Switzerland

Kollektivierte Dachterrassen: Die Stadt Zürich mutiert zum Havanna der Schweiz

Die Linksparteien wollen durchsetzen, dass bei Neu- und Umbauten jegliche Aussenräume für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen sollen. Ein ungehöriger Vorschlag.

Selbst in der betont offenen Genossenschaftssiedlung Kalkbreite (hier der Innenhof) schätzt man ab einem gewissen Punkt die Privatsphäre.

Selbst in der betont offenen Genossenschaftssiedlung Kalkbreite (hier der Innenhof) schätzt man ab einem gewissen Punkt die Privatsphäre.

Adrian Baer / NZZ

Eigentum gehört «entwertet», Privatgrund «kollektiviert». Nein, das sind keine angestaubten Parolen aus einem verwahrlosten, sozialistischen Dritt-Welt-Land, die hier verbreitet werden. Es sind Maximen, die zurzeit allen Ernstes in der grössten Stadt der Schweiz vor dem Durchbruch stehen.

Das rot-grün dominierte Zürcher Stadtparlament berät in diesen Wochen über den kommunalen Siedlungsrichtplan. Was spröde tönt, hat es in sich. Die Linksparteien wollen im Plan festschreiben, dass bei Neu- und Umbauten jegliche Aussenräume für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen sollen – also auch Innenhöfe, Vorgärten und Dachterrassen.

«Von Fassade zu Fassade» soll der öffentliche Raum in Zukunft gedacht werden. Das findet der Präsident der zuständigen Kommission, der SP-Gemeinderat Marco Denoth. Man solle die Grundeigentümer dazu verpflichten, «der Stadt etwas zurückzugeben». Diese geplanten Eingriffe in die Eigentumsrechte gehen viel zu weit und sind nicht hinnehmbar.

Denoth, der als aussichtsreicher Kandidat für einen freien Stadtratssitz gilt, spricht für viele, die im politischen Zürich zurzeit das Sagen haben. Das zeigt, wie salonfähig extreme Positionen in der Stadt mittlerweile geworden sind. Privaten Immobilieninvestoren misstraut man grundsätzlich. Zuletzt wurde dies im Umgang mit den Plänen für ein privat finanziertes Fussballstadion und zwei Wohnhochhäuser in Zürich-West offenbar, die von links mit Verve bekämpft wurden.

Wer Profit anstrebt, kann grundsätzlich nichts Gutes im Schilde führen. Das ist eine fatale Logik. Bis 2040 werden in Zürich 100 000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner erwartet. Es wäre vermessen, wenn die Stadt den Anspruch erhöbe, den Wohnraum für diese Personen eigenständig oder nur durch Genossenschaften schaffen zu wollen. Um das Bevölkerungswachstum abzufangen, braucht es dringend das Engagement von profitorientierten Bauherren.

Mit Vorschriften, wie sie die bestimmenden Kräfte der Stadt nun im Richtplan festsetzen wollen, behindert man die private Initiative aber weiter – und zwar empfindlich. Wenn Aussenräume kollektiviert werden, verlieren Liegenschaften an Wert. Die von Denoth und Mitstreitern gewollte «Entwertung» von Grundbesitz schreitet voran. Ehrlicherweise sollte man von einer zumindest teilweisen Enteignung sprechen. Zürich arbeitet damit weiter an seinem Ruf, zum Havanna der Schweiz zu werden.

Doch die Rechnung wird nicht aufgehen. Am Ende wird in der Stadt wegen der zahlreichen Einschränkungen nicht – wie verlangt – mehr, sondern weniger gebaut. Die Mieten werden weiter steigen, was wiederum die Linke dazu verleiten wird, noch mehr städtischen und genossenschaftlichen Wohnbau einzufordern. Es ist das verhängnisvolle Perpetuum mobile der rot-grünen Wohn- und Bodenpolitik. Diese Spirale gilt es zu durchbrechen.

Die Linke betont zwar katzenfreundlich, dass der in Diskussion befindliche Richtplan lediglich behördenverbindlich sei. Es versteht sich jedoch von selbst, dass, sobald der Passus einmal festgesetzt ist, sich die Baubehörden peinlich genau daran orientieren werden. In künftigen Revisionen der strengeren Bau- und Zonenordnung wird die eigentümerfeindliche Linie fortgeschrieben. Die Büchse der Pandora ist dann bereits geöffnet.

Vielleicht müsste einmal der Grundsatz hinterfragt werden, der die Linke zum momentanen Aktivismus antreibt. Seit Jahren gilt in Zürich die Regel, dass für jeden neuen Bewohner ein Freiraum von acht Quadratmetern zur Verfügung stehen müsse. Diese starre Vorgabe führt unweigerlich zu Problemen.

Es wäre angezeigt, dass zumindest die vielen Wälder, die die Stadt umgeben, künftig ganz in die Berechnung eingepreist würden. Dank dem ausgezeichnet ausgebauten öffentlichen Verkehr ist heute fast jeder Stadtbewohner in weniger als dreissig Minuten auf dem Üetliberg. Das sind paradiesische Zustände im Vergleich zu anderen Grossstädten der Welt. Kollektivierte Dachterrassen sind dagegen keine gute Alternative.

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