Switzerland

Mehr als 20 Millionen Menschen weltweit infiziert, Russland überrascht mit Zulassung eines Impfstoffs – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Über 20 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 734 800 Infizierte sind verstorben, über 12 Millionen genesen.

Die neusten Entwicklungen

  • Die Zahl der weltweit verzeichneten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor (10.8., Ortszeit). Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfallen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien. Auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas breitet sich das Virus weiterhin rasch aus. Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Mehr als 730 000 Menschen sind nach Berechnungen der Johns Hopkins-Universität nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Opfer stieg jedoch zuletzt auch wegen besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich langsamer an. Das weltweit nach absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land sind die USA. Dort gibt es 163 000 Todesfälle. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit über 100 000 Toten.
  • Russland überrascht mit der Zulassung eines ersten Covid-19-Impfstoffs. Am  Mittwoch (12. 8.) will Moskau das Mittel zulassen, im Oktober beginnt die Impfkampagne im Land. Zwei Monate lang sei das Mittel an Menschen bereits getestet worden, teilte der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag (11. 8.) mit. Die letzten Phasen der klinischen Studien zur Prüfung der Sicherheit und der Wirksamkeit würden nach der Zulassung fortgesetzt. Die Zulassung in einem so frühen Stadium widerspricht internationalen Kriterien.
  • Der amerikanische Präsident Donald Trump erwägt im Rahmen der Coronavirus-Hilfe eine Senkung der Steuer auf Kapitalgewinne. Zudem stehe eine niedrigere Einkommenssteuer für die Mittelschicht zur Debatte, sagte Trump am Montagabend (10.8. Ortszeit). Laut einem hochrangigen Regierungsmitarbeiter denkt die amerikanische Regierung auch darüber nach, mutmasslich mit dem Coronavirus infizierten Bürgern die Heimreise aus anderen Ländern zu untersagen. 
  • Bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie fehlen die finanziellen Mittel. Laut dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, besteht aus globaler Sicht eine «riesige Lücke» zwischen den benötigten und effektiv von Regierungen gesprochenen Geldern. Alleine für Impfstoffe würden weltweit rund 100 Milliarden Dollar benötigt, sagte Ghebreyesus am Montag (10.8.). Es sei noch nicht zu spät, die Entwicklung umzukehren.
  • Griechenland verlangt negativen Corona-Test von Einreisenden aus Schweden, Belgien, Spanien, den Niederlanden und der Tschechischen Republik. Ab 17. August soll diese Regelung in Kraft treten. Das verkündete die Regierung am Montag (10.8). Zudem müssen alle auf dem Landweg einreisenden Menschen ab 17. August einen negativen Corona-Test vorlegen, egal aus welchem Land sie stammen. Der negative Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Die Massnahme ist eine Folge eines sprunghaften Anstiegs der Infektionen. Am Sonntag (9.8) meldete Griechenland mit 203 Fällen die höchste tägliche Zahl von Coronavirus-Infektionen seit Beginn des Ausbruchs.
  • Frankreichs Hauptstadt Paris führt eine Maskenpflicht im Freien ein. Betroffen seien besonders stark frequentierte Bereiche wie die Seineufer oder Einkaufsstrassen in mehreren Stadtbezirken, teilte das Polizeipräsidium am Samstagabend (8. 8.) mit. Die Vorschrift gilt ab Montag (10.8).

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen steigen weiter an

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Nachdem die Infektionsraten vielerorts zunächst gesunken waren, wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Dadurch sind die Infektionsraten in vielen Ländern wieder gestiegen. Fast alle Grenzen in der EU sind wieder offen. Personen aus den USA und vielen anderen Drittländern dürfen aber weiter nicht einreisen. Lediglich die Einreise von Personen aus folgenden elf Drittländern ist derzeit zugelassen: Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Rwanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Zusätzlich wird China genannt – das Land muss aber noch zusagen, dass auch EU-Bürger dort einreisen dürfen. Die Liste wird alle zwei Wochen überarbeitet.

Diese Länder sind in Europa am stärksten betroffen

Russland meldet rund 891 000 Infektionsfälle und rund 15 000 Tote (11. 8.). Es laufen Massentests auf Antikörper.

Das Vereinigte Königreich verzeichnet rund 313 400 positiv getestete Personen und rund 46 611 Tote (11. 8.). Die britische Regierung hat am 26. Juli für Tausende von Briten, die ihre Sommerferien in Spanien verbracht haben, eine zweiwöchige Quarantänepflicht verhängt. In England dürfen Pubs, Restaurants, Hotels und viele andere Einrichtungen wieder öffnen. Es gilt eine Maskentragpflicht in Geschäften. Am 31. Juli sind die Beschränkungen in Nordengland wieder verschärft worden.

