Switzerland

Milliardär lässt sich als Testperson impfen: «Ein Affront für alle Thurgauerinnen und Thurgauer»

Nina Schläfli, Präsidentin der SP Thurgau, empfindet die Impfung des südafrikanischen Milliardärs Johann Rupert als «Affront». Bürgerliche finden es «unsensibel», aber das Versagen des Bundes bei der Impfstrategie sei schlimmer.

Liess sich im Thurgau vor allen anderen impfen: Johann Rupert.

Liess sich im Thurgau vor allen anderen impfen: Johann Rupert.

Foto: Tribune de Genève

Ein «Affront» sei die Impfung des südafrikanischen Milliardärs Johann Rupert im Thurgau. Egal, ob er die Impfung als Testperson erhalten habe oder nicht. Das schreibt Nina Schläfli, SP-Präsidentin des Kantons Thurgau, in einem Tweet.

Am Telefon macht sie ihrem Unmut Luft. «Ich nerve mich unsäglich. Kann man denn mit Geld alles bekommen?» Da könne ein Milliardär einfliegen, und alle anderen müssten hintenanstehen. «Es ist unvorstellbar, so jemanden zu bevorzugen.» Die SP wolle genau erfahren, wie das möglich gewesen sei und wer dies ermöglicht habe. Auch die Vergabe des Auftrags an die Hirslanden-Gruppe müsse untersucht werden, da der Thurgauer Gesundheitsdirektor Urs Martin (SVP) früher dort gearbeitet habe (lesen Sie hier den Kommentar).

Hirslanden wiegelt ab

Rupert war mit dem Privatjet in die Schweiz geflogen und hatte sich die Impfung in einem Zentrum der Hirslanden-Klinik geben lassen, die ihm gehört (lesen Sie hier die Recherche). Ein Hirslanden-Sprecher verteidigte sich damit, dass an die Testimpfungen keine behördlichen Auflagen gemacht worden seien. «Es wurden testwillige Personen von Hirslanden, der Spital Thurgau AG sowie verfügbare Risikopatienten ausgewählt», sagt er. Alle Personen seien «ordnungsgemäss» im Tool des Bundesamts für Gesundheit (BAG) registriert worden.

Das BAG wiederum versteckt sich auf Anfrage hinter den Kantonen. Diese seien für die Impfungen zuständig. Das BAG habe in seiner Impfstrategie eine Priorisierung der Personen vorgenommen, die als erste geimpft werden sollen, weil sie ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe oder Ansteckung aufweisen. Somit sei vor einer Impfung zu prüfen, ob die zu impfende Person einer der priorisierten Risikogruppen angehöre und ob diese Gruppe bereits aufgerufen sei, an der Impfung teilzunehmen. Ob diese Prüfung stattgefunden hat und was das Bundesamt wusste, sagt das BAG nicht. Auch Alain Berset beantwortet keine Fragen zum Fall Rupert. Er habe davon keine Kenntnis.

«Unsensibel»

«Die Mitte»-Gesundheitspolitikerin Ruth Humbel findet den Vorfall «unsensibel». «Falls Rupert mit dem Privatjet in die Schweiz geflogen ist, dann wäre es ein Skandal, wenn er bei der Einreise weder einen negativen Test vorgewiesen hätte noch in Quarantäne gesessen hätte.» Schlimmer finde sie allerdings, dass der Bund den Kantonen zu wenig und zu spät ausreichend Impfstoff zur Verfügung stelle.

Ähnlich argumentiert die Zürcher FDP-Nationalrätin Regine Sauter. «Das ist politisch nicht geschickt, und ich erwarte, dass das nicht geschieht», sagt sie. Die Schweiz habe nur eine kleine Menge Impfstoff zur Verfügung, und es gebe Risikogruppen, die möglichst rasch geimpft werden sollten. «Dann erwarte ich, dass auch Testimpfungen für diese Gruppen verwendet werden.»

«Bersets Desaster»

«Ich gehe nicht davon aus, dass der Kanton Thurgau gezielt Ausländer für Testimpfungen rekrutiert hat», sagt SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi. Es sei aber Alain Berset, der das Desaster bei den Impfungen zu verantworten habe. «Wegen seines erneuten Versagens haben wir zu wenig Impfstoff, und statt zu impfen wartet Personal in den Zentren auf die nächste Lieferung.»

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