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KOMMENTAR - Die Pleitewelle bei Unternehmen hat eingesetzt, doch sie wird den Post-Corona-Boom voraussichtlich nicht stoppen

Durch das Platzen der Internetblase vor zwanzig Jahren ist es zu einem wahren Insolvenz-Tsunami in Deutschland gekommen. Einen solchen erwarten Beobachter für die Zeit nach der Pandemie nicht. Doch eine Pleitewelle wird sich bilden – der Prozess hat nun begonnen.

Die Zahl der Insolvenzbekanntmachungen durch die Gerichte schiesst jetzt nach oben.

Die Zahl der Insolvenzbekanntmachungen durch die Gerichte schiesst jetzt nach oben.

Jens Büttner / Dpa

Die Corona-Pandemie hat viele Firmen und Unternehmen in Deutschland existenzgefährdend getroffen. Bisher hat sich das allerdings nicht in den Insolvenzzahlen gespiegelt, denn im Frühjahr 2020 setzte die Bundesregierung die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrages bei Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit aus.

Dies führte dazu, dass die Anzahl der Insolvenzen ab Sommer 2020 sogar deutlich unter das Niveau des Vorjahres fiel. Einige Unternehmer haben die Aussetzung der Antragspflicht also vermutlich missbraucht. Am 30. April endete nun die letzte Verlängerung von Teilen der Aussetzung. Rollt nun die Pleitewelle richtig an?

Weniger Insolvenzen im Pandemiejahr 2020

Eröffnete Regelinsolvenzverfahren* (2015 = 100)

Insolvenzbekanntmachungen**

20082009201020112012201320142015201620172018201920202021050100150200

Die Antwort lautet Ja – und der Prozess hat sogar bereits begonnen. Zwar liegen die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichen Insolvenzzahlen noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau. Doch die Bekanntmachungen von Firmenpleiten durch die Gerichte schiessen bereits nach oben, wie die Ökonomen der Commerzbank beobachtet haben.

Die Frage ist nun, wie gross die Pleitewelle sein wird. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase gab es in den Jahren 2002 bis 2004 einen wahren Insolvenz-Tsunami mit bis zu 10 000 Insolvenzen pro Quartal. Nach der Finanzkrise betrug der Spitzenwert schliesslich 8500 Regelinsolvenzen in jeweils drei Monaten. Mit solch hohen Werten rechnet die Commerzbank heuer nicht. Die Ökonomen prognostizieren in der Spitze rund 6500 Insolvenzen pro Quartal.

Eine Ursache dafür sei, dass die Unternehmen in den vergangenen zwanzig Jahren ihre Eigenkapitalquoten durchschnittlich von etwa 20 auf 30% erhöht hätten. Daher erwartet der Chefökonom Jörg Krämer zwar eine schmerzliche Pleitewelle. Diese werde aber die wirtschaftliche Erholung nicht aufhalten. Im Gegenteil: Mit dem Auslaufen der Pandemie und den steigenden Impfzahlen dürfte es zu einem Post-Corona-Boom kommen.

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