Switzerland
This article was added by the user Anna. TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Mit zu vielen Nasen verliert der Mensch sein Gesicht

Kirill Serebrennikow ist ein hellsichtiger Kritiker totalitärer Entwicklungen. Jetzt eröffnet seine radikale Deutung der «Nase» von Schostakowitsch eine neue Ära an der Bayerischen Staatsoper. Leider wird dieser künstlerische Triumph von internen Querelen überschattet.

Ein paar Erker mehr im Gesicht, da leidet prompt die Individualität: Szene aus Kirill Serebrennikows Inszenierung der «Nase» von Dmitri Schostakowitsch an der Bayerischen Staatsoper.

Ein paar Erker mehr im Gesicht, da leidet prompt die Individualität: Szene aus Kirill Serebrennikows Inszenierung der «Nase» von Dmitri Schostakowitsch an der Bayerischen Staatsoper.

Wilfried Hösl

Sein Start in München war bisher mehr ein Stolpern. Als neuer Intendant der Bayerischen Staatsoper hat Serge Dorny sogar einen echten Konfliktherd geschaffen. Es geht, nicht um ersten Mal, um die Corona-Auflagen am Haus. Wie Ende September durchsickerte, gilt an der Staatsoper für freie Mitarbeiter eine interne 2-G-Regel; demnach müssen Freischaffende genesen oder geimpft sein, um Engagements zu erhalten. Eine Testung reicht bei ihnen nicht, es sei denn, es bestehen gesundheitliche Risiken bei einer Impfung oder die künstlerische Qualität macht sie unentbehrlich.