Switzerland

Kinder vergewaltigt: St. Galler Kita-Mitarbeiter muss ins 4,5 Jahre ins Gefängnis

Kinder vergewaltigt: St. Galler Kita-Mitarbeiter muss ins 4,5 Jahre ins Gefängnis

Bild: KEYSTONE

Das Kreisgericht St. Gallen hat am Dienstag einen ehemaligen Kita-Mitarbeiter zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten, zu einer Geldstrafe, zu einer stationären Therapie sowie zu einem Tätigkeitsverbot verurteilt. Dem Mann werden unter anderem sexuelle Handlungen mit Kindern zur Last gelegt.

Der 34-jährige Angeklagte zeigte sich in der Verhandlung geständig. Er räumte die ihm vorgeworfenen sexuellen Handlungen an Kleinkindern ein. Das jüngste war 16 Monate alt.

Er bestätigte auch, dass einige der Übergriffe an seinem Arbeitsplatz in der Kita geschahen und gab weiter zu, Fotos- und Videos von Kindern aufgenommen zu haben, die er ins Darknet stellte. Auf mehreren Festplatten wurden bei ihm 4600 Videos und 61'700 kinderpornografische Bildern entdeckt.

Bei der Befragung durch den vorsitzenden Richter schilderte er, dass er seine Neigung zuerst nicht bewusst wahrgenommen habe. Danach sei er fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich um eine Phase handle, die er durchstehen könne.

Er habe jahrelang mit Kindern gearbeitet, ohne dass es zu Übergriffen gekommen sei. Beim ersten Mal sei der Grund «eine Mischung von Neigung und Gelegenheit» gewesen. Er habe sich damals wegen Depressionen «psychisch nicht fit» gefühlt und sich seiner Neigungen nicht erwehren können.

Durch Ermittler aufgeflogen

Der Fall flog auf, weil der Angeklagte in einem Darknet-Forum einem Kontakt fünf kinderpornografische Bilder schickte. Der Empfänger war ein verdeckter Ermittler. Danach begann die Untersuchung, die schliesslich zur Anklage unter anderem wegen Schändung, sexuellen Handlungen mit einem Kind und Pornografie - alles mehrfach - führte. Dazu kommen Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der Angeklagte habe sich sein Berufsumfeld bewusst so aufgebaut, dass er seinen Neigungen nachgehen konnte, stellte die Staatsanwältin fest. Er habe sich damit Möglichkeiten geschaffen und diese ausgenutzt.

Sie forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten sowie eine Busse von 600 Franken. Wegen der hohen Rückfallgefahr müsse eine stationäre Therapie angeordnet werden. Weiter soll ein lebenslanges Verbot ausgesprochen werden, das für berufliche oder ausserberufliche Tätigkeiten gilt, die Kontakte zu Minderjährigen umfassen. Im besten Fall gelinge es dem Angeklagten mit diesen Massnahmen, deliktfrei zu leben, sagte die Staatsanwältin.

Strafmildernde mediale Vorverurteilung

Strafmildernde fielen unter anderem die öffentliche mediale Vorverurteilung ins Gewicht wie auch die Tatsache, dass in der Kita das Handyverbot nicht konsequent durchgesetzt wurde.

Nicht weit entfernt lagen die Anträge der Verteidigung. Der Angeklagte hatte bereits bei der Befragung die stationäre Therapie wie auch das Tätigkeitsverbot befürwortet. Es gebe lediglich Unterschiede in der rechtlichen Würdigung einiger Anklagepunkte, sagte sein Anwalt. Diese sollten aber zu einer tieferen Freiheitsstrafe von noch drei Jahren führen.

Sein Mandant zeige sich vollumfänglich geständig. Das seien keine leeren Worte. So sei er aus eigenem Antrieb in den vorzeitigen Vollzug eingetreten und wisse, dass er sich wirksame Methoden aneignen müsse, um die pädosexuellen Neigungen zu bekämpfen. Die stationären Massnahme werde so lange dauern, bis das Therapieziel erreicht sei, so der Verteidiger.

Das Kreisgericht St. Gallen eröffnete sein Urteil mündlich und verurteilte den Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten, einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 50 Franken sowie zu einer Busse von 600 Franken. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird für die stationäre Therapie aufgeschoben. Weiter verfügte das Gericht ein umfassendes Tätigkeitsverbot. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (aeg/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Sexualdelikte: Kita-Mitarbeiter in St.Gallen vor Gericht

Ein 34-jähriger Mann muss sich am kommenden Dienstag vor dem St.Galler Kreisgericht unter anderem wegen sexueller Handlungen mit Kindern oder Pornografie verantworten. Der frühere Kita-Mitarbeiter soll während der Arbeitszeit Kinder missbraucht haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem sexuelle Handlungen an drei Kleinkindern vor. Das jüngste war 16 Monate alt. Die Übergriffe fanden in der Kindestagesstätte statt, wo er arbeitete, aber auch bei den Kindern zuhause.

Weiter soll der …

Link zum Artikel

Football news:

Kimmich wurde zum besten Verteidiger der Saison 2019/20 in der Champions League gekürt. Er war Bayern-Spieler Josua Kimmich. Neben dem deutschen haben sich auch die Bayern-Spieler David Alaba und Alfonso Davis für diesen Preis qualifiziert. Die Statistik von Kimmich finden Sie hier
Die UEFA postete ein Foto von Messi und Ronaldo: Wieder gemeinsam reagierte die UEFA-Pressestelle auf die vorläufigen Ergebnisse der Auslosung der Gruppenphase der Champions League. Juventus, der im ersten Korb Stand, hat den FC Barcelona aus dem zweiten Durchgang geholt. Für den italienischen Klub spielt Ex-Real-Stürmer Cristiano Ronaldo, für den FC Barcelona Lionel Messi
Liverpool spielt in der Champions League 2020/21 gegen Atalanta Miranchuk und Ajax Amsterdam in der Gruppe D. In der Gruppenphase trifft Liverpool auf Ajax Amsterdam, das in der vergangenen Saison die Niederländische Meisterschaft gewonnen hatte, und Atalanta Bergamo, für den der russische Mittelfeldspieler Alexej Miranchuk steht
Neuer wurde zum besten Torhüter der Saison 2019/20 in der Champions League gekürt. Er war Bayern-Torhüter Manuel neuer. Der Deutsche Club Kassierte 8 Tore in 11 spielen des Turniers. Der Torhüter hielt das Champions-League-Endspiel gegen PSG (1:0) zu null. Neben dem deutschen waren auch PSG-Torhüter Keylor NAVAS und Atletico-Torhüter Jan Oblak für diesen Preis nominiert
Drogba erhielt den UEFA-präsidialpreis
Calvert-Lewin, Saka und Barnes werden erstmals in die englische Nationalmannschaft berufen. Maguire kehrte in den Kader zurück, der Trainer der englischen Nationalmannschaft gab die Bewerbung für die Länderspiele im Oktober bekannt
Lazio leiht Pereira mit einer Ablösesumme von 27 Millionen Euro an Manchester United. Potenziell größte Transfer in der Geschichte der Römer