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Mehr Familie statt Fussballprofis: Freiämter Sportphysiotherapeut hat sich selbstständig gemacht

«Ja, es ist momentan wirklich grad eine ganz blöde Situation für mich. Vor allem geschäftlich», erklärte Marco Dobler am Montagvormittag am Telefon. Er befindet sich seit dem vergangenen Wochenende in Quarantäne, wohin der Luzerner Kantonsarzt die gesamte erste Mannschaft und den Staff des FC Luzern nach mehreren positiven Coronatests geschickt hat. Der Villmerger Dobler gehört dazu, weil er zurzeit noch als medizinischer Masseur beim Super-League-Verein tätig ist. Sein Test sei allerdings negativ ausgefallen. Trotzdem müsse er bis auf weiteres in Quarantäne bleiben.

Das hat Auswirkungen auf seinen Job. Denn Anfang dieses Jahres hat sich Marco Dobler selbstständig gemacht. Der 38-Jährige reduzierte sein Pensum beim FC Luzern auf 50 Prozent und hat in Villmergen seine eigene Praxis eröffnet. Und zwar im neuen «Haus der Gesundheit» an der Schulhausstrasse 7, wo früher die Raiffeisenbank ihr Domizil hatte. «Ich musste allein am Montag sieben Kunden absagen», berichtet Dobler. Sein Arbeitstag wäre also praktisch voll gewesen. Wann er wieder an der Massageliege stehen darf, weiss er noch nicht.

Er senkt sein Pensum in Luzern auf 20 Prozent

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten wegen Corona ging mit der Selbstständigkeit für ihn ein Wunsch in Erfüllung. «Ich habe meine Berufung als Masseur und Sportphysiotherapeut gefunden», sagt Dobler. Er bietet verschiedene Therapieformen bei Verspannungen, Muskelproblemen oder Verletzungen an, auch spezifisch im Bereich der Schmerzlinderung. In den vergangenen fast zehn Jahren widmete er sich dem Profifussball. Zuerst ab Juli 2011 fünf Jahre im Staff des FC Aarau und zuletzt beim FCL als Leiter des Medicalteams. Bei den Luzernern wird Dobler das Pensum ab März auf 20 Prozent senken.

«Ich kann nun zu Fuss zur Arbeit gehen»

«Der Hauptgrund, weshalb ich vom Fussball weggehe, ist eine verbesserte Lebensqualität. Ich kann nun zu Fuss in wenigen Minuten zur Arbeit gehen. Der lange Fahrtweg nach Luzern fällt weg. Und ich habe mehr Zeit für meine Familie. Im Profifussball ist man halt oft auch am Samstag und Sonntag engagiert», sagt der verheiratete Vater von zwei Söhnen.

«Wir sind auch offen für weitere Interessenten»

Die Gelegenheit im «Haus der Gesundheit» packte er deshalb am Schopf. Ebenfalls da eingemietet ist der 50-jährige André Kunz, der seine Massage- und Therapiepraxis «Lebensenergie» dort seit November führt. «Wir kennen uns schon über 20 Jahre. Es passt hier für beide von den Räumlichkeiten her ideal», sagt Dobler. Zusätzlich zu den beiden Massagepraxen ist an eineinhalb Tagen pro Woche in einem Zimmer auch Melanie Hägi als Reflexzonentherapeutin tätig. «Es ergänzt sich hier alles sehr gut. Wir sind im Haus der Gesundheit auch offen für weitere Interessenten. Eventuell im Bereich Podologie oder Ernährungsberatung», so Marco Dobler.

Das Haus sei dank der Bankvorgeschichte mit der Raumaufteilung gut für mehrere Anbieter geeignet und wurde leicht renoviert. «Den Kunden gefällt’s hier und die Lage mitten im Zentrum ist perfekt», erklärt André Kunz. Noch immer vorhanden ist übrigens die dicke ehemalige Tresortür. Beim Vorbeigehen im Gang meint Dobler schmunzelnd: «Der Tresorraum ist für uns eine gute Abstellkammer.»

Marco Dobler (l.) und André Kunz vor dem Eingang zum Haus der Gesundheit in Villmergen.

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