polizei wurde niemand verschüttet. Die Bahnstrecke Briens-Interlaken wurde gesperrt. Wie die Zentralbahn am Freitag mitteilte, wird die Strecke am Freitag nicht mehr in Betrieb genommen.

Im Oberwallis ist das Dorf Ulrichen von der Aussenwelt abgeschnitten. Wegen der hohen Lawinengefahr sind die Zufahrtsstrassen versperrt und der Zugverkehr eingestellt. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn musste die Autoverladung zwischen Andermatt und Sedrun einstellen.

In Graubünden fiel der Bahnverkehr wegen heftiger Schneefälle bei Davos und Disentis aus. Zudem musste die A13 Richtung Süden zwischen Maienfeld und Landquart gesperrt werden. Als Alternative wird die A2 via Gotthardtunnel empfohlen.

Von den Wetterkapriolen waren zahlreiche Verbindungen am Flughafen Zürich betroffen. Etliche Flüge waren verspätet, die Pisten muss mehrmals geräumt werden.

Neuschnee (Ein-Tages-Summe) und Schneehöhe in cm bei Messstationen mit vorhandenen Daten

Messstation Schneehöhe
Rienzenstock 196

95

Guppen 200

91

Ortstock Matt 183

83

Chüebodensee 166

82

Bärenfall 170

81

Culmatsch 197

77

Laucheren 167

75

Mutten 217

72

Schönbüel 178

69

Rupperslaui 211

66

Eine Ursache für die tieferen Temperaturen und die heftigeren Schneefälle ist gemäss Meteorologen eine Veränderung der Luftschichten über der Arktis. Normalerweise bildet sich im Winter über den Gebieten am Nordpol ohne direktes Sonnenlicht ein stabiles Tief. Dieses Tiefdruckgebiet führt dazu, dass in Europa in dieser Jahreszeit meistens eine Westwindlage herrscht, die vergleichsweise milde Atlantikluft auch in zentralere Gebiete des Kontinents führt.

In diesem Jahr jedoch ist dieses Tiefdrucksystem instabil. Der sogenannte Polarwirbel droht zu kollabieren. Anstatt von Westen weht der Wind in Europa darum vermehrt von Osten oder Nordosten. Damit gelangt kältere Luft auch in die Schweiz. In Spanien und Frankreich sorgt dies für Kälteeinbrüche und vermehrte Schneefälle.

So hat in Spanien der Wintersturm «Filomena» am Wochenende für ein Schneechaos auf den Strassen und eisige Temperaturen im ganzen Land gesorgt. Im Osten Frankreichs sind in der Nacht auf Mittwoch mehr als 2000 Fahrzeuge wegen heftigen Schneefalls und Glätte stecken geblieben.

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