Switzerland

Mutmassliche Terrorattacke in Lugano – was wir wissen und was noch offen ist

Polizeipräsenz vor dem Laden in Lugano. Bild: keystone

Mutmassliche Terrorattacke in Lugano – was wir wissen und was noch offen ist

Eine Frau attackierte am Dienstag in Lugano zwei Frauen, eine davon wurde schwer verletzt. Das Fedpol geht von einer Terrorattacke aus. Diese Dinge sind schon bekannt.

Was ist passiert?

Am Dienstagnachmittag kurz nach 14 Uhr war es in einem grossen Kaufhaus in Lugano zu einer Messerstecherei gekommen. Bei der Täterin handelt es sich nach Angaben der Tessiner Kantonspolizei um eine 28-jährige Schweizerin. Sie griff im Innern des Kaufhauses zwei Frauen an, eine von ihnen mit einem Messer. Eines der Opfer wurde dabei schwer verletzt – diese sei aber ausser Lebensgefahr.

Später twitterte der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi weitere Details zum Tathergang in Lugano. Demnach haben andere Kunden im Kaufhaus Manor die Täterin unmittelbar nach dem Angriff überwältigt.

Was war das Motiv?

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) vermutet hinter der Messerattacke einen terroristischen Hintergrund. Dies sagte Direktorin Nicoletta della Valle am Dienstag an einer Medienkonferenz in Bellinzona. Die Bundesanwaltschaft (BA) eröffnete ein Strafverfahren.

«Dieser Angriff überrascht mich nicht», sagte Nicoletta della Valle, die der Medienkonferenz per Video zugeschaltet war. Della Valle verwies auf den anderen Fall in der Schweiz, der im Moment bezüglich eines mutmasslichen terroristischen Hintergrundes untersucht werde: die Messerattacke von Morges, bei der Mitte September ein 29-jähriger Portugiese erstochen worden war. Der Täter war dem Nachrichtendienst des Bundes bekannt.

Nicoletta della Valle (Fedpol) ist der Pressekonferenz mit Matteo Cocchi (links) und Norman Gobbi via Video zugeschaltet Bild: keystone

Was weiss man zur Täterin?

Auch die 28-jährige Frau sei den Behörden bekannt gewesen, sagten sowohl della Valle als auch Matteo Cocchi, Kommandant der Kantonspolizei Tessin. Es müsse nun geklärt werden, ob die Frau eine Verbindung zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) habe. Für weitere Details sei es noch zu früh.

Am Abend teilte das Fedpol per Twitter mit, dass die Frau bereits bei polizeilichen Ermittlungen im Jahr 2017 mit jihadistischem Hintergrund aufgefallen sei.

Hatte sie was mit dem IS zu tun?

Das Tessiner Online-Portal tio.ch berichtete bereits am Nachmittag, die Täterin habe «sono dell'Isis» – «Ich bin vom Isis» (IS) oder «Allahu akbar» – «Gott ist grösser (beziehungsweise: der Grösste)» gerufen. Diese Fakten hätten sich jedoch noch nicht verifizieren lassen, hält tio.ch fest.

Bis anhin gab es abgesehen davon aber noch keine Hinweise darauf, dass die Täterin tatsächlich etwas mit dem IS zu tun hatte.

Wie reagierte die Politik?

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga telefonierte mit dem Tessiner Regierungspräsidenten Norman Gobbi, um ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen für die betroffenen Frauen und die Tessiner Bevölkerung und um die Unterstützung des Bundes zuzusichern, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess.

Gobbi sagte vor den Medien, man gehe davon aus, dass die Frau radikalisiert worden sei. «Die Situation ist von grösstem Ernst», sagte der Vorsteher des Tessiner Justiz- und Polizeidepartements. Falls sich die vom Fedpol geäusserte Vermutung bestätigen lasse, wäre der Kanton Tessin zum ersten Mal mit einem terroristischen Akt konfrontiert. «Wir sind entschlossen, die Sicherheit unserer Bürger zu verteidigen», schloss Gobbi.

Der Kommandant der Tessiner Kantonspolizei Cocchi sagte, die Bedrohung durch den Terrorismus sei omnipräsent. Es sei wichtig, rasch zu reagieren, und das habe man getan. Die Untersuchung des Falles werde vom Fedpol geleitet.

Wie reagiert das Ausland?

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz verurteilte noch am Abend den «islamistischen Terroranschlag in Lugano». Seine Gedanken seien bei den Opfern, schrieb der Regierungschef in Wien auf Twitter und sicherte der Schweiz seine Unterstützung «in diesen schwierigen Zeiten» zu. Man werde dem islamistischen Terrorismus in Europa gemeinsam die Stirn bieten und die eigenen Werte verteidigen.

(jaw/sda)

Der Terroranschlag in Wien vom 2. November 2020

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mysteriöser Monolith entdeckt – im Niemandsland in Utah

In einer entlegenen Gegend des US-Bundesstaates Utah hat die Besatzung eines Hubschraubers nach Behördenangaben einen ungewöhnlichen Metall-Monolith gefunden.

Der Helikopter half am Mittwoch bei der Zählung von Schafen im Südosten Utahs, als die Crewmitglieder das Objekt sahen und zur genaueren Begutachtung in der Nähe landeten, wie die für öffentliche Sicherheit zuständige Behörde des Bundesstaates am Montag (Ortszeit) mitteilte. Aufnahmen zeigen die Säule inmitten einer für die Region …

Link zum Artikel

Football news:

Mandzukic steht kurz vor einem Wechsel zum AC Mailand. Vertrag bis Saisonende: der Ex-Stürmer von Juventus Turin und dem FC Bayern München, Mario Mandzukic, steht kurz vor einem Wechsel zum AC Mailand auf der rechten Außenbahn. Der deal ist fast abgeschlossen, der 34-jährige Kroate wird einen Vertrag bis Saisonende Unterschreiben, berichtet Insider Nicolo Skira
Antonio Conte: Juventus ist in Italien vorne, aber Inter konnte den Rückstand verkürzen
NAVAS über Pochettino: PSG ist motiviert und versucht, sich an die Ideen des trainers anzupassen
Chalhanoglu und Theo haben sich mit dem Coronavirus infiziert. In Mailand erkranken noch Rebic und Krunic, der AC Mailand berichtete, dass sich zwei Teamplayer mit dem Coronavirus infiziert haben
Real Madrid gab Inter eine 3-monatige Verzögerung für die Zahlung der ersten Zahlung für hakimi in 10 Millionen Euro
Koeman über Transfers: Auf dem Laufenden über Barça-Grenzen. Wenn nicht, dann nicht. Barcelona-Trainer Ronald Koeman hat sich über Transfers geäußert, insbesondere darüber, dass der Klub Eric Garcia im Winter von Manchester City nicht Unterschreiben kann
Barcelona wird Neto im Januar nicht gehen lassen. Der Torwart des FC Barcelona, Ronald Koeman, sagte, der Klub Wolle den Torhüter mindestens bis zum Saisonende Behalten. Der 31-jährige Brasilianer soll sich für den FC Arsenal Interessiert haben