Switzerland

Mit Massentests gegen die Pandemie: Deshalb ist die Jagd nach Virenträgern so wichtig

Es ist längst eine Binsenweisheit: Damit wir die Pandemie in den Griff kriegen, Infektionsketten unterbrechen können, müssen wir die Corona-Fälle in der Bevölkerung möglichst frühzeitig erkennen. Doch noch immer fehlt hierzulande eine schweizweite Infrastruktur für Corona-Schnelltests. Auch Gesundheitsminister Alain Berset (48) zeigte sich lange Zeit skeptisch gegenüber Massentests – bis der Kanton Graubünden Anfang Jahr mit Massentests vorgeprescht ist.

Die positiven Erfahrungen aus dem Bündnerland haben den Bund Ende Januar dazu bewogen, seine Teststrategie auf den Kopf zu stellen. Seither ruft der Bundesrat die Kantone zu grossflächigem Testen auf. Aber funktioniert das auch? Welche Tests kommen zur Anwendung? Und wie steht es um die Kosten? BLICK beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum sind Massentests so wichtig?

Um allfällige Infektionsherde frühzeitig zu erkennen. Es ist eine einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung: Wird die breite Bevölkerung häufiger getestet, können Infizierte und deren Kontaktpersonen schneller in Quarantäne gesteckt werden. Auch hätte man grössere Chancen, Infizierte, die keine Symptome aufweisen, zu erkennen und zu isolieren. So sollen die Neuinfektionen drastisch sinken. Das Resultat wären weniger Erkrankte und Tote – was wiederum auch zu weiteren Lockerungsschritten führen könnte.

Wo kommen Schnelltests heute zur Anwendung?

In Alters- und Pflegeheimen, Schulen und Firmen. Die Krux: Es gibt bislang keine Pflicht vom Bund. Ob und in welcher Form präventive Massentests eingesetzt werden, wird den Kantonen überlassen. In
St. Gallen beschränkt man sich derzeit auf Alters- und Pflegeheime, wo die Bewohner und das Personal alle fünf bis sieben Tagen zum Schnelltest antraben müssen. Im Kanton Bern läuft zudem an ausgewählten Schulen ein Pilotprojekt mit Massentests. Und auch der Kanton Aargau will ab Mittwoch freiwillige Schnelltests für die Schüler anbieten. Der Schweizer Testturbo ist der Kanton Graubünden: Dort wird bereits seit Wochen die breite Bevölkerung präventiv getestet – auch 150 Firmen sind mit dabei.

Welche Corona-Tests gibt es in der Schweiz?

Bereits seit Monaten hoch im Kurs steht der zuverlässige PCR-Test, der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlen wird. Nach dem Nasen-Rachen-Abstrich dauert es allerdings bis zu 48 Stunden, bis man ein Resultat erhält. Ohne Labor geht nichts.

Auch der Antikörper-Test muss ins Labor, dort wird allerdings eine Blutprobe entnommen. Dieser erkennt das Virus aber erst im Endstadium oder nach der Infektion – zu spät für eine Verhinderung der Ausbreitung.

Etwas neuer sind die Antigen-Schnelltests, die in ersten Apotheken von Fachpersonen gemacht werden. Dafür wird, ähnlich wie beim PCR-Test, ein Abstrich an der hinteren Nasenwand genommen. Diese sind zwar etwas weniger empfindlich als der «Gold-Standard» PCR, aber ebenfalls von Swissmedic überprüft und vom Bundesrat freigegeben. Innert 15 bis 30 Minuten liegt das Ergebnis vor.

Spuck-Schnelltests kommen vereinzelt an Schulen bereits zum Einsatz, sind für Einzelpersonen allerdings noch nicht zugelassen. Die Abnahme der Probe ist sehr viel einfacher, da keine ärztliche Begleitung benötigt wird. Ausgewertet werden diese Tests ebenfalls im Labor.

Welcher Test eignet sich für mich zu Hause?

Bislang sind in der Schweiz keine Tests für die breite Bevölkerung zugelassen, die man selbständig in den eigenen vier Wänden durchführen kann. Am besten würde sich ein Spuck-Schnelltest eignen. In den USA und in Kanada sind diese bereits gang und gäbe – nicht einmal das Labor muss man da bemühen.

Wer übernimmt die Kosten für die Tests?

Das kommt darauf an. Einen Antigen-Schnelltest in der Apotheke erhält man kostenlos, wenn man Covid-Symptome aufweist. Wer selbst präventiv testen will, muss rund 80 Franken pro Antigen-Schnelltest berappen. Etwas anders sieht es für die Institutionen aus: In Alters- und Pflegeheimen trägt der Bund die Kosten. Für Schnelltests an Schulen kommt er nur auf, wenn Abstands- und Maskenregeln nicht eingehalten werden können – zum Beispiel bei Kindertagesstätten. Ansonsten muss der Kanton zahlen. Der Kanton Zug lässt sich das 400'000 Franken pro Woche kosten. Firmen, die Massentests durchführen und diese vom Bund vergütet haben möchten, müssen ein Gesuch stellen. Nur wenn sie begründen können, weshalb im Unternehmen trotz Schutzkonzept ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, übernimmt der Bund die Kosten.

Wie schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich ab?

Viele Länder sind in Sachen Massentests schon weiter. Zum Beispiel unser Nachbarland Österreich: Wer dort zum Coiffeur gehen möchte, muss einen negativen Covid-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ganz nach dem Motto: Kein frischer Test, keine frische Frisur.

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