In Italien gibt es rund 250 800 Infektionsfälle. Mehr als 35 200 Personen sind gestorben (11. 8.). Die Regierung hat den Notstand bis zum 15. Oktober verlängert. Die Anti-Corona-Massnahmen, darunter fallen etwa Maskenpflicht, Versammlungsverbot und Abstandsregeln, gelten bis vorerst 7. September. Für Reisende aus Rumänien und Bulgarien gilt eine Quarantänepflicht. Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums und des Statistikamtes Istat vom 3. August haben knapp 1,5 Millionen Menschen im Land Antikörper entwickelt, also rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. Die Studie basiert auf Tests bei 64 660 repräsentativ ausgewählten Personen vom 15. Mai bis 15. Juli. In der Lombardei wurden bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

In Italien, hier ein Strand bei Neapel, dürften sich weit mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben als bisher angenommen.

In Italien, hier ein Strand bei Neapel, dürften sich weit mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben als bisher angenommen.

Ciro Fusco / EPA

Die Situation in anderen Ländern Europas

Spanien verzeichnet mehr als 28 570 Todesopfer – rund 323 000 Personen sind infiziert (11. 8.). Als letzte Region auf dem spanischen Festland hat Ende Juli auch die Hauptstadt Madrid eine umfassende Maskentragpflicht angekündigt. Sie müssen nicht nur in geschlossenen öffentlichen Räumen, sondern auch im Freien angelegt werden – mit Ausnahme auf den Kanaren.

In Frankreich dürfen Restaurants und Cafés wieder öffnen, auch Touristenunterkünfte sind fast alle wieder zugänglich. Die Grenzen sind auch für Reisende von ausserhalb der EU und des Schengenraums offen. Im öffentlichen Raum gilt eine Maskentragpflicht. Gegenwärtig sind rund 239 300 Infektionsfälle bestätigt, 30 327 Erkrankte sind verstorben (11. 8.). Zuletzt stieg die Zahl der Neuinfektionen um jeweils mehr als 1000 an. Die Regierung will daher kostenlose und rezeptfreie Corona-Tests bereitstellen. Paris, Nizza und mehrere andere Gemeinden haben eine Maskentragpflicht auch im Freien eingeführt.

Unter bestimmten Bedingungen können indessen ab dem 15. August wieder kulturelle Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern stattfinden.

In Deutschland liegt die Zahl der Fälle bei rund 218 500 (11. 8.), 9203 Personen sind im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben.
Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Österreich gibt es rund 22 100 Fälle, 723 Personen sind gestorben (11. 8.). Die zunächst weggefallene Maskentragpflicht gilt seit dem 24. Juli wieder in Supermärkten, Banken und Postfilialen. Im Bundesland Oberösterreich gilt sie in allen Läden und Lokalen. Nach einem Coronavirus-Ausbruch im Ferienort St. Wolfgang in Oberösterreich wurden bis Anfang August 107 Fälle vermeldet, 18 Betriebe waren betroffen.

Reisende aus 32 Risikoländern – die Schweiz und Deutschland zählen nicht dazu – müssen entweder zehn Tage in Quarantäne gehen oder einen negativen Test vorlegen, der nicht älter als drei Tage sein darf.

Weil sich das Coronavirus in Irland wieder schneller ausbreitet, bleiben Pubs, Bars, Klubs und Kasinos noch bis mindestens Ende August geschlossen. Pubs, die auch Essen servieren, dürfen öffnen. Ab dem 10. August sind Masken in geschlossenen Räumen Pflicht. Die Zahl der positiven Tests liegt in Irland bei über 26 760, 1772 Menschen sind gestorben (10. 8.).

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

0200400600800RusslandSpanienGrossbritannienItalienFrankreichDeutschlandUkraineSchwedenBelgienWeissrusslandRumänienNiederlandePortugalPolenSchweizSerbienMoldauIrlandÖsterreichTschechien

Die Situation in den Benelux-Staaten und in Skandinavien

In den Niederlanden dürfen alle Schulen und eingeschränkt auch Museen und Cafés wieder öffnen. Bisher sind in dem Land rund 60 000 Infektionsfälle registriert worden, 6178 Personen sind gestorben (11. 8.). Als erste niederländische Städte haben Amsterdam und Rotterdam am 5. August eine Maskentragpflicht eingeführt.

