Switzerland

Lehrabschluss trotz Krise: 360 Dietiker Lernende sollen ihre Ausbildung beenden können

Der Coronanotstand wirkt sich stark auf die Berufsbildung aus. Lernende büffeln seit drei Wochen den Schulstoff im Fernunterricht. Einige sind derzeit in ihren Lehrbetrieben sehr gefordert, andere dürfen aufgrund von Geschäftsschliessungen gar nicht mehr arbeiten. Trotz der aussergewöhnlichen Situation sollen die jungen Frauen und Männer ihren Lehrabschluss mit einem eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder einem eidgenössischen Berufsattest realisieren können. Das ist das Ziel des Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Schulabschluss könnte sich auf Zeugnisnoten stützen

Dieses Jahr wäre vorgesehen, dass rund 360 Lernende im Maschinenbau und der Logistik am Bildungszentrum Limmattal in Dietikon ihr Qualifikationsverfahren absolvieren. Wie, ist jedoch noch unklar. «Derzeit berät eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern des SBFI und Mitgliedern aus Bildungs-, Arbeitgeber- und Gewerkschaftsverbänden das Vorgehen. Bis vor Ostern soll ihr Lösungsvorschlag von Bund, Kantonen und Sozialpartnern abgesegnet werden», sagt Claudia Hug, Rektorin des Bildungszentrum Limmattal. Der Entwurf sieht derzeit vor, dass die schulischen Prüfungen allenfalls ausfallen. Der Abschluss stützt sich auf die bis zum Ende des ersten Semesters 2019/2020 erzielten Zeugnisnoten.

«Solange es keine offizielle Weisung gibt, werden wir den geplanten Weg gehen und die Lernenden auf das Qualifikationsverfahren vorbereiten», sagt Hug. Man wolle nicht, dass sich die Lernenden mental ausklinken. Im Juni würden die schulischen Prüfungen an der Dietiker Berufsfachschule stattfinden. In Nicht-Corona-Zeiten wären die praktischen Prüfungen in den Betrieben bereits jetzt angelaufen.
Unsicher ist auch, wie lange die Schulschliessung andauern wird. «Ich denke, dass wir bis Mitte Juni Fernunterricht geben werden, vielleicht aber auch bis zu den Sommerferien», sagt Hug. Sie sieht trotz vieler offener Fragen auch Positives am Ausnahmezustand. «Das Bildungssystem ist gezwungen, einen Schritt Richtung Digitalisierung zu machen.» Das sei ein Gewinn auf dem man nach der Pandemie aufbauen könne.

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