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Kommentar zur TV-Debatte: Wohl Trumps letzte Gelegenheit, sich den Wählern zu erklären

Das zweite Fernsehduell zwischen Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden ist durchaus gesittet verlaufen. Dennoch vermochte der US-Präsident nicht zu überzeugen, weshalb ihn die Amerikaner wieder wählen sollten.

Verhielten sich diesmal durchaus gesittet: Die beiden Bewerber mit ihren Frauen.

Verhielten sich diesmal durchaus gesittet: Die beiden Bewerber mit ihren Frauen.

Foto: Kevin Dietsch (Getty Images)

Die erste Debatte geriet zu einem Freakout des Präsidenten. Die zweite TV-Debatte mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden sagte Donald Trump ab. Doch gestern Abend in Nashville ereignete sich eine Debatte und stellenweise ein lebhaftes Hin und Her zwischen den beiden amerikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Ein grosser Aufbruch, den der Präsident dringend bräuchte, war es indes kaum. Der Abend in Nashville war Trumps wohl letzte Gelegenheit, einem Millionenpublikum zu erklären, warum er eine zweite Amtszeit verdiene. Er nutzte sie nicht.

Niemals zuvor hat ein amerikanischer Präsident soviel mediale Aufmerksamkeit erhalten wie Trump, nie fehlte es diesem Präsidenten an einer Bühne, auf der er hätte erläutern können, was er in weiteren vier Jahren im Weissen Haus erreichen will. Trump hat dies bislang nicht getan – und auch gestern rutschte der Präsident in sattsam bekannte Verhaltensmuster.

Eine schlechte Figur machte Trump in Nashville nicht.

Da waren die Klagen darüber, wie übel ihm in der Russlandaffäre mitgepielt worden sei, auch gab es viel Eigenlob mitsamt einigen Unwahrheiten zu hören. Aber wozu er ein neuerliches Mandat anstrebt und wie es mit der kriselnden und polarisierten Nation weitergehen soll: Dazu hatte Donald Trump nur wenig zu sagen.

Stattdessen wurde einmal mehr offenbar, dass Trump sich die Kriminalisierung Joe Bidens und seines Sohns Hunter Biden wünscht. Denn sie seien korrupt, Geld sei aus der Ukraine, aus Russland und aus China an die Bidens geflossen.

Republikaner dürften aufgeatmet haben

Sehnlich wartet der Präsident darauf, dass sein Justizminister William Barr eine ähnliche politische Bombe zündet, wie sie der damalige FBI-Direktor James Comey kurz vor dem Wahltag 2016 warf, als er neue Ermittlungen gegen Hillary Clinton in der angeblichen E-Mail-Affäre ankündigte. Die Intervention trug zu Clintons Niederlage bei, jetzt hofft der Präsident auf eine Wiederholung.

Es wird sie nicht geben, und Trump verspielte in Nashville vielleicht seine letzte Gelegenheit, Vorhaben in einer zweiten Amtszeit zu beschreiben. Eine schlechte Figur machte er in Nashville nicht, und seine republikanischen Parteifreunde dürften aufgeatmet haben, befüchteten sie doch eine Wiederholung des Debakels der ersten Debatte.

Nun müssen die Amerikaner entscheiden, warum sie sich diesem Präsidenten neuerlich anvertrauen wollen. Donald Trump hat es ihnen gestern Abend gewiss nicht leichter gemacht. Er gab sein Bestes in Nashville, und in zwei Wochen werden wir wissen, ob es gut genug war.

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