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Maskenpflicht auf den Gängen, aber nicht im Klassenzimmer: So starten die Zürcher Gymnasiasten ins neue Schuljahr

Während es an der Volksschule keine nennenswerten neuen Regelungen gibt, müssen sich die Schüler der Sekundarstufe II auf einen ungewohnten Alltag gefasst machen.

Das Coronavirus begleitet die Zürcher Schülerinnen und Schüler auch im neuen Schuljahr.

Das Coronavirus begleitet die Zürcher Schülerinnen und Schüler auch im neuen Schuljahr.

Christoph Ruckstuhl / NZZ

Am kommenden Montag beginnt im Kanton Zürich das neue Schuljahr. Obwohl es bisher in den hiesigen Schulen kaum zu Ansteckungen mit dem Coronavirus gekommen ist, müssen sich die Bildungsstätten gegen mögliche Ausbrüche wappnen. So schreibt es die Covid-Verordnung des Bundesrats vor.

Wie genau die Zürcher Schulen die Vorgaben umsetzen müssen, hat am Dienstagmorgen die Bildungsdirektion bekanntgegeben. Während es in der Primar- und Sekundarschule im Vergleich zum Unterricht vor den Sommerferien keine nennenswerten Änderungen gibt, müssen sich die Schülerinnen und Schüler der Gymnasien und Berufsschulen auf einen ungewohnten Alltag einstellen.

Halbklassen passé

Viele Teenager dürften dennoch erleichtert sein. Denn zum einen können nun auch die älteren Semester wieder in ganzen Klassen die Schule besuchen. Dass der Halbklassenunterricht der Vergangenheit angehört, hatte der Regierungsrat bereits vor den Sommerferien angekündigt. Daran wurde festgehalten. Nach fünf Monaten ohne regulären Alltag kehrt also endlich wieder etwas Normalität ins Leben der Jugendlichen zurück.

Zum anderen wird im Gegensatz zu einigen anderen Kantonen keine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt (siehe Grafik). Laut den Vorgaben der Bildungsdirektion sollen die Schüler in den Zimmern wenn immer möglich die 1,5-Meter-Abstandsregel einhalten. Für jede Lektion herrscht dieselbe fixe Sitzordnung. Zudem sollen die Stundenpläne so gestaltet werden, dass die Klassen möglichst selten die Räumlichkeiten wechseln müssen.

Die Kantone handhaben die Maskenpflicht an den Schulen unterschiedlich

Maskenpflicht-Regelungen der Kantone an Berufs- und Mittelschulen

Die Kantone handhaben die Maskenpflicht an den Schulen unterschiedlich - Maskenpflicht-Regelungen der Kantone an Berufs- und Mittelschulen

Eine Maske müssen die Jugendlichen aber trotzdem immer bei sich haben. In Schulstunden, während deren der Abstand nicht eingehalten werden kann, wie zum Beispiel beim Unterricht im Chemielabor, und auf den Gängen der Schulhäuser müssen die Jugendlichen nämlich einen Gesichtsschutz tragen.

Die Bildungsdirektion begründet dies damit, dass ausserhalb des Klassenverbunds nicht nachvollziehbar sei, mit wem die Schüler in Kontakt treten. Ausserdem sind die Schulen angehalten, mit Absperrbändern und Pfeilen am Boden den Schülerfluss zu lenken, damit es keine Staus und Menschenansammlungen in den Fluren gibt.

Grosse Unterschiede

Die Schulen müssen noch diese Woche ihre jeweiligen Schutzkonzepte präsentieren. Dabei bleibt ihnen eine gewisse Freiheit. Gerade bei den Gymnasien dürfte das sinnvoll sein, sind doch die Unterschiede bei der Infrastruktur und der Anzahl Lehrpersonen teilweise sehr gross.

So herrschen an der neuen Kantonsschule in Uetikon am See mit weniger als 500 Schülern ganz andere Voraussetzungen als in Oerlikon an der Kantonsschule Zürich Nord. Dort werden weit über 2000 Jugendliche von rund 300 Lehrerinnen unterrichtet.

Auch Lehrer kehren zurück

Laut Angaben der Bildungsdirektion sind die Vorgaben in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern entstanden. Diese hätten sich mehrheitlich gegen eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen. Ein Gesichtsschutz erschwere die Kommunikation im Unterricht. Die Kinder müssten lauter sprechen, und die Mimik sei kaum erkennbar. Ausserdem könne es für die Schüler unangenehm werden, an einem langen Schultag die Maske stundenlang tragen zu müssen.

Für die Lehrerinnen und Lehrer kehrt damit ebenfalls ein Stück gewohnter Schulalltag zurück – auch für diejenigen, die aufgrund des Alters oder wegen Vorerkrankungen zur vulnerablen Bevölkerungsgruppe gehören. Sie werden angehalten, nach den Sommerferien wieder in die Klassenzimmer zurückzukehren.

Im Gegensatz zu den Schülern müssen die Lehrer keine eigenen Schutzmasken besorgen. Es gehöre zur Sorgfaltspflicht des Arbeitgebers, dass genügend Schutzmaterial zur Verfügung gestellt werde, heisst es vonseiten der Bildungsdirektion. In gewissen Fällen könnten das neben dem Gesichtsschutz auch Trennwände oder andere Vorkehrungen sein.

Augenmerk auf Reiserückkehrer

Die Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass es bisher an den Zürcher Schulen kaum zu Erkrankungen mit dem Coronavirus gekommen ist. Es hat sich auch nirgendwo ein Ansteckungsherd gebildet.

Laut Angaben des Kantons Zürich bewegen sich die Zahlen im Promillebereich: In der Volksschule gab es unter den rund 164 000 Kindern nur 16 Ansteckungen. Auf der Sekundarstufe II wurden von den insgesamt 66 000 Schülern 10 positiv getestet. Unter den rund 17 000 Lehrern und Betreuern steckten sich bisher 8 Personen an.

Damit das auch so bleibt, richten die Schulen nach den Sommerferien ein besonderes Augenmerk auf die Reiserückkehrer, die in Risikoländern waren. Die Lehrer sollten zwar explizit nicht Polizisten spielen, betont die Bildungsdirektion. Falls sie aber merkten, dass ein Kind die obligatorische zehntägige Quarantänepflicht verletze, solle dieses sofort nach Hause geschickt werden.

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