Switzerland

Louis Schaub ist Luzerns neue Wunderwaffe: «Koller war ein besonderer Trainer für mich»

Beim 1:2 zum Saisonstart in Lugano hat Louis Schaub (25) zwar nur 16 Minuten gespielt. In dieser kurzen Zeit aber hat er schon angedeutet, dass er für den FCL ein ganz wichtiger Mann werden kann. Er hat die Übersicht, er hat eine feine Technik, und er hat einen guten letzten Pass, ein feines Füsschen. Und er hat Erfahrung.

Fussballerisches Talent vom Vater geerbt

Aber der Reihe nach. Geboren ist Schaub in Deutschland. Mit vier Jahren zieht er mit seiner Familie in die Heimat seiner Mutter, nach Österreich. «Ich habe nur den österreichischen Pass», sagt Schaub. Sein Vater ist damals Co-Trainer bei Admira Wacker. «Mit fünf Jahren, so glaube ich, hab ich angefangen mit dem Fussball. Bis zu meinem 12. Lebensjahr spielte ich bei Admira, dann wechselte ich zu Rapid», erzählt Schaub.

Das Talent hat er vom Papa geerbt. Fred Schaub war ebenfalls Fussball-Profi. Er ist unter anderem für Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und Hannover 96 aufgelaufen Für Frankfurt hat er 1980 im Uefa-Cup-Final den Siegtreffer zum 1:0 gegen Gladbach geschossen.

Tödlicher Unfall – Louis sitzt ebenfalls im Auto

2003 kommts zur Tragödie. Fred Schaub, damals 42-jährig, verunglückt bei einem Autounfall tödlich. Der zu diesem Zeitpunkt erst achtjährige Louis sitzt ebenfalls im Unfallauto. Er muss mit Verletzungen ins Spital gebracht werden. «Es ist schwer, darüber zu sprechen. Aber es gehört zu mir und zu meiner Geschichte», blickt Louis Schaub, der eine Schwester und drei Halbgeschwister hat, zurück. «Es war eine schwierige Zeit. Unsere Familie hat damals sehr gut zusammengehalten, das war sehr wichtig. Man kann solche Sachen nicht verhindern oder ändern. Sie passieren. Man muss mit der Situa­tion leben, wie sie ist. Wir haben das alle sehr gut gemacht, und jeder ist seinen Weg gegangen. Darauf wäre mein Vater sicherlich stolz.»

«Marcel Koller war ein besonderer Trainer»

Der Weg, den Schaub gegangen ist, ist eindrucksvoll: Mit 17 debütiert im Rapid-Fanion-Team. Seither hat er für die Wiener mehr als 200 Pflichtspiele absolviert. 2016 feiert er sein Debüt in der Nati Österreichs. Damaliger Coach? Marcel Koller. «Er war ein besonderer Trainer für mich», sagt Schaub. «Er war der erste Trainer, der mich ins Nationalteam einberufen hat. Er wird mir natürlich immer sehr gut in Erinnerung bleiben. Im Winter habe ich Marcel Koller zuletzt gesehen, als wir damals mit Hamburg ein Testspiel gegen Basel absolviert haben.»

In der Super League haben sich die beiden knapp verpasst. Koller ist seit Sommer nicht mehr FCB-Trainer. Ganz unbekannt ist Schaub die Schweizer Liga trotzdem nicht. Er hat einige Bekannte hier: Mit Lasse Sobiech vom FCZ beispielsweise hat er in Köln gespielt. Basels Heinz Lindner kennt er aus der Nati, und mit Vaduz-Profi Boris Prokopic hat er bei Rapid auf dem Feld gestanden.

«Mit Lasse habe ich geschrieben», sagt Schaub. Den entscheidenden Tipp aber habe er von ­einem Ex-Luzerner bekommen. «Ich habe mit Jakob Jantscher telefoniert, er war ja auch zwei Jahre hier. Er hat mir einiges erzählt. Das hat mich dann auch positiv gestimmt. Er war schon ein Faktor, dass ich mich für Luzern entschieden habe.»

Ist die Super League ein Abstieg?

Letzte Saison hat Schaub noch neun Bundesliga-Spiele für Köln absolviert und dabei ein Tor und ­einen Assist verbucht. Monate später heuert er in der Super League an. Ist das ein Abstieg? «Vielleicht für Aussenstehende», meint Schaub. «Für mich ist es eine ­Chance. Die letzten Wochen und Monate waren nicht einfach für mich. Erst wurde ich in Köln im Winter aussortiert. Dann ging ich zu Hamburg. Dort lief es mir vor Corona richtig gut. Wir waren auf Aufstiegskurs.» Nach der Corona-Pause habe er immer weniger Spielzeit bekommen. «Das nagte natürlich an mir. Für mich ist es deshalb wichtig, dass ich einfach wieder Spass am Fussball haben kann.»

In der Innerschweiz fühle er sich jetzt schon wohl. «Hier in Luzern ist natürlich alles ein bisschen kleiner als in Köln. Aber ich glaube, dass wir auch hier richtig gute Bedingungen haben», meint Schaub. Die Stadt habe er sich schon mehrmals angeschaut. «Ich muss mich ja irgendwie ernähren», sagt er und lacht. «Ich war schon ab und zu essen. Es ist aber sehr teuer hier in der Schweiz.»

«Meine Frau kocht – das ist besser für unseren Sohn»

Kocht er nicht selbst? «Ist der Thermomix hier bekannt?», fragt Schaub zurück. Dann erklärt er: «Das ist so ein Wundergerät. Mit dem ist das Kochen sehr einfach. Der sagt jeden Schritt eines Rezepts an. Mit dem traue ich mich ab und zu zu kochen. Aber 80 Prozent kocht meine Frau, und das ist auch besser so für mich und unseren Sohn.»

Gemeinsames Kochen mit der Familie ist bald wieder möglich. In Horw LU haben die Schaubs eine Wohnung gefunden. Seine Frau Verena und sein 3-jähriger Sohn werden ihm demnächst in die Innerschweiz folgen.

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