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Marcel Koller über FCB-Abgang: «Es schmerzte, aber ich habe keine bösen Gefühle»

Marcel, was machen Sie während diesem neuerlichen Lockdown?
Marcel Koller: Mich fit halten! Zum Beispiel mit Schneeschuh-Wandern. Ansonsten bin ich meist zuhause, um mich nicht anzustecken. Wie andere auch.

Sie waren vor einer Woche auf «Sky» in Deutschland als Experte im Einsatz. Was wollten die Deutschen von Ihnen wissen?
Das war interessant, ich war in der Sendung «Matchplan» zu Gast. Es ging um die Partie Stuttgart gegen Gladbach. Ich durfte 20 Minuten erzählen, wie ich mit Stuttgart spielen würde, was ich für eine Ansprache wählen und wie ich sie vorbereiten würde. Das ist eine Herausforderung, wenn Du die Spieler nicht kennst und die Trainings nicht siehst. Da fällt der menschliche Faktor weg. Jedenfalls habe ich zehn Spiele geschaut, fünf von Stuttgart und fünf von Gladbach. Und dann meinen Schlachtplan wiedergegeben. Jenen von Gladbach präsentierte dann Andreas Herzog.

Und hat Stuttgart-Trainer Materazzo auch so aufgestellt wie Sie?
Nein, er wählte ein anderes System und holte ein 2:2. Aber eben, er hat auch andere Eindrücke. Ich habe den Auftritt bei «Sky» sehr genossen - auch wenn es eine Mega-Anreise mit Schnee und Stau nach München war und ich vorher noch einen Corona-Test machen musste.

Vor einigen Monaten hörten Sie beim FC Basel auf. Hat die Trennung geschmerzt oder war es eine Erlösung?
Grundsätzlich trainiere ich gerne Mannschaften und habe gerne einen Job. Dementsprechend schmerzte es, auch wenn es für mich klar war, dass man es beenden musste. Ich habe keine bösen Gefühle.

Nun kommen Sie als Experte auf Blick TV zu Wort. Was kann man von Ihnen erwarten?
Fachkompetenz als Trainer. Ich kann tiefer in die Materie eintauchen als der normale Mensch am Stammtisch. Ich will Hintergrund einbringen, was in der Kabine abgehen kann im psychologischen Bereich.

In Österreich gaben Ihnen die TV-Experten wie Herbert Prohaska trotz Ihres Erfolgs mit der Nationalmannschaft gerne auf die Mütze.
Am Anfang hat ja jeder Experte gesagt, dass ich ein Fehlzugang sei. Aber dann schafften wir die EM-Qualifikation für 2016 - und Prohaska hat sich sogar öffentlich entschuldigt und mir später einen Pokal überreicht für geleistete Dienste.

Als Sie die EM 2016 erreichten, haben Sie dann Franzosen-Mütze getragen und kamen mit Baguette zur Pressekonferenz. Wie kam das damals?
Es war der Ausdruck einer grossen Erleichterung. Ich musste immer wieder auf die Euphorie-Bremse treten, weil einige dachten, wir würdens eh schaffen. Als wir dann in Schweden 4:1 gewannen und es durch war, kam ich mit dem Béret und dem Baguette an die Pressekonferenz. Die Reaktionen waren verrückt, natürlich. Von mir hätte man das nie erwartet.

Weil Sie oft kontrolliert wirken.
Ja, aber ich kann auch anders. Alles zum richtigen Zeitpunkt.

Wie oft haben Sie bereut, 2014 nicht Schweizer Nati-Coach geworden zu sein?
Für mich damals die richtige Entscheidung war. Ich war noch nicht zufrieden, mit dem was wir erreicht hatten, der Weg war noch nicht zu Ende. In der Nati brauchst du Zeit, weil du die Spieler wenig siehst. Ich hatte noch einen Weg zu gehen.

Sie sind Schweizer, arbeiteten sechs Jahren in Deutschland und sechs in Österreich. Was ist der Unterschied bezüglich Mentalität?
Der Österreicher ist lockerer, der Wiener geniesst gerne. Der Schweizer arbeitet viel und vergisst manchmal zu geniessen. Der Deutsche ist noch ein wenig verbissener und hat mehr Härte als die anderen beiden. So empfand ich es, auch wenn man natürlich nicht alle Menschen über einen Kamm scheren kann.

Hatten Sie schon Angebote zuletzt?
Ja, es gab zwei Anfragen aus dem Ausland als Nati-Trainer. Aber mit Corona, der Mutation und Ländern, die man nicht so gut kennt, war es für mich der falsche Zeitpunkt, wieder einzusteigen.

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