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Kolumne von Meret Schneider: Cura et labora – oder wie der Mensch heutzutage für sich selber sorgt

Kolumne von Meret SchneiderCura et labora – oder wie der Mensch heutzutage für sich selber sorgt

Eine neue Wellness-Industrie sagt uns, wie wir uns entspannen sollen. Ich selber versuche, das viel lockerer anzugehen.

Meditation, Yoga, Tee: Der Trend zur «Selbstfürsorge» hat Hochkonjunktur.

Meditation, Yoga, Tee: Der Trend zur «Selbstfürsorge» hat Hochkonjunktur.

Foto: Getty Images/iStockphoto

«Cura et labora», dachte ich, als ich zwischen zwei Meetings durch den Orell Füssli schlenderte und durch die Neuerscheinungen blätterte, die sich da in der Auslage tummelten. «Curare», lateinisch für sorgen, pflegen, also «pflege und arbeite», scheint das frühere «ora et labora» ersetzt zu haben. «Selbstfürsorge» oder auf Instagram #Selfcare hat Hochkonjunktur, und die Ausprägungen reichen von Klassikern wie Kerze, Badewanne und Buch oder einem Spa-Besuch bis zum elaborierteren «Niksen», dem niederländischen Wort für Nichtstun. Und weil wir uns von den skandinavischen Ländern bereits «Lagom» (schwedisch für einen ausbalancierten Lebensstil) und «Hygge» (eine Art allumfassender Gemütlichkeit mit obligaten Karodecken, XL-Tassen und heisser Schokolade) einverleibt haben, annektiert die Lifestyle-Industrie nun auch das «Niksen», dem sich gleich mehrere Ratgeber widmen und das uns entspannter, sozialverträglicher und nicht zuletzt produktiver machen soll.