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Medwedews Antrieb zur Weltklasse war Hass auf Roger: «Ich konnte Federer nicht mehr siegen sehen»

Seine Spielweise mag nicht die eleganteste sein, doch Daniil Medwedew (24) ist spätestens seit seinen Erfolgen in diesem Herbst mitten in der Weltklasse angekommen. Nachdem er das 1000er-Turnier in Paris-Bercy gewonnen hat, bleibt er auch bei den ATP-Finals in London ungeschlagen und holt sich den Titel und die begehrte Trophäe.

Es war ein extrem cooler Auftritt: Als er im Final gegen Dominic Thiem (27) aus Österreich nach zwei Stunden und 42 Minuten seinen ersten Matchball verwertet, verzieht der 1.98 Meter grosse Russe keine Miene. Er läuft nach vorne zum Netz, um sich die Gratulationen des Gegners entgegen zu nehmen und setzt sich scheinbar emotionslos auf seine Bank.

«Ich habe für andere Spieler gejubelt»

Dabei ist man sich von ihm aus der Vergangenheit durchaus andere Gefühlsausbrüche gewohnt. Der «Bär» – so lautet sein Spitzname, nicht wegen seiner Postur, sondern wegen seinem Nachnamen – vergriff sich immer wieder in der Wortwahl und beschimpfte die Stuhlschiedsrichter verbal. Auch mit den Fans legte sich die aktuelle Weltnummer vier gern an, oder er liess seine Wut an den Rackets aus. Alles Dinge, die ihn nicht zu einem Publikumsliebling machen. Aber das scheint ihn nicht gross zu kümmern. Als er zum Beispiel 2019 nach einem Sieg beim Platz-Interview ausgepfiffen wurde, sagte er: «Macht nur so weiter, eure Energie macht mich nur noch stärker, und ich habe dank euch gewonnen. Denkt daran wenn ihr heute Abend schlafen geht.»

Für grosses Aufsehen sorgte er 2019 auch mit einem bemerkenswerten Interview mit der britischen Zeitung «Metro» . Da verriet er, wie er in jungen Jahren über Roger Federer (39) dachte: «Ich hasste Roger. Ich konnte einfach nicht zusehen, wie er wieder und wieder gewann. Ich habe von der ersten Runde an für die anderen Spieler gejubelt, weil ich diese Einstellung hatte.» Medwedew brauchte sogar einen Psychologen. Der hat es geschafft, dass der 24-Jährige mittlerweile ruhiger geworden ist. Auf dem Tennisplatz fast zu ruhig.

In wenigen Wochen soll in Melbourne nun das erste Grand-Slam-Turnier der Saison 2021 über die Bühne gehen. Federer hat angekündigt, bei den Australian Open nach langer Verletzungspause sein Comeback zu geben. Gut möglich also, dass sich die Wege der beiden da kreuzen werden. Federer und Medwedew haben bisher dreimal gegeneinander gespielt, immer mit dem besseren Ende für den Schweizer. Nur einen Satz konnte der Russe in den Direktbegegnungen gewinnen. An dieser Bilanz würde er liebend gern etwas ändern.

«Gefährlich für die Gesundheit der Spieler»

Doch hinter eben diesen Australian Open steht zur Zeit ein grosses Fragezeichen. Die anhaltende Corona-Pandemie macht den Organisatoren zu schaffen. Der Turnierstart ist für den 18. Januar geplant. Die Spieler dürfen nicht vor dem 1. Januar anreisen und müssen nach Ankunft für 14 Tage in Quarantäne. So wollen es die neuesten Coronavirus-Bestimmungen in Victoria – dem Bundesstaat, in dem die Australian Open stattfinden. Bedeutet für die Spieler, dass sie vor Turnierbeginn vor Ort unter diesen Umständen kaum Trainingsmöglichkeiten haben werden.

Medwedew sieht dadurch die Gesundheit der Spieler gefährdet. «Ich beschwere mich nicht, dass es langweilig ist oder so. Es ist nur so, dass das Verlassen des Raumes nach 14 Tagen, in denen ich nichts getan habe und dann sofort fünf Sätze spielen muss, meiner Meinung nach wirklich gefährlich für die Gesundheit von jedem Sportler wäre. Ich denke nicht, dass es jemandem möglich sein wird, dorthin zu gehen, wenn er zuvor 14 Tage im Zimmer bleiben muss. Wenn wir kurz vor dem Turnier nicht in der Lage sind, während der Quarantäne zu trainieren, denke ich nicht, dass das Turnier stattfinden wird.»

Zurzeit steht offenbar die Möglichkeit im Raum, dass das Turnier in den Februar oder sogar in den März verschoben wird. Die Organisatoren geben sich bedeckt, das sei reine Spekulation. (sst)

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