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Maddie-Verdächtiger muss Rückschlag am EuGH hinnehmen – die neusten Entwicklungen zum Stand der Ermittlungen

Im Fall des in Portugal verschwundenen Mädchens Maddie gibt es seit Anfang Juni einen neuen Verdächtigen. Einiges spricht dafür, dass dieser die Tat beging. Welche Reaktionen hat die überraschende Wendung ausgelöst, und welche Verbindung gibt es zu weiteren Vermisstenfällen?

Die vermisste Maddie, aufgenommen im März 2007.

Die vermisste Maddie, aufgenommen im März 2007.

AP

Die neusten Entwicklungen

Obwohl die Suche nach dem Mädchen rund zwölf Millionen britische Pfund verschlang, war den Ermittlern kein Erfolg beschieden. Anfang Juni gaben Scotland Yard, das Bundeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Braunschweig jedoch überraschend bekannt, dass ein 43-jähriger Deutscher für die Tat verantwortlich sein könnte. Laut dem «Spiegel» und der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sind sich die Ermittler sicher, dass der Verdächtige im Mai 2007 in Portugal das damals dreijährige britische Mädchen Madeleine «Maddie» McCann entführte. Er hatte dort jahrelang gelebt, auch in der Nähe des Tatorts im Ferienort Praia da Luz. Zur Tatzeit soll er dort ein ihm zugeordnetes Mobiltelefon benutzt haben. Einen Tag später meldete er sein Auto ab. Der Mann ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Offenbar brach er in Ferienwohnungen und Hotelzimmer ein, um Wertgegenstände zu stehlen. Maddie verschwand aus einer Ferienwohnung in einem Resort.

Maddies Eltern betrachten die jüngste Entwicklung als die wohl wichtigste Spur seit dem Verschwinden ihrer Tochter. Bei den deutschen und britischen Behörden sind mittlerweile Hunderte neue Hinweise eingegangen. Eine Zeugin will den Verdächtigen laut einem Bericht der Boulevardzeitung «Sun» wiedererkannt haben. Er soll sich damals in der Nähe des Appartements der Familie McCann merkwürdig verhalten haben. Scotland Yard wollte dies nicht kommentieren. Die «Sun» berichtet ausserdem, der Verdächtige habe in einer Bar zu einem Bekannten gesagt, er wisse, was mit Maddie passiert sei – und habe sie sich damals «geschnappt». Laut dem «Spiegel» schrieb er im Jahr 2013 in einem Chat mit einem Bekannten, er wolle «etwas Kleines einfangen und tagelang benutzen». Auf dessen Einwand, dass dies gefährlich sei, entgegnete der Tatverdächtige: «Och, wenn die Beweise hinterher vernichtet werden.» Zum Vorwurf, Maddie entführt zu haben, schweigt der Mann bis jetzt.

Der Mann wuchs im Heim auf und wurde später adoptiert. Bereits im Jahr 1994 verurteilte ihn ein deutsches Gericht wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Als junger Erwachsener wanderte er mit einer Lebensgefährtin nach Portugal aus. Dort ging er Gelegenheitsjobs nach und wurde immer wieder straffällig – auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2007. Momentan sitzt der 43-Jährige wegen Drogenhandels in einem Gefängnis in Kiel im Bundesland Schleswig-Holstein. Gleichzeitig ist er wegen der Vergewaltigung einer amerikanischen Seniorin in Portugal in Untersuchungshaft. Das Landgericht Braunschweig hatte ihn vergangenes Jahr wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision liegt beim Bundesgerichtshof.

Die Staatsanwaltschaft Stendal prüft mögliche Parallelen zwischen dem Fall Maddie und einem Fall im Bundesland Sachsen-Anhalt: Dort verschwand im Mai 2015 das damals fünfjährige Mädchen Inga. Inga hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Maddie. Offenbar stiess die Polizei bei ihren Ermittlungen mehrfach auf den 43-Jährigen. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet von einer weiträumigen Funkzellenabfrage rund um den Tatort. Die Daten belegen demnach, dass der Mann sich damals mit seinem Mobiltelefon in der Nähe aufhielt. Inga verschwand unweit einer abgelegenen Diakonie-Einrichtung. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige einen Mitarbeiter der Einrichtung kannte. Er lebte damals rund 90 Kilometer entfernt in Neuwegersleben in einem alten Haus. Bei einer Durchsuchung fand die Polizei dort laut Medienberichten Kinderpornos und Kinderkleidung für Mädchen. Die Behörden dementierten derweil Medienberichte, dass der Verdächtige auch mit dem Verschwinden des deutschen Buben René zu tun haben könnte. Der damals Sechsjährige gilt seit einer Portugalreise mit seiner Mutter im Jahr 1996 als vermisst. Die Umstände sprechen für ein Verbrechen.

Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette ist nicht geschlossen. «Für einen Haftbefehl oder eine Anklage reicht es noch nicht aus», teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. Die Behörden brauchen weitere Hinweise und appellieren an Zeugen, sich zu melden. Die britischen Ermittler gehen weiter von einem Vermisstenfall aus, die deutschen Behörden sind hingegen überzeugt, dass Maddie tot ist. Was genau sie zu dieser Annahme veranlasst, ist nicht bekannt. Für eine Anklage brauchte die Staatsanwaltschaft belastbare Zeugenaussagen, ein Geständnis des Verdächtigen oder die Leiche von Maddie.

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