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Konfrontationen in Jerusalem: UNO schockiert von Gewalt bei Beerdigung von Journalistin

Konfrontationen in JerusalemUNO schockiert von Gewalt bei Beerdigung von Journalistin

Die durch einen Kopfschuss getötete Schirin Abu Akleh wurde in Jerusalem beigesetzt. Bei der Bestattungsprozession gerieten Trauergäste und Polizei aneinander.

Ein israelischer Polizist nimmt einen Mann in der Altstadt von Jerusalem fest.

Ein israelischer Polizist nimmt einen Mann in der Altstadt von Jerusalem fest.

Foto: Mahmoud Illean (Keystone)

Die UNO haben sich angesichts mutmasslicher Gewalt israelischer Sicherheitskräfte auf Teilnehmer der Beerdigung einer getöteten Reporterin bestürzt gezeigt. «Wir haben gerade das Video davon gesehen und es ist einfach sehr schockierend für uns», sagte Sprecher Farhan Haq am Freitag in New York. Im Internet kursierende und von TV-Sendern ausgestrahlte Bilder schienen israelische Sicherheitskräfte zu zeigen, die unter anderem auf Menschen einprügeln, die einen Sarg tragen. Die Polizei sprach dagegen von Hunderten gewalttätigen Demonstranten, die unter anderem mit Steinwürfen für Unruhen gesorgt hätten.

Die am Mittwoch im Westjordanland erschossene Schirin Abu Akleh vom TV-Sender Al-Jazeera war am Freitag auf einem christlich-orthodoxen Friedhof neben der Altstadt Jerusalems beigesetzt worden. Al-Jazeera beschuldigt israelische Sicherheitskräfte, die 51-Jährige vorsätzlich getötet zu haben. Tausende Menschen kamen zu der Beerdigung. Während der Prozession kam es zu den Konfrontationen.

Die UNO teilten weiter mit, dass sie mehr Informationen zu dem Vorfall sammelten: «Natürlich wollen wir wie in allen Fällen sicherstellen, dass die Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und natürlich das Recht auf friedliche Demonstrationsfreiheit geschützt und gewahrt werden», sagte Haq. Auch die US-amerikanische UNO-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield zeigte sich «zutiefst erschüttert von den Bildern», wie sie auf Twitter schrieb. «Die Tragödie ihres Mordes sollte mit grösstem Respekt, Nüchternheit und Sorgfalt behandelt werden.» Wie auch die UNO hatten die USA eine Untersuchung zu der Tötung gefordert.

Israelische Polizisten und Palästinenser geraten an der Beerdigung der getöteten al-Jazeera-Journalistin Shirin Abu Akleh aneinander.

Quelle: Al-Jazeera 

Nach Darstellung der israelischen Armee hatte es am Mittwoch ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia gegeben. Am Freitag veröffentlichten die Streitkräfte Zwischenergebnisse ihrer Untersuchung, wonach es derzeit nicht möglich sei, «eindeutig» zu sagen, von wo der tödliche Schuss kam. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas macht dagegen Israel verantwortlich und sprach von einem «Verbrechen der Hinrichtung». Eine von Israel vorgeschlagene gemeinsame Untersuchung hatten die Palästinenser abgelehnt.

Palästinensischen Angaben zufolge hatten israelische Sicherheitskräfte am Freitag während der Beerdigungsprozession Blendgranaten eingesetzt. Berittene und unberittene Polizisten hätten die Trauergäste angegriffen.

Unterdessen wurde ein israelischer Grenzpolizist nach israelischen Angaben bei Konfrontationen mit bewaffneten Palästinensern im Westjordanland tödlich verletzt. Bei einem Anti-Terror-Einsatz nahe Jenin hätten bewaffnete Angreifer die Sicherheitskräfte beschossen sowie Sprengsätze geworfen, teilten Polizei und Armee mit. Die Soldaten hätten zurückgeschossen. Der 47-jährige Offizier sei beim Verlassen des Ortes Burkin verletzt und noch ins Krankenhaus gebracht worden.

Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Textversion der Nachrichtenagentur AFP beinhaltete die Vorwürfe der israelischen Polizei gegen die Trauergäste noch nicht. 

SDA/aru

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