Switzerland

Luftverschmutzung: 4,5 Millionen vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung

Zu diesem Ergebnis kommen am Mittwoch veröffentlichte Berechnungen des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) und Greenpeace Südostasien.

Bei den Pro-Kopf-Kosten liegt die Schweiz gemäss CREA-Bericht mit 1900 Dollar auf Platz zwei ex aequo mit den USA, hinter Luxemburg mit 2600 Dollar. Der hohe Betrag widerspiegelt das hohe Bruttosozialprodukt. Setzt man die Kosten aber in ein Verhältnis zum Bruttosozialprodukt, fungiert die Schweiz nicht unter den ersten 25. Dann gibt China mit 6,6 Prozent am meisten für die Folgen der Luftverschmutzung aus.

Bei der Berechnung der Zahl der Todesfälle wird von der Wirkung von Partikeln und anderen Schadstoffen ausgegangen, die bei der Nutzung fossiler Brennstoffe entstehen. Dabei werden bereits zuvor veröffentlichte wissenschaftliche Erkenntnisse einbezogen. Allein für China wird die Zahl der Toten mit 1,8 Millionen angegeben, für Indien mit einer Million Menschen.

In der Schweiz sterben gemäss dem Bundesamt für Umwelt jährlich 2200-3000 Personen den vorzeitigen Tod wegen der Luftverschmutzung. Für die Europäische Union gibt der CREA-Bericht 398'000 Tote jährlich an, für die USA 230'000. Berücksichtigt ist jeweils der mittlere Wert von drei errechneten Szenarien.

Die Zahlen liegen leicht über Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die von 4,2 Millionen Todesfällen jährlich aufgrund von Luftverschmutzung ausgeht. Als konkrete Todesursachen werden in diesen Fällen Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Lungenkrebs sowie Atemwegserkrankungen vor allem bei Kindern angegeben. Wer in Neu Delhi lebe, habe eine Belastung durch Luftverschmutzung als würde er täglich zehn Zigaretten rauchen, heisst es in der Studie.

Die weltweiten Kosten durch Luftverschmutzung pro Tag wurden mit acht Milliarden Dollar beziffert. Dies entspreche etwa 3,3 Prozent der Weltwirtschaftsleistung. Besonders hoch sind die Kosten in China mit 900 Milliarden Dollar jährlich, in den USA mit 610 Milliarden Dollar und in Indien mit 150 Milliarden Dollar.

«Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe bedroht unsere Gesundheit und unsere Wirtschaft», erklärte dazu Greenpeace-Experte Minwoo Son. Dabei sei die Lösung einfach: «Wechsel zu erneuerbaren Energien, Abkehr von Diesel- und Benzinmotoren und Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel.»

Die mit Abstand schwerwiegendsten Gesundheitsfolgen ergeben sich der Studie zufolge aus Feinstaub, der durch die Verbrennung fossiler Energieträger entsteht. Weitere Schadstoffe seien Stickstoffdioxid und Ozon.

29 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs weltweit werden auf Luftverschmutzung zurückgeführt, zitieren die Autoren Schätzungen der WHO, zudem jeweils etwa ein Viertel der Todesfälle durch Herzerkrankungen und Schlaganfälle.

«Wann wird es nicht länger hinnehmbar sein, das Leben von Menschen durch die Nutzung fossiler Brennstoffe zu verkürzen?», sagte der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, dazu der Nachrichtenagentur AFP.

https://tinyurl.com/pollution-sda

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