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Milliardenbetrug  durch Onecoin: Weltweite Fahndung nach der «Krypto-Queen»

Milliardenbetrug  durch OnecoinWeltweite Fahndung nach der «Krypto-Queen»

Mit Onecoin wollte sie die neue Nummer eins auf dem Kryptomarkt werden. Den Anlegern versprach sie das grosse Geschäft. Nun fahndet Europol nach der Gründerin Ruja Ignatova.

Sie gehört zu den meistgesuchten Personen in Europa: Ruja Ignatova.

Sie gehört zu den meistgesuchten Personen in Europa: Ruja Ignatova.

Foto: Youtube/Onecoin

Sie war auf dem Cover des «Forbes»-Magazins. In Bangkok, London und Frankfurt hielt sie in ausverkauften Stadien Reden über ihre Kryptowährung Onecoin. Dabei versprach Ruja Ignatova, ihre digitale Währung werde die Nummer eins auf dem Markt werden.

Von den Medien wird Ignatova oft «Krypto-Queen» genannt. Millionen von Menschen glaubten an die von ihr frei erfundene virtuelle Währung. Diese existierte nur in ein paar Verkaufspräsentationen, Excel-Tabellen und auf dubiosen Websites. Wie hoch der Schaden ist, der durch Onecoin entstand, ist bis heute unklar. US-Behörden sprechen von vier Milliarden Dollar, wie Buzzfeed vermeldet. 

Für Hinweise, die zur Verhaftung führen, gibt es 5000 Euro: Fahndungsfoto der Juristin Ruja Ignatova.

Für Hinweise, die zur Verhaftung führen, gibt es 5000 Euro: Fahndungsfoto der Juristin Ruja Ignatova.

Foto: Keystone

Nun ist die Gründerin auf der «Europe’s Most Wanted»-Liste von Europol. Das Europäische Polizeiamt will jetzt über Social Media in 194 Ländern nach ihr fahnden. 

2017 tauchte Ruja Ignatova unter. Ihr Bruder Konstantin übernahm das Geschäft. Er wurde kurz darauf in Los Angeles festgenommen und kooperiert seitdem mit dem FBI. Er erzählte den amerikanischen Sicherheitsbehörden, dass er einmal von einem angeblichen Hells-Angels-Anführer angerufen worden sei. Der habe ihn nach Zürich beordert. In der Schweiz habe man ihm gedroht, dass das Geld, das die Rocker in Onecoin investiert hätten, mehr wert sei als sein Leben. 

Vorgeworfen werden der «Krypto-Queen» Geldwäscherei sowie gemeinschaftlicher Betrug in einem besonders schweren Fall. Für Hinweise, die zu ihrer Verhaftung führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. 

Grosse Versprechen, nichts dahinter

Die Onecoin-Saga begann 2014. Mit anderen Mitstreitern gründete die Bulgarin eine Kryptowährung, die dem Bitcoin in allen Belangen überlegen sein sollte. Sie versprach allen, die früh einsteigen, Reichtum. Ein Chart, den Ignatova gern zeigte, sollte eine extreme Wertsteigerung der Kryptowährung zeigen. Von 50 Cent auf angebliche 29.95 Euro im Jahr 2019. Tatsächlich soll der Wert des Coins intern bestimmt worden sein und nicht auf Angebot und Nachfrage basieren, wie ein Dokument der US-Staatsanwaltschaft zeigt. Doch die US-Behörden betonen, dass es sich nie um eine echte Kryptowährung mit einer unabhängigen Preisbildung gehandelt habe. Der «revolutionäre» Coin sei eher mit dem klassischen Netzwerkmarketing zu vergleichen: Überzeugten die Investoren andere von einem Schulungspaket, erhielten sie eine Provision. Besorgten diese wiederum weitere Kunden, kassierte man ein paar Prozente weiter mit. 

Im Nacken des Bitcoins: Hier zeigt die Gründerin die angebliche Marktkapitalisierung des Onecoin.

Im Nacken des Bitcoins: Hier zeigt die Gründerin die angebliche Marktkapitalisierung des Onecoin.

Foto: Youtube / OneCoin


Ignatova soll laut Angaben der Europol «als treibende Kraft und geistige Erfinderin der vermeintlichen Kryptowährung Onecoin weltweit Investoren veranlasst haben, in diese tatsächlich wertlose «Währung» zu investieren. Weiter warnt die europäische Polizeiorganisation, dass die Gesuchte oder etwaige Begleitpersonen bewaffnet sein könnten. 

«Nimm das Geld und lauf»

Schon vor drei Jahren sprachen US-Staatsanwälte von einem «mehrere Milliarden Dollar schweren Pyramidensystem um eine betrügerische Kryptowährung». E-Mails zwischen Ignatova und dem Mitgründer sollen die «Ausstiegsstrategien» von Onecoin zeigen. Eine davon war, so steht es im Dokument der US-Staatsanwaltschaft: «Nimm das Geld und lauf und beschuldige jemand anderen dafür.»

Eine fast sechs Stunden dauernde Podcast-Serie des britischen Nachrichtensenders BBC beschäftigt sich mit dem Betrug und dem Verschwinden der «Krypto-Queen». Spekuliert wird über aufwendige Gesichtsoperationen, die Mafia und Treffen mit Russisch sprechenden Männern in Athen. Laut «Spiegel» soll Ignatova zuletzt in der griechischen Hauptstadt Athen gesehen worden sein. Am 25. Oktober 2017 soll sie von Sofia dorthin geflogen sein. In einem Billigflieger.

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