Belgien verzeichnet über 74 600 Ansteckungen und rund 9880 Tote (11. 8.). Seit dem 29. Juli dürfen die Einwohner für mindestens vier Wochen nur noch 5 statt 15 Menschen treffen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören. An Veranstaltungen im Freien dürfen künftig maximal 200, im Inneren 100 Personen teilnehmen. An privaten Feiern wie Hochzeiten dürfen nur noch 10 Personen teilnehmen. Zudem empfiehlt der Sicherheitsrat, auch weiterhin möglichst von zu Hause aus zu arbeiten. Seit dem 25. Juli muss auf öffentlichen Plätzen eine Maske getragen werden.

In Dänemark sind Kitas, Kindergärten und Primarschulen wieder offen. Die Dänen haben die Möglichkeit, sich eine Corona-freie Gesundheit bescheinigen zu lassen, um mit einem negativen Test Quarantänen nach Auslandsreisen zu umgehen. Zuletzt sorgte ein Ausbruch in einem Schlachtbetrieb von Danish Crown in Ringsted für Aufsehen. Dort wurden 79 Personen positiv getestet (3. 8.). Dänemark meldet über 15 130 Fälle, 620 Personen sind gestorben (11. 8.).

In Norwegen gibt es rund 9700 Infektionsfälle, 256 Personen sind gestorben (11. 8.). Am 1. August wurden Infektionsfälle an Bord des Hurtigruten-Schiffs «MS Roald Amundsen» festgestellt. Vier Besatzungsmitglieder sind im Spital, 60 Passagiere in Quarantäne bis weitere Testergebnisse vorliegen. Die Reederei bietet daher vorerst keine weiteren Reisen mit ihren drei Expeditionsschiffen an. Eine Entscheidung darüber, ob sich ab dem 1. September bei öffentlichen Veranstaltungen nun 500 statt bisher 200 Menschen versammeln dürften, verschob die Regierung am 7. August zunächst. Zudem wird ab Samstag (7.8.) der Alkoholausschank in Bars und Restaurants landesweit vorübergehend eingeschränkt.

Schweden wird wegen hoher Fallzahlen von den meisten Nachbarn und EU-Ländern weitgehend isoliert, mit Ausnahme von Dänemark. Der viel kritisierte Sonderweg Schwedens führte zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien. Das Land weist rund 83 000 Infektionsfälle und 5766 Todesfälle auf (11. 8.).

Die Zwischenbilanz zu Schwedens Strategie im Video

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron, der schwedische Ministerpräsident Stefan Lofven und die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin beim ersten EU-Gipfel von Angesicht zu Angesicht seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie (v. l. n. r.). Aufnahme vom 18. Juli.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron, der schwedische Ministerpräsident Stefan Lofven und die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin beim ersten EU-Gipfel von Angesicht zu Angesicht seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie (v. l. n. r.). Aufnahme vom 18. Juli.

Pool / Reuters

In Tschechien ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen wieder hochgeschnellt. Sollte der negative Trend anhalten, ist die Wiedereinführung flächendeckender restriktiver Massnahmen nicht mehr ausgeschlossen, wie es aus dem Gesundheitsministerium heisst. Das Land verzeichnet rund 18 500 Fälle und 390 Tote (11. 8.).

In Ungarn müssen Reisende aus einem «gelb» eingestuften Land in eine 14-tägige Quarantäne. Ausländer aus «rot» eingestuften Ländern dürfen nicht mehr einreisen. Deutschland sowie die Schweiz sind davon nicht betroffen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Geschäften besteht eine Maskentragpflicht. In Ungarn gibt es rund 4730 Infizierte und 605 Tote (11. 8.).

Die Türkei verzeichnet rund 242 000 Infektionsfälle und 5858 Tote (11. 8.). Seit die Zahlen zuletzt wieder anstiegen, ist in 42 Provinzen eine generelle Maskentragpflicht eingeführt worden. Die türkische Ärztevereinigung zweifelt die offiziellen Corona-Fallzahlen der Regierung in Ankara an. Die Türkei befindet sich demnach anders als offiziell vermittelt auf einem neuen Höhepunkt der Infektionszahlen.

Die Situation auf dem Balkan

In Serbien gibt es offiziell rund 28 260 bestätigte Fälle und 646 Todesopfer (11. 8.), aber Journalisten werfen der Regierung vor, die Zahlen zu beschönigen. Anfang Juli wurde erneut der Notstand für die Hauptstadt Belgrad und weitere Städte ausgerufen.

Rumänien verzeichnet rund 62 550 Infizierte, 2729 Menschen sind gestorben (11. 8.). Die Medien werfen der Regierung vor, aus wahlkampftaktischen Gründen verfrüht Mitte Mai die Vorsichtsmassnahmen gelockert zu haben.

Bulgarien hebt wegen stark steigender Infektionszahlen die Lockerungen wieder auf. So dürfen Bars und Klubs nur noch im Freien öffnen, Fussballspiele müssen ohne Publikum stattfinden. In geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen gilt eine Maskentragpflicht. Die Zahl der Infektionen beträgt mehr als 13 500. Es sind 459 Personen gestorben (11. 8.).

