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«Müssen uns daran gewöhnen»: Mario Basler schiesst gegen den Frauenfussball

Der ehemalige Fussballprofi Mario Basler tourt aktuell mit seinem Comedy-Programm «Basler ballert» durch die Welt. Passend. Basler, der Charakter-Typ, nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Wegen seiner Eskapaden, musste der Ex-Profi während seiner Karriere des Öfteren bei seinen Chefs antraben. Ein bekanntes Beispiel ist die «Pizzeria Affäre» im Oktober 1999.

Basler war verletzt in der Reha. Und laut seiner Theorie geht jeder, der im Rehazentrum ist, abends auch mal raus. Zusammen mit seinem Kollegen, dem damals zweiten Torwart des FC Bayern, Sven Scheuer, sucht er eine Pizzeria auf. Dort wird er von einem Typen übelst beschimpft. Basler bleibt unerwartet ruhig. Sein Freund Scheuer habe den Unbekannten anschliessend draussen «erledigt», so Baslers Version. An dieser Geschichte hatte der damalige Bayern-Manager Uli Hoeness natürlich keine Freude. Er glaubte, Mario Basler hätte seine Fäuste auch im Spiel gehabt. Die Folge: Basler wird suspendiert.

Stur an der Hotel-Bar

Auch die Geschichte vor dem Champions-League-Endspiel des FC Bayern München gegen Manchester United 1999 hat bei Mario Baslers Chefs wieder für Unstimmigkeiten gesorgt. Das pfälzische Ausnahmetalent sass am Abend vor dem Spiel bis halb vier an der Hotelbar. Ottmar Hitzfeld und Uli Hoeness seien ein paar Mal runter gekommen, um ihn ins Bett zu schicken. Basler blieb stur und sagte Nein. Er wolle noch ein Bier trinken. Das Zehnte.

Die Bayern-Bosse drohten ihm damit, am nächsten Tag nicht spielen zu dürfen. Was sagt «Super Mario»? In seiner bekannten Bescheidenheit meint er nur: Dann können wir halt nicht gewinnen. Apropos bescheiden: Basler sagte einmal, er sei überzeugt davon, zu seiner Zeit der beste Fussballer gewesen zu sein. Und höchst wahrscheinlich auch derjenige, der am meisten Strafgelder in seiner Karriere bezahlt hatte. Über 400'000 Mark.

Gern gesehener Gast in Shows

Mario Baslers Fussballkarriere nimmt beim 1. FC Kaiserslautern ihren Anfang. Dort gibt er sein Bundesliga-Debüt und wechselt dann in die 2. Liga zu Rot-Weiss Essen. Es folgen Klubs wie Hertha BSC, Werder Bremen und Bayern. Mit den Münchnern wird Basler sogar deutscher Meister. Abgerundet wird Mario Baslers Karriere wieder von Kaiserslautern und einem kurzen Abstecher nach Katar.

Heute ist «Super Mario» in diversen Talk-Formaten oder Reality-Shows gern gesehener Gast. Von der Fussball-Sendung «Doppelpass» bis hin zu «Promi Big Brother». Das «Dschungelcamp» hat er allerdings schon mehrfach abgelehnt.

Treffen mit altem Weggefährten

Die Fussballschuhe hängt der Deutsche aber noch nicht an den Nagel. So spielt er an der Schnee-WM in Arosa Mitte Januar im Team Deutschland. Es reicht nur für Rang 3 (von vier). Erfreulicher ist wohl die Begegnung mit der Bremer Trainerlegende Otto Rehhagel. Die beiden pflegen eine besondere «Spieler-Trainer-Beziehung» (Rehhagel holte Basler 1993 zu Werder Bremen Anm.d.Red.).

Rehhagel hatte damals einige Augen zudrücken müssen. Zum Beispiel was das Benehmen von Basler anbelangt. Ihn umzuformen hätte nichts gebracht. Nur so wie er war und sein wollte, habe er funktioniert. Basler nennt Rehhagel bis heute auch «Mein Papa, mein Ziehvater, der mir vieles erlaubt hat.»

Sentimentale Gefühle kämen heute aber nicht mehr hoch, sagt Basler: «Es ist immer schön, wenn wir uns sehen. Wir haben ja lange Zeit zusammengearbeitet.» Trotzdem vermisse er die alten Zeiten nicht.

«Frauen-EM ist schlimmer als Sommerpause»

Es hat sich seither auch einiges geändert. Es herrschen strengere Regeln auf und neben dem Platz. Schwierige Umstände für einen wie Basler. Ob er heute noch Spass als Aktiver hätte? «Wahrscheinlich nicht.» Er hätte sich diesen aber trotzdem genommen. «Ob es den anderen Spass machen würde, weiss ich natürlich nicht.» fährt Basler fort. Darüber muss sich der 30-fache Nationalspieler keine Gedanken mehr machen. Es sei ihm auch egal, inwiefern die heutigen Fussballer aus der Reihe tanzen.

Weniger egal sind Basler die Frauen im Fussball. 2013, vor der Europameisterschaft in Schweden, twittert der Deutsche: «Frauen-EM ist schlimmer als Sommerpause.» Sogar mit Frauen über Fussball zu sprechen, sei für ihn schwierig. «Frauenfussball ist nicht so mein Metier, aber wir müssen uns daran gewöhnen», sagt er. Schliesslich kämen ja auch immer mehr Frauen zum Interview. Gemeint sind Reporterinnen, die ihn zum Thema Fussball befragen. Immerhin: Abneigung hört sich anders an.

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