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Klamme Kasse: Stadt Bern geht auf Betteltour bei Kulturszene

Die Stadt muss sparen und fragt deshalb bei den Kulturhäusern an, wer freiwillig auf Subventionen verzichten kann.

Auch das Stadttheater Bern gehört zu den Institutionen, die in der nächsten Subventionsperiode mit weniger städtischem Geld rechnen müssen.

Auch das Stadttheater Bern gehört zu den Institutionen, die in der nächsten Subventionsperiode mit weniger städtischem Geld rechnen müssen.

Foto: Peter Schneider (Keystone)

Berns Kulturleben steht zurzeit still. Hinter den Kulissen ist aber einiges in Bewegung. In den letzten Wochen mussten die subventionierten Kulturhäuser einzeln bei der Stadt antraben. Berns Kulturbeauftragte Franziska Burkhardt lud die Institutionen mit Subventionsvertrag persönlich zum Gespräch. Grund für das Aufgebot: die Sparmassnahmen der Stadt für die Jahre 2022 und 2023. Weil die Stadtkasse klamm ist, soll die Kultur auf Subventionen verzichten – wenn möglich freiwillig. Vor dem Gespräch bat die Leiterin der städtischen Kulturabteilung deshalb die Institutionen, abzuklären, auf welchen Beitrag sie verzichten können und welche Leistungen in der Konsequenz wegfallen würden. Das steht in der Einladung zum Gespräch, die dem «Bund» vorliegt.

Die Gespräche sind eine Folge der prekären städtischen Finanzlage. Die Finanzdirektion wies alle Gemeinderäte an, Aufgaben und Investitionen in ihren Direktionen zu überprüfen. Der Gemeinderat will den Haushalt ab 2022 um 35 Millionen und ab 2023 um 45 Millionen Franken entlasten. Wie das Beispiel zeigt, kommt Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL), welcher der Kulturdirektion vorsteht, der Aufforderung nach.

Bereits für das Budget des nächsten Jahres wollte der Gemeinderat kurzfristig vor allem bei den Freischaffenden sparen. Dagegen hat sich die Kulturszene jedoch erfolgreich gewehrt. Der Stadtrat erhörte das Klagen der Kultur und sprach sich gegen die Sparpläne aus. Nun will die Kulturabteilung in den Jahren nach 2021 bei den kulturellen Subventionspartnern gemäss gut unterrichteten Quellen zwischen 2 und 3 Prozent abbauen. In der aktuellen Vierjahresperiode unterstützt die Stadt die hiesigen Kulturinstitutionen mit rund 32 Millionen Franken. Allein Konzert Theater Bern erhält von der Stadt jährlich 18’360’000 Franken.

Stadt schweigt

Dass ausgerechnet in der Krise diskutiert werden soll, wer auf Gelder verzichten kann, kommt in der Kulturszene nicht gut an. Deshalb hat Bekult, der Dachverband Berner Kulturveranstalter, am Montag einen Brief an den Stadtpräsidenten sowie die Stadträte und Stadträtinnen geschickt. Darin heisst es: «Die Institutionen jetzt zu drängen, nach weiteren Sparmöglichkeiten zu suchen, ist eine Zumutung.» Denn die Kulturveranstalter seien durch die Corona-Krise stark getroffen. Die strengen Schutzmassnahmen im Kanton Bern führten bei Museen, Clubs und Theatern bereits zu grossen Einschränkungen, deren Folgen noch unabsehbar seien. «Ob grosse Institutionen oder kleine Bühnen, die Situation ist für alle gleich: Niemand weiss, wie die Kultur im nächsten Frühling aufgestellt sein wird», heisst es im Brief weiter. Deshalb seien nicht alle bereit, freiwillig auf Gelder zu verzichten.

Der Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) und die Kultur-Chefin Franziska Burkhardt wollen auf Anfrage keine Stellung nehmen. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen, darum könne man die Ziele und Inhalte laufender Verhandlungen nicht weiter kommentieren.

Folgen nun Region und Kanton?

Unterschrieben wurde der Bekult-Brief von rund zwanzig Institutionen, von der Camerata Bern bis zur Interessengemeinschaft Kulturraum Reitschule. Viele der angefragten Kulturveranstalter möchten sich zurzeit lieber nicht in den Medien exponieren. «Es ist jetzt vor allem wichtig, dass wir gemeinsam auftreten und auch die freie Szene und die grossen Häuser nicht gegeneinander ausspielen», so ein Kulturschaffender.

Auch Christine Wyss, die Leiterin des Strassenmusikfestivals Buskers, hatte bereits ein Gespräch mit Burkhardt: «Grundsätzlich ist das Gesagte für mich nachvollziehbar, wir wissen über die finanzielle Lage der Stadt Bescheid», so Wyss. Dennoch sei es nun wirklich «der falsche Moment». Das Buskers weise dieses Jahr ein Defizit aus, obwohl es die volle Subvention der Stadt erhalten hatte – weil das Festival abgesagt werden musste. Weiter befürchtet Wyss, dass der Schritt der Stadt nun der Anfang einer unschönen Entwicklung sein könne: «Was ist, wenn nun der Kanton und die Regionalkonferenz ebenfalls auf die Idee kommen, ihre Mittel zusammenzustreichen?», fragt sie.

Wie die weiteren Schritte nun aussehen werden, weiss die Kulturszene nicht. Es könnte sein, dass sich der Stadtpräsident nach der Konsultation für einen unpopulären Sparvorschlag entscheidet. Oder aber dem Gemeinderat mitteilt, dass Sparen bei der Kultur zurzeit nicht möglich sei.

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