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Switzerland

Mengia Caflisch (75) entdeckte das Spionage-Schlupfloch bei der Crypto AG: Die CIA zitterte vor dieser Schweizerin

Mengia Caflisch (75) aus einer ländlichen Gemeinde in der Umgebung von Zug will eigentlich den Ruhestand geniessen. Nun steht der Name der Schweizerin plötzlich prominent in der «Washington Post». Weil sie bis 1995 für die Crypto AG arbeitete, die nun im Zentrum eines internationalen Spionage-Skandals steht. Die Öffentlichkeit sucht die Elektroingenieurin nicht – im Gegenteil: «Mit der ‹Washington Post› habe ich nur gesprochen, weil mein Name ja sowieso in verschiedenen Akten stand», erklärt sie. Man spürt, dass sie in die Sache eigentlich nicht hineingezogen werden möchte.

Währenddessen klingelt schon wieder das Telefon. Schon wieder ein Journalist. Dabei ist das Enkelkind krank.

Bis zur Interviewanfrage der US-Zeitung vor wenigen Wochen hatte sie nur einen Verdacht gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber. «Ich war immer eine neugierige Person. Wollte das ganze System verstehen, nicht nur meinen Teilbereich», erinnert sie sich an ihre Zeit bei der Crypto AG.

CIA hielt die Schweizerin für zu intelligent

Sie stiess auf etwas, das sie für eine Sicherheitslücke hielt. «Ich habe das gemeldet, merkte aber sofort, dass kritische Fragen nicht wirklich willkommen sind.» So ergab sich mit den Jahren ein diffuser Verdacht, dass wohl etwas nicht stimmen könnte. Das sei auch ein Grund gewesen, dass sie die Zuger Firma schliesslich verliess. An den Geheimdienst hätte sie aber nicht gedacht, in ihrer «Naivität», wie sie es heute selbst formuliert.

Dass die ETH-Absolventin gern über den Tellerrand hinaus denkt, merkten auch die US-Geheimdienstler schnell. Sie sei «zu intelligent», reklamierten die Herren der CIA, als Caflisch angestellt wurde. Sie bekam die Stelle trotzdem.

Caflisch lässt durchblicken, dass sie es zwar wichtig findet, dass der Fall öffentlich wurde. Dass sie mit den empörten Reaktionen aber nur wenig anfangen kann. Ihr Urteil: «Es ist schliesslich nicht der erste Abhörfall, der öffentlich wird.» Eigentlich müsse man sich eher fragen, wie sicher unsere Handys und Computer sind. Und: Wie man die sammelwütigen Geheimdienste kontrollieren könnte. Dann reicht die rüstige Rentnerin dem Reporter seine Jacke. Denn: Der kranke Enkel wartet.

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