Besser als seine nördlichen Nachbarn schlägt sich indes Griechenland. Rund 5750 Personen sind als infiziert gemeldet, 213 sind gestorben (11. 8.). Touristen aus Ländern, welche die Regierung als unbedenklich einstuft, können einreisen. Zudem dürfen ab 1. August die Häfen Piräus, Rhodos, Heraklion, Volos, Korfu und Katakolon wieder von Kreuzfahrtschiffen angefahren werden. Die überfüllten Internierungslager für Migranten auf den ostägäischen Inseln sind bisher von Coronavirus-Ausbrüchen verschont geblieben.

Die Vereinigten Staaten zählen mit über 5,08 Millionen Infizierten die meisten bestätigten Fälle der Welt (11. 8.). Die Zahl der Toten liegt bei über 163 420. Seit mehreren Tagen kommen täglich rund tausend Todesfälle dazu. Der derzeitige Anstieg ist getrieben von einer rasanten Zunahme der Infektionen in südlichen Gliedstaaten. Zwar ist auch die Zahl der Tests gestiegen, der Anteil der positiven Ergebnisse aber ebenso. Seit 29. Juli sind im Plenum des Repräsentantenhauses Atemschutzmasken Pflicht.

Zwei Lehrerinnen in Texas, USA, messen, ob die Kinder mit Fieber in die Schule kommen.

Zwei Lehrerinnen in Texas, USA, messen, ob die Kinder mit Fieber in die Schule kommen.

Lm Otero/AP

Präsident Donald Trump drängt seit Monaten auf eine umfassende Wiedereröffnung der Wirtschaft sowie auf eine Öffnung aller Schulen im Land nach den Sommerferien. Seit kurzem propagiert er das Maskentragen als patriotischen Akt. Die Grenzen der USA mit Kanada und Mexiko sollen bis mindestens zum 20. August geschlossen bleiben.

Diese Region ist derzeit am stärksten betroffen

Kalifornien verzeichnet mit mehr als 561 910 Infektionsfällen von allen Gliedstaaten mittlerweile die meisten in den USA. Mehr als 10 410 Personen sind gestorben (11. 8.). An zweiter Stelle folgen Florida mit rund 533 000 und Texas mit rund 503 000 Infektionsfällen.

New York, lange Zentrum der Epidemie in den USA, hat die Zahl der Neuinfektionen drastisch gesenkt und gilt nun als beispielhaft im Kampf gegen Covid-19. Bei der Zahl der Todesfälle steht der Gliedstaat aber mit 32 781 Verstorbenen immer noch mit weitem Abstand an der Spitze. Rund 426 000 Personen haben sich infiziert (11. 8.). Allerdings sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder regulären Präsenzunterricht anbieten dürfen. Grossveranstaltungen sind bis Ende September verboten. Einreisende aus 31 anderen Gliedstaaten müssen in eine 14-tägige Quarantäne.

Daten aus mehreren Gliedstaaten zeigen, dass Schwarze und Latinos stärker betroffen sind. Laut Experten spiegelt dies die Ungleichheit bezüglich Gesundheitszustand und Zugang zu medizinischer Versorgung.

Nach fast fünf Monaten hat die Regierung der USA am Donnerstag (6. 8.) ihre wegen der Pandemie verhängte weltweite Reisewarnung für amerikanische Staatsbürger aufgehoben.

In Kanada gibt es mehr als 122 000 Infektionsfälle (11. 8.), 9034 Personen sind gestorben. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen. Die Grenze zu den USA soll bis mindestens zum 20. August für nicht notwendige Reisen geschlossen bleiben.

Mittel- und Südamerika haben am 4. August Europa als die Region mit den meisten Coronavirus-Toten der Welt überrundet. Laut Reuters-Berechnungen belief sich die Gesamtzahl der Verstorbenen dort auf rund 206 000, etwa ein Drittel aller Covid-19-Toten zum damaligen Zeitpunkt weltweit.

Diese Länder sind derzeit am stärksten betroffen

Brasilien verzeichnet offiziell mehr als 3,05 Millionen Infektionsfälle sowie rund 101 700 Tote (11. 8.) und ist damit nach den USA das am zweitstärksten betroffene Land. Brasilien testet sehr wenig, weshalb von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens sieben Mal so viele Menschen infiziert haben. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen.

Am 29. Juli meldete das Land einen neuen Tagesrekord von fast 1600 Toten. Trotzdem sind seither die Grenzen für Flugreisende aus dem Ausland wieder geöffnet. Auch viele lokale und regionale Einschränkungen sind wieder gelockert worden.

