Switzerland

Nach dem Ende des Lockdowns: Comeback-Branchen ziehen Bilanz: Die einen werden überrannt, andere sind noch immer am Boden

Am 6. Juni ist der Lockdown überstanden. Vor wenigen Tagen verkündete der Bundesrat, dass Kinos, Zoos, Badis, Bergbahnen und Campingplätze ab Samstag nächster Woche wieder öffnen dürfen. Auch Hochzeiten, Konzerte und Demonstrationen mit bis zu 300 Teilnehmern sind dann wieder erlaubt. Einzige Bedingung: ein griffiges Konzept zum Schutz vor Corona.

Der bundesrätliche Segen zur Wiedereröffnung ist das eine. Aber: verhalten sich die Menschen wieder so wie vor der Krise? Oder bleiben viele lieber erst noch daheim?

Dass ein Ende des Lockdowns keine Glückseligkeit garantiert, zeigt das Beispiel der Gastrobranche. Restaurants dürfen zwar seit dem 11. Mai wieder geöffnet sein. Doch neun von zehn Wirten schreiben rote Zahlen, wie SonntagsBlick vor einer Woche publik machte.

Taxis abhängig von anderen Branchen

Das wirkt sich auch auf andere aus. «Die Taxibranche lebt stark von Restaurants, Bars, Clubs sowie Grossveranstaltungen und Touristen. Solange in diesen Bereichen keine Normalität herrscht, wird auch bei uns keine einkehren», sagt Taxisuisse-Präsident Christoph Wieland. Zwar nehme die Nachfrage wieder zu. Die Auslastung sei aber nach wie vor sehr tief. «Unsere Branche ist noch immer am Boden – und ich befürchte, dass das noch eine Weile so bleiben wird.»

Es gibt aber auch Grund zur Hoffnung. In vielen Sektoren verlief die Wiedereröffnung überraschend positiv. «Die Umsätze seit dem 11. Mai waren im Detailhandel höher als erwartet», sagt Dagmar T. Jenni (52), Geschäftsführerin der Swiss Retail Federation. Zum grössten Verband der Detailhändler gehören etwa die Baumärkte Hornbach, Jumbo und Landi, die Einrichtungshäuser Ikea, Conforama und Lipo, aber auch C&A, Dosenbach, Ochsner und Manor.

Detailhandel macht mehr Umsatz

Jenni: «Die Hälfte unserer Mitglieder hat in den zwei Wochen seit der Wiedereröffnung 20 Prozent mehr verkauft als in der gleichen Vorjahresperiode.»

Positiv überrascht sind auch die Physiotherapeuten, deren bedingtes Arbeitsverbot per 27. April aufgehoben wurde. «Die meisten Patienten trauen sich wieder in die Physiotherapie», sagt Osman Besic, Geschäftsführer des Branchenverbands Physioswiss. Er beobachtet aber regionale Unterschiede: «In der Deutschschweiz sind einige Praxen komplett ausgebucht und haben teilweise sogar Wartelisten. In der Westschweiz und im Tessin sind die Patienten noch etwas vorsichtiger.» Dort betrage die Auslastung teilweise erst 75, 80 Prozent.

Von einer ähnlichen Nachfrage weiss Claude Ammann (52) zu berichten. Er ist Mitinhaber eines Fitnessstudios in Zuchwil SO und Präsident des Fitness- und Gesundheitscenter Verbands: «Überrannt wurden wir nach der Wiedereröffnung vom 11. Mai nicht. Viele Kunden sind aber extrem froh, dass sie wieder kommen dürfen.» Noch offen sei, wie sich der Lockdown finanziell auswirken werde. «Das hängt zu einem grossen Teil davon ab, was das Parlament bezüglich Mietzinsreduktion entscheidet – viele Fitnessstudios bezahlen 10 '000, 20'000 oder gar 30'000 Franken Miete pro Monat.»

Coiffeur-Geschäft läuft trotz Einschränkungen gut

Die Frage der Miete beschäftigt auch viele Coiffeure. «Wir bedauern, dass sich der Bundesrat des Problems nicht angenommen hat», sagt Damien Ojetti (54), Präsident von Coiffure Suisse. Er fordert zudem, dass die Salons so schnell wie möglich wieder voll ausgelastet werden können. «Sonst wird dies zu vielen Entlassungen oder sogar Schliessungen führen.» Und doch: Grundsätzlich ist die Wiedereröffnung für die Coiffeure extrem gut verlaufen. «Viele haben sogar ihre Öffnungszeiten verlängert und arbeiten ausnahmsweise auch am Montag», so Ojetti.

Einen solchen Ansturm hat Stefan Zollinger nicht erlebt. Doch der Leiter des Nidwaldner Museums und Vorstandsmitglied des nationalen Verbands sieht auch für die Kunst- und Kulturstätten Grund zum Optimismus: «Wir haben sicher den Vorteil, dass sich die Abstandsregeln in den meisten Museen gut einhalten lassen.» Das sei wohl auch der Grund, so Zollinger weiter, dass sich selbst die Risikogruppe der Älteren wieder ins Museum wagt.

Fazit: Die Chancen, dass die Bevölkerung die Öffnung vom 6. Juni mitmacht, sind besser als erwartet.

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