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Kommentar zu Corona-Toten in den USA: Der Zynismus der US-Politik

Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, hat in den USA 200’000 überschritten. Donald Trump jedoch versucht auch daraus politisch Kapital zu schlagen.

Ein Demonstrant in Los Angeles macht US-Präsident Donald Trump dafür verantwortlich, dass die Zahl der Corona-Toten die 200’000-Marke überschritten hat.

Ein Demonstrant in Los Angeles macht US-Präsident Donald Trump dafür verantwortlich, dass die Zahl der Corona-Toten die 200’000-Marke überschritten hat.

Foto: Eugene Garcia (EPA, Keystone)

200’000 Corona-Tote sollten für eine hoch entwickelte Industrienation wie die USA Grund zum Innehalten sein. Warum diese hilflose Reaktion auf die Pandemie? Warum diese Unfähigkeit zur medizinischen Massenvorsorge? Warum diese kollektive Apathie? Die USA haben oft genug auf grosse Krisen mit grossen Taten reagiert. Diesmal verpufft sogar die Empörung des ersten Augenblicks. Corona ist zwar nicht zur Normalität geworden, wird aber inzwischen oft behandelt wie ein Naturereignis, das man über sich ergehen lassen muss.

Nirgendwo auf der Welt wird die Pandemie derart politisiert und instrumentalisiert wie in den USA.

Überall spiegelt sich in der Pandemie-Reaktion so etwas wie ein nationaler Charakter. Ein Volk, das in Sachen Daseinsfürsorge keine hohen Erwartungen an den Staat hat, akzeptiert sein Schicksal mit wenig Klage. Das reicht aber nicht aus zur Deutung der Katastrophe in den USA.

Nirgendwo auf der Welt wird die Pandemie derart politisiert und instrumentalisiert wie in den USA. Es zeugt vom Zynismus der amerikanischen Politik und vor allem des Präsidenten, die selbst aus dieser elementaren Überlebensfrage einen Funken Vorteil zu schlagen vermögen. «Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet», sagte Trump am Dienstag über das Coronavirus. Die 200’000 Toten seien «schrecklich». Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber «zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen» Tote zu beklagen.

Das ist der letzte Beweis: Dieser Präsident übernimmt keine Verantwortung und lebt von der Schuldzuweisung. Die Pandemie aber taugt nicht für Sündenböcke.

Football news:

Barça-Fans glaubten an einen frühen Abgang von Bartomeu (wegen der Kontroverse um den referendumstermin). Vergebens: es gab keine rücktrittsgedanken, die Trophäen sind irgendwo in der Nähe. Oktober war ein historisches Ereignis für die Fans des FC Barcelona geplant: am morgen berichtete Diario Sport, dass Josep Bartomeu nach der Sitzung des Board of Directors zurücktreten könnte, wenn die katalanische Regierung die Abstimmung über das Misstrauensvotum der Führung des Klubs (es ist für 1-2 November geplant) nicht verschieben würde. Die Abstimmung wurde nicht verschoben-aber auch Bartomeu blieb vor Ort. Die Fans müssen also noch ein wenig warten (zur Erinnerung: wenn das Votum genehmigt wird, geht die gesamte Führung in den vorzeitigen Rücktritt). Im Anschluss an den Vorstand Sprach Bartomeu auf einer Pressekonferenz alle wichtigen Fragen an
Josep Bartomeu: ich hatte auch keine Gedanken, zurückzutreten. Barça wird in dieser Saison Trophäen haben
Zinedine zidane: Hazard ist bereit. Wir sind glücklich, das ist eine gute Nachricht
Zidane über Isco ' s Worte: das ist Ehrgeiz. Alle wollen spielen, Real-Trainer Zinedine zidane äußerte sich zu den Worten von Trainer Isco cremig über die Unzufriedenheit mit der Spielzeit
Bartomeu über VAR: im Spiel gegen Real wurde ein nicht vorhandener Elfmeter vergeben. Wir brauchen fairen Fußball
Ian Wright: Schade, dass özil nicht spielt, aber Artetas Hartnäckigkeit bewundert
Josep Bartomeu: es war Wichtig, mit Messi eine neue ära von Barça zu beginnen. Der FC Barcelona-Präsident Josep Bartomeu hat sich über den katalanischen Stürmer Lionel Messi geäußert, der den Verein im Sommer verlassen wollte