Fünf Tage, nachdem Präsident Jair Bolsonaro auf Twitter bekannt gegeben hatte, dass ein neuerlicher Corona-Test nun negativ ausgefallen sei, räumte er ein, dass er derzeit Antibiotika einnehme, weil er sich in den vergangenen Tagen schwach gefühlt habe. Am 7. Juli war bekannt geworden, dass sich Bolsonaro mit dem Virus infiziert hatte; auch seine Ehefrau war erkrankt. Bolsonaro hat die Gefährlichkeit des Virus stets heruntergespielt. Neben Bolsonaro haben sich Sozialminister Onyx Lorenzoni, Bildungsminister Milton Ribeiro, Wissenschaftsminister Marcos Pontes und General Walter Braga Netto infiziert.

In São Paulo werden am 16. Juli Menschen in rasch ausgehobenen Gräbern beerdigt.

In São Paulo werden am 16. Juli Menschen in rasch ausgehobenen Gräbern beerdigt.

Amanda Perobelli / Reuters

Peru, Kolumbien und Chile stehen inzwischen weltweit auf den Plätzen 7, 8 und 9 auf der Liste der Länder mit den meisten Infizierten. In Peru werden zurzeit (10. 8.) rund 487 500 Infizierte und über 21 000 Tote gemeldet, in Kolumbien rund 387 000 Infizierte und 12 840 Tote und in Chile rund 375 000 Infizierte und rund 10 140 Tote (11.8.).

Mexiko verzeichnet rund 485 840 Infizierte und offiziell rund 53 000 Tote (11. 8.). Die wahren Zahlen dürften jedoch deutlich höher liegen. Äusserst wenige Menschen werden getestet. Mexiko-Stadt mit rund 22 Millionen Einwohnern im Grossraum registriert die meisten Fälle. Dennoch lässt die Regierung Lockerungen zu.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Lateinamerika gehört mit schnell ansteigenden Zahlen in mehreren Ländern derzeit zu den Brennpunkten der Pandemie. In Brasilien, Honduras, Venezuela, Kolumbien und Bolivien haben sich führende Politiker infiziert.

In Argentinien liegt die Zahl der Infizierten bei rund 253 870, mehr als 4764 Personen sind gestorben (11. 8.).

In Venezuela gibt es rund 25 800 Infizierte und 223 Tote (11. 8.). Zu den Infizierten zählen unter anderem der Chef der sozialistischen Partei, Diosdado Cabello, sowie der Gouverneur des Gliedstaats Zulia, Omar Prieto.

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Insgesamt hat das Land rund 88 900 Infektionen und 4689 Todesfälle gemeldet (11. 8.). Fast 3600 der gesamten Infektionsfälle sind in Hongkong registriert worden. Die chinesische Sonderverwaltungszone beschliesst weitgehend autonom Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie.

In China steigen die Infektionen wieder. Grössere Ausbrüche gibt es in Urumqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von Dalian haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet, auch nach Peking. Da China praktisch eine «Null-Fälle-Politik» verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Massnahmen.

China meldet wieder so viele Fälle wie letztmals Ende April

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

Diese Länder sind in Asien am stärksten betroffen

Indien liegt mit mehr als 2,21 Millionen bekannten Infektionen weltweit auf Platz drei. Rund 44 400 Menschen sind gestorben (11. 8.). Am 25. Juli erreichte die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit fast 49 000 einen Höchststand. Trotzdem lockert das Land die Einschränkungen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind und Angst haben zu verhungern.

Pakistans Spitäler sind Wochen nach Lockerungen zunehmend überfüllt. Das Land verzeichnet rund 285 200 bestätigte Fälle und über 6100 Tote (11. 8.).

In Bangladesh gibt es derzeit (11. 8.) rund 260 500 Infektionen und über 3430 Tote.

So gestaltet sich die Situation im restlichen Asien

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Doch am 24. Juli stieg die Zahl der Neuinfektionen mit 113 zum ersten Mal seit fast vier Monaten wieder auf mehr als 100. Von den Neuinfektionen entfielen 86 auf Personen, die aus dem Ausland eingereist waren. Für Fahrgäste in öffentlichen Transportmitteln gilt eine Maskentragpflicht. Bis anhin gibt es in Südkorea rund 14 660 Fälle, 305 Personen sind gestorben (11. 8.).

Nordkorea hat nach eigenen Angaben wegen eines Verdachtsfalls die an Südkorea grenzende Stadt Kaesong am 26. Juli komplett abgeriegelt und Quarantäne für mehrere tausend Personen angeordnet. Das Land zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Nordkorea Tests durch, die Schulen sind geschlossen, im öffentlichen Leben gilt eine Maskentragpflicht.

