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«Komplett falsch»: Astrazeneca weist Berichte über schwachen Impfschutz bei Senioren zurück

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Der Impfstoffhersteller wehrt sich gegen Berichte, gemäss denen das Vakzin bei Personen über 65 Jahren nur zu acht Prozent wirke. Das Mittel steht in der Schweiz und der EU kurz vor der Zulassung.

In Grossbritannien kommt das Mittel bereits zur Anwendung: Die 102-jährige Joan Potts in einem Altersheim in London vor der Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft wird.

In Grossbritannien kommt das Mittel bereits zur Anwendung: Die 102-jährige Joan Potts in einem Altersheim in London vor der Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft wird.

Foto: Matt Dunham (Keystone) 

Der britische Pharmahersteller Astrazeneca weist Berichte zu einer geringen Schutzwirkung seines Corona-Impfstoffs bei Senioren zurück.

Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von 8 Prozent habe, seien «komplett falsch», teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen mit. Zuvor hatte in Deutschland das «Handelsblatt» über den geringen Schutz bei älteren Menschen berichtet und bezog sich dabei auf deutsche Koalitionskreise. Auch die «Bild»-Zeitung berichtete darüber.

Astrazeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschliesse. Auch habe ein Beratungskomitee für Impfungen den Einsatz des Impfstoffs bei Senioren unterstützt. Zudem habe eine im November im Fachblatt «Lancet» veröffentlichte Studie gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse.

Allerdings heisst es in einer späteren «Lancet»-Veröffentlichung auch, dass es wegen geringer Fallzahlen in der entscheidenden klinischen Studie noch wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

Zulassung in EU am Freitag erwartet

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. «Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen», sagte Spahn am Dienstag im ZDF-»Morgenmagazin».

Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, «welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden». Ältere Menschen werden in Deutschland wie auch in Grossbritannien und anderen Ländern mit Priorität geimpft, weil sie ein besonders grosses Risiko für schwere Verläufe bei Covid-19 haben. Deshalb ist es wichtig, dass ein Impfstoff gerade auch Senioren gut schützt.

In der Schweiz steht der Impfstoff von Astrazeneca kurz vor der Zulassung. Ausserdem wird erwartet, dass das Vakzin am Freitag in der EU zugelassen wird, in Grossbritannien wird er bereits in grossem Stil eingesetzt. Zuletzt hatte es Streit gegeben, weil Astrazeneca vorerst weniger Impfstoff an die EU liefern will als zugesagt.

SDA

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