Switzerland

Messerstecherei in Lugano: Angreiferin hatte sich in einen Jihadisten verliebt und wollte 2017 nach Syrien reisen

Eine 28-jährige Frau hat am Dienstag in einem Luganeser Warenhaus Passantinnen mit einem Messer angegriffen. Sie wird als Sympathisantin der Terrororganisation Islamischer Staat beschrieben.

An einer Medienkonferenz am Dienstagabend in Bellinzona bestätigte der Präsident des Tessiner Staatsrats, Norman Gobbi (rechts), die wesentlichen Fakten zum Tathergang.

An einer Medienkonferenz am Dienstagabend in Bellinzona bestätigte der Präsident des Tessiner Staatsrats, Norman Gobbi (rechts), die wesentlichen Fakten zum Tathergang.

Pablo Gianinazzi / Ti-Press / Keystone

Sie habe «Allahu akbar» gerufen, «Gott ist am grössten», bevor sie auf ihre Opfer losgegangen sei, schreiben Tessiner Medien. Die mutmassliche Täterin, die den Behörden bereits als radikalisiert bekannt war, hat offenbar unmittelbar zuvor in der Haushaltsabteilung des Warenhauses ein Küchenmesser entwendet. Daraufhin habe sie ihr erstes Opfer gewürgt und später auf eine zweite Frau eingestochen. Laut Augenzeugen habe sie sich zum Islamischen Staat (IS) bekannt. Erst das beherzte Eingreifen eines Paares konnte die Angreiferin stoppen. Ein Opfer wurde schwer verletzt. Die mutmassliche Täterin wurde der Polizei übergeben.

An einer Medienkonferenz am Dienstagabend in Bellinzona bestätigte der Präsident des Tessiner Staatsrats, Norman Gobbi, die wesentlichen Fakten zum Tathergang, wollte die Details aber nicht bestätigen. Diese müssten jetzt von der Polizei abgeklärt werden. Aus Bern war über Skype Nicoletta della Valle, die Direktorin des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), zugeschaltet. Sie vermute einen terroristischen Hintergrund der Tat. «Dieser Angriff überrascht mich nicht», sagte della Valle weiter. Solche Attacken würden überall auf der Welt geschehen. Das Fedpol hat deshalb bekanntgegeben, dass die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren eröffnet.

Am Mittwochvormittag meldete sich schliesslich das Bundesamt für Polizei (Fedpol) via Twitter zu Wort und lieferte einige neue Erkenntnisse zu dem Vorfall in Lugano. Polizeiliche Ermittlungen aus dem Jahr 2017 hätten ergeben, dass sich die Frau damals über soziale Netzwerke in einen jihadistischen Kämpfer aus Syrien verliebt habe. Darauf habe sie versucht, nach Syrien zu reisen und den Mann zu treffen. An der türkisch-syrischen Grenze wurde sie aber von den türkischen Behörden angehalten und in die Schweiz zurückgeschickt.

Zu diesem Zeitpunkt habe die Frau an psychischen Problemen gelitten, schreibt das Fedpol weiter. Nach ihrer Rückkehr aus der Türkei sei sie in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen worden. In den letzten drei Jahren ist die heute 28-Jährige laut Fedpol nicht mehr in Ermittlungen mit terroristischem Hintergrund aufgetaucht.

Erinnerung an Morges

Erst im September hatte sich in Morges (VD) ein ähnliches Verbrechen ereignet. Ein türkisch-schweizerischer Doppelbürger ging mit einem Messer auf einen 29-jährigen Portugiesen los, der in Morges gerade ein Kebab-Lokal betreten wollte – offenbar ein Zufallsopfer. Die Messerattacke endete tödlich. Schon am Tag darauf konnte die Polizei den mutmasslichen Täter auf offener Strasse festnehmen. Er hat die Tat gestanden.

Es handelt sich um keinen Unbekannten. Schon 2019 sass der Mann wegen versuchter Brandstiftung an einer Tankstelle in einem Wohnquartier in Untersuchungshaft. Im Juli 2020 wurde er aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens entlassen. Die Behörden machten ihm allerdings strenge Sicherheitsauflagen. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hatte den Mann seit 2017 auf dem Radar.

Die Messerattacke von Morges fand auch Eingang in den Bericht «Sicherheit Schweiz 2020» des NDB. Die Analysten des Bundes stufen diese als mutmasslichen Terroranschlag ein. Sogenannte «stabbing attacks» gelten als neue Form der terroristischen Taktik radikalisierter Einzeltäter. Sie sind deshalb schwierig zu verhindern, weil sie – etwa im Gegensatz zu einem Sprengstoffanschlag – ohne jeden logistischen Aufwand ausgeführt werden können. Besondere Führungsstrukturen sind ebenfalls nicht notwendig. Dennoch werden die Attentäter im islamistischen Milieu als Märtyrer bezeichnet, was Nachahmer animiert, ebenfalls zur Tat zu schreiten.

Deutliche Worte der Regierung

Auch der Terroranschlag von Nizza Ende Oktober wurde mit einem Messer ausgeführt. Der mutmassliche Täter tötete drei Menschen. Nicht ins Muster passt der Anschlag von Wien, bei dem am 11. November vier Zivilisten getötet wurden. Der einschlägig bekannte Islamist, den die Behörden als Attentäter identifizierten, schoss mit einer Kalaschnikow um sich.

Der IS ist nach der militärischen Niederlage in Syrien und im Irak zwar geschwächt, aber nicht verschwunden. Seine Ableger setzen sich etwa südlich der Sahara fest. Die Fähigkeit, koordinierte, logistisch aufwendige Anschläge durchzuführen, scheint zurzeit eingeschränkt. Gleiches gilt für die Terrororganisation al-Kaida. Die Inspiration, die von der islamistischen Ideologie ausgeht, scheint hingegen nach wie vor ungebrochen anzuhalten. Dies legen die Ereignisse von Lugano vom Dienstag nahe. Norman Gobbi, der Tessiner Regierungspräsident, machte klar, dass es keine Toleranz für Terror gibt: «Friedlich zu sein, bedeutet nicht, hilflos zu sein», sagte er vor den Medien in Bellinzona.

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