In Japan sind Geschäfte, Schulen, Kinos und Fitnessstudios in den meisten Landesteilen wieder geöffnet. Tokio verzeichnet seit der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai viele Neuinfektionen, vor allem seit Ende Juli. Die Hauptstadt hat deshalb die höchste von vier Alarmstufen ausgerufen. Japan zählt 49 608 Infektionen und 1052 Todesfälle (11. 8.).

In Singapur sind Geschäfte und Schulen wieder offen. Insgesamt sind rund 55 300 Fälle gemeldet, 27 Personen sind gestorben (11. 8.). Jeder Bewohner soll einen Coronavirus-Melder tragen, um die Suche nach den Kontakten Infizierter zu erleichtern.

Auf den Philippinen hat Präsident Rodrigo Duterte die im internationalen Vergleich strengen Corona-Beschränkungen bis Mitte August verlängert. Die Inselnation verzeichnet trotzdem die zweithöchsten Zahlen in Südostasien. Allein am ersten Augustwochenende meldete das Gesundheitsministerium eine Rekordzahl von 5032 Neuinfektionen. Insgesamt sind rund 136 600 Menschen infiziert und 2294 gestorben (11. 8.).

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Malaysia, Indonesien und Vietnam haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen. Vietnam meldete am 25. Juli nach drei Monaten wieder einen Coronavirus-Ausbruch in der Küstenstadt Da Nang. Die Behörden wollen nun alle 1,1 Millionen Einwohner der Stadt auf das Virus testen.

Iran hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Schiitische Pilger trugen das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die mit Abschottungsmassnahmen reagierten.

In Iran steigt die Zahl der aktiven Fälle leicht an

Bestätigte Coronavirus-Fälle, nach Status der Patienten (in Millionen)

Iran verzeichnet mit mehr als 328 840 Infizierten noch immer die meisten Fälle in der Region. 18 616 Menschen sind laut offiziellen Angaben gestorben (11. 8.). Allerdings ist die wirkliche Zahl wohl knapp dreimal höher. Dies belegen Daten, die der britischen BBC von einer anonymen Quelle zugespielt worden sind. Demnach seien bis zum 21. Juli wohl rund 42 000 Menschen am Virus gestorben und nicht, wie vom iranischen Gesundheitsministerium angegeben, rund 14 000. Im gleichen Zeitraum hätten sich rund 450 000 und nicht nur rund 280 000 Iraner infiziert.

Es gilt ein Reiseverbot, seit 1. August auch ein Einreiseverbot für ausländische Touristen. Der iranische Regierungssprecher Ali Rabiei ist nach einem positiven PCR-Test am 27. Juli ins Spital gebracht worden.

In Saudiarabien steigen die Zahlen seit Ende Juni steil an, auch wenn die Neuinfektionen pro Tag wieder etwas zurückgegangen sind. So sind rund 290 000 Infektionsfälle (11. 8.) bekannt, rund 3200 Erkrankte sind verstorben. Trotzdem sind fast alle Beschränkungen gefallen – nur die Pilgerfahrt nach Mekka vom 28. Juli bis zum 2. August ist auf rund 10 000 Personen begrenzt worden.

Israel hat wegen stark steigender Zahlen zunächst neue Einschränkungen verhängt. Bisher haben sich über 84 700 Personen infiziert, 613 sind verstorben (11. 8.). Nach dem die Neuinfektionen zuletzt wieder leicht zurückgegangen sind, wird das Regime an den Wochenenden wieder gelockert.

In Syrien sind über 1250 Coronavirus-Fälle und 52 Tote gemeldet (11. 8.). Die Dunkelziffer wird jedoch deutlich höher geschätzt.

Jüdische Gläubige in der Altstadt von Jerusalem am 29. Juli 2020, einem Feiertag des Fastens und Wehklagens.

Jüdische Gläubige in der Altstadt von Jerusalem am 29. Juli 2020, einem Feiertag des Fastens und Wehklagens.

Amir Cohen / Reuters

In Afrika ist die Todesrate relativ niedrig, was mit den frühen Beschränkungen sowie der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind jünger als 25 Jahre alt) zu tun haben könnte. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie über eine Million Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: 7. August).

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen werden unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Versicherungen gibt es kaum, versprochene Staatshilfen kommen – wenn überhaupt – zu spät an. Dies führte zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen.

Diese Länder sind derzeit am stärksten betroffen

Südafrika liegt mit rund 564 000 bestätigten Fällen weltweit auf Platz 5 (11. 8.). Die Zahl der Infektionen ist in den vergangenen Wochen rasant gestiegen. Rund 10 620 Menschen sind gestorben. Nach der Westkap-Provinz mit Kapstadt als Zentrum entwickelt sich nun das Wirtschaftszentrum um Johannesburg zur Schwerpunktregion. Bis zum 24. August sind alle öffentlichen Schulen geschlossen.

Ägypten verzeichnet rund 95 670 Infizierte, über 5030 Menschen sind gestorben (11. 8.). Der nordafrikanische Staat lässt ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus bleibt jedoch auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

In Australien ist die Zahl der Infizierten auf rund 21 750 gestiegen. 331 Personen sind gestorben (11. 8.). Die meisten Neuinfektionen verzeichnet der südliche Gliedstaat Victoria. Dessen Hauptstadt Melbourne hat deshalb seit 2. August einen sechswöchigen Notstand mit weitreichenden Einschränkungen sowie einer nächtlichen Ausgangssperre verhängt. Bei Zuwiderhandlungen drohen hohe Geldstrafen. In allen anderen Teilen Victorias gilt eine Maskentragpflicht. Die Grenzen zu den anderen Gliedstaaten wurden geschlossen.

Nach Ausbrüchen im Gliedstaat New South Wales, in dem die Stadt Sydney liegt, sind die Beschränkungen dort ebenfalls wieder verschärft worden. Der Gliedstaat Queensland, der bereits die Grenze zum Nachbarstaat Victoria geschlossen hat, wird ab 8. August auch Reisende aus New South Wales sowie Einwohner der Hauptstadt Canberra abweisen.

Schulen und die Wirtschaft sind in den meisten Teilen des Landes jedoch geöffnet. Internationaler Tourismus soll erst wieder ab 2021 möglich sein. Ankommende Flugpassagiere müssen zwei Wochen in Hotelquarantäne auf eigene Kosten. Australier dürfen nur mit Sondergenehmigung ausreisen.

Angestellte im Gesundheitswesen in Melbourne, Australien.

Angestellte im Gesundheitswesen in Melbourne, Australien.

James Ross / EPA

Neuseeland verzeichnet seit über 100 Tagen keine lokalen Neuinfektionen. Ab Mitte Juni wurden jedoch mehrere Infektionen bei Rückkehrern aus dem Ausland entdeckt. Zur Zeit befinden sich 22 Infizierte in überwachter Quarantäne. Neuseeland hat die Corona-Krise für beendet erklärt und Sportveranstaltungen ohne Einschränkungen wieder erlaubt. Das Land meldet bisher rund 1570 Fälle und 22 Tote (11. 8.).

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Dort gibt es vereinzelte Fälle.

Bis Ende Jahr könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen und bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen. An rund 200 möglichen Impfstoffen wird geforscht, ein knappes Dutzend wird bereits an Menschen getestet.

Russland hat indessen den ersten Covid-19-Impfstoff schon bewilligt. Nach weniger als als zwei Monaten mit Tests an Menschen hätten die Behörden dem weltweit ersten Corona-Impfstoff die Genehmigung erteilt, erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag (11. 8.). Der Schritt ebne den Weg für eine Massenimpfung, auch wenn die letzten Phasen der klinischen Studien zur Prüfung der Sicherheit und der Wirksamkeit noch fortgesetzt würden. Es gibt allerdings Bedenken, dass Russland das nationale Prestige vor Wissenschaft und Sicherheit stellen könnte. Die Zulassung in einem so frühen Stadium widerspricht internationalen Kriterien.

Die wichtigsten Antworten zur Entwicklung eines Impfstoffs finden Sie hier

Bei den Therapien gibt es mittlerweile verschiedene Erkenntnisse zu Wirkstoffen bei der Behandlung von Covid-19. Wissenschafter der Universität Oxford haben nachgewiesen, dass die Sterberate mit dem Entzündungshemmer Dexamethason um ein Drittel sank. Die Ergebnisse der Studie sind allerdings noch nicht von anderen Experten begutachtet worden. Tests mit anderen bereits vorhandenen Medikamenten laufen oder liefen. Dazu zählt das antivirale, gegen Ebola entwickelte Medikament Remdesivir. Roche (CH) verkündete am 29. Juli, dass in der Phase-III-Studie mit dem Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) das Ziel, den Zustand der Patienten zu verbessern, nicht erreicht wurde.

Seit Anfang Juli werden Corona-Patienten im Rahmen einer WHO-Studie nicht mehr mit einer Kombination der zwei HIV-Medikamente Lopinavir und Ritonavir behandelt. Auch die Studien mit dem zunächst als Wundermittel gefeierten Malaria-Medikament Hydroxychloroquin wurden eingestellt. Nach Einschätzung der WHO reduzieren die Mittel die Sterblichkeit von schwer erkrankten Patienten nicht.

Amerikanische Spitäler dürfen seit Mai das Ebola-Medikament Remdesivir einsetzen. Eine klinische Studie hatte gezeigt, dass der Wirkstoff bei Covid-19-Patienten die Genesungszeit um mehrere Tage verkürzen kann.

Der Arzneimittelhersteller Gilead führt laut eigener Aussage Gespräche mit Chemikalien- und Arzneimittelherstellern, um das experimentelle Medikament für Europa, Asien und Entwicklungsländer bis spätestens 2022 herzustellen. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Neuste Erkenntnisse aus aktuellen Studien finden Sie hier

Die Beschränkungen haben ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt. Entsprechend erwartet der Internationale Währungsfonds (IMF) die schlimmste Rezession seit der Grossen Depression. Unter der Annahme, dass die Pandemie im zweiten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreicht, erwartet der IMF einen Rückgang der realen Weltwirtschaftsleistung um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Falls die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte abklingt, ist 2021 ein Aufschwung mit einem globalen Wachstum von 5,4 Prozent zu erwarten. Für Asien prognostizierte der IMF im April zum ersten Mal seit 60 Jahren ein Nullwachstum. Die neuesten Prognosen der EU-Kommission gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone 2020 um 8,7 Prozent einbrechen könnte, in der EU als Ganzes um 8,3 Prozent (Stand: 7. 7.).

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation ist fast die Hälfte der 3,3 Milliarden Arbeitskräfte weltweit wegen der Massnahmen gegen das Virus in ihrer Existenz bedroht. Betroffen seien vor allem 1,6 der zwei Milliarden Menschen, die irregulärer Arbeit nachgingen. Ihr Einkommen sei im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent eingebrochen, in Afrika und Lateinamerika sogar um mehr als 80 Prozent.

Viele Notenbanken haben ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und Konsum anzukurbeln. Die Regierungen helfen betroffenen Unternehmen mit Sofortzahlungen.

Die Mitgliedstaaten der EU haben sich auf ein Hilfspaket für die europäische Wirtschaft in Höhe von 540 Milliarden Euro geeinigt. Zudem haben sich die Staats- und Regierungschefs auf einen Aufbaufonds von 750 Milliarden Euro und ein Sieben-Jahre-Budget von 1074 Milliarden Euro geeinigt.

Der Uno-Sicherheitsrat hat am 1. Juli eine umstrittene Corona-Resolution verabschiedet. Der Text unterstützt vor allem die Aufforderung von Uno-Generalsekretär António Guterres zu einer globalen Waffenruhe während der Pandemie.

Weltweit wurden zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Dazu gehören das Oktoberfest in München, die Olympischen Sommerspiele, die Fussball-Europameisterschaft, der Eurovision Song Contest, die Expo 2020 in Dubai sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

So geht der Sport mit der Corona-Krise um.

Anfang Januar teilte die WHO mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Laut verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden sei. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich derart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden sei, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet. Zum Bericht

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen «Sars-CoV-2» («severe acute respiratory syndrome coronavirus 2»). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde «Covid-19» («coronavirus disease 2019») genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die den Erreger Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Ein ausführliches Glossar mit den 20 wichtigsten Begriffen in Zusammenhang mit der Pandemie finden Sie hier

Mitarbeit: toc., wej., ran., kus., ni., slz., koe., gam., nyf., bso., esb., kkl., nbe., tsm., lat., ela., koa., nth., joe., cke. ful., nad., ebl., lat., wde., fma., med., vmo., mit Agenturmaterial

Football news:

Ronald kouman: es ist Normal, dass Messi traurig ist, weil ein Freund Weg ist. Leo ist ein Vorbild für alle im Training
Brighton - Könige des Pech. Ich habe die App auf den Stangen (5 mal pro Spiel!verlor Manchester United wegen eines Elfmeters nach dem Schlusspfiff
Sulscher über 3:2 gegen Brighton: Manchester United hat einen Punkt verdient, nicht mehr. Gut, dass es Mourinho zu Messen Tore
Brighton Coach über 2:3 gegen Manchester United: Manchmal ist das Leben unfair. Wir haben dominiert
Der Schiedsrichter gab den Schlusspfiff, aber nach VARL fällte er einen Elfmeter zugunsten von Manchester United. Bruna erzielte in der 99.Minute nach einem kopfball von Brighton in der 95
Kuman über Suarez ' Abgang: Ich bin kein Bösewicht in diesem Film. Barcelona-Trainer Ronald Koeman hat sich für einen Wechsel von Stürmer Luis Suarez zu Atlético ausgesprochen
Maguire erzielte das 2. Tor für Manchester United in der Premier League und das erste